Schulschwimmbad Röthenbach

Hinter den Plänen für das Bad stehen noch Fragezeichen

Leeres Becken: Seit 2015 ist das Röthenbacher Bad geschlossen.
Leeres Becken: Seit 2015 ist das Röthenbacher Bad geschlossen. | Foto: PZ-Archiv/Sichelstiel2017/11/hallenbad-rothenbach-stillgelegt.jpg

RÖTHENBACH — Die Stadt Röthenbach braucht ein neues Schulschwimmbad, aber dafür braucht Röthenbach den Landkreis. Er soll – nach Abzug aller Fördermittel – bis zu 60 Prozent der Kosten tragen. Dass das geplante Bad nach einer neuen Schätzung statt 9,2 Millionen nun bis zu 11,5 Millionen Euro kosten sollte, gefiel den Kreisräten jedoch gar nicht. Weiter geplant wird zwar trotzdem, aber unter Vorbehalt.

Trotz einzelner kritischer Stimmen steht der Kreisausschuss nach wie vor hinter einem Ersatzbau für das Röthenbacher Hallenbad. Es wurde im März 2015 überraschend geschlossen (die Pegnitz-Zeitung berichtete). Ein Statiker hatte damals festgestellt, dass Betonträger der Hallendecke so massive Schäden aufwiesen, dass das Gebäude aus dem Jahr 1977 jederzeit einstürzen könnte. Ob die fünf Schulen, die das 25-Meter-Becken in der Vergangenheit nutzten, aber wirklich schon 2020 wieder mit dem Schwimmunterricht vor Ort loslegen können, ist fraglich. Die Jahreszahl war stets die Zielvorgabe, die Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker öffentlich kommunizierte.

Die Kreisräte sind bereit, länger abzuwarten, wenn im Gegenzug mehr als die bisher erwarteten 1,7 Millionen Euro Fördermittel vom Freistaat winken. Laut dem Kreisrat und CSU-Landtags­abgeordneten Norbert Dünkel gibt es in München „fraktionsübergreifend eine große Bereitschaft“, den Bau von Schulschwimmbädern in Zukunft mehr zu unterstützen. Doch wann der Beschluss dazu fällt, ist noch offen. „Wenn wir die eine oder andere Million mehr bekommen“, so Landrat Armin Kroder, sei die Verzögerung hinzunehmen.

Deckel auf den Gesamtkosten

Zudem will der Landkreis den Deckel auf den Gesamtkosten halten. Die politische Vorgabe lautet nun, dass eine Neun vor dem Komma stehen muss. Die jüngste Kostenschätzung in Höhe von bis zu 11,5 Millionen Euro inklusive Abbruch des Altbaus hielten viele Kreisräte für nicht nachvollziehbar. Rathauschef Hacker begründete sie mit einer „Konjunkturhochphase“ und warnte vor dem allgegenwärtigen Vergleich mit dem 2014 eröffneten, etwa gleich großen Altdorfer Schulschwimmbad. Dessen Kosten seien bereits „vor mehreren Jahren“ berechnet worden. Laut Planer Norbert Thiel kommt hinzu, dass der Röthenbacher Neubau an das bestehende Schulzentrum angeschlossen werden muss, alleine das mache rund 450. 000 Euro aus.

Das Altdorfer Bad kostete nach Angaben des Landratsamts 7,4 Millionen Euro. Im Mai dieses Jahres musste es schon wieder geschlossen werden. Legionellen machten eine teure Sanierung notwendig. Der Altdorfer Bürgermeister geht laut dem in Feucht erscheinenden Boten von Planungsfehlern aus.

Von genau jenem Bürgermeister, Erich Odörfer, kam in der Kreisausschuss-Sitzung der Vorschlag, statt zuerst das Röthenbacher Bad neu zu bauen und anschließend das benachbarte Schwaiger Hallenbad zu sanieren – das steht ebenfalls an – „doch gleich etwas Gescheites zu bauen“.

Ein Bau für zwei Kommunen?

Ein riesiges Hallenbad für die beiden Kommunen also? Schwaigs Rathauschefin Ruth Thurner konterte kühl mit dem Hinweis auf die große Auslastung beider Einrichtungen. Außerdem handle es sich bei der Schwaiger „Pegnitzaue“ um ein „kommunales, rein eigenfinanziertes Bad“. Im Gegensatz dazu ist das Röthenbacher Bad in erster Linie ein Schulschwimmbad, für das neben dem Landkreis und der Kommune der Schulverband der Mittelschule aufkommen muss.

Ein Projektsteuerer, der allerdings bis zu 180 .000 Euro zusätzlich kostet, soll den Bau koordinieren, auch darauf verständigten sich die Kreisräte. Die weiteren Planungsleistungen werden nach ihrem Willen zwar ausgeschrieben, aber erst nach und nach vergeben. So soll volle Kontrolle gewährleistet sein. Landrat Kroder: „Es geht im Augenblick ums seriöse Beantworten der Kostenfrage, noch nicht um ein Ja zum Bau.“

Während Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg – „als Betroffener“ – mahnte, die Ausgaben für den laufenden Betrieb zu berücksichtigen, nicht nur die Herstellungskosten, kritisierte vor allem sein Winkelhaider Kollege das Vorhaben grundsätzlich: „Warum können Schüler das Schwimmen denn nicht im Freibad lernen?“, so Michael Schmidt.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel