Benefizprunksitzung mit Feucht-fröhlich in Röthenbach

Ein Hauch von Veitshöchheim

Die Aktiven der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich brannten zusammen mit ihren Gästen ein wahres Feuerwerk ab. | Foto: Brinek2019/02/faschingsgala-lebenshilfe-feucht-frohlich.jpg

RÖTHENBACH – Veitshöchheim lag am Samstagabend ganz nah an Röthenbach: Etliche Stars der Faschingsszene gaben sich bei der diesjährigen Benefizprunksitzung der Lebenshilfe Nürnberger Land in der Karl-Diehl-Halle ein Stelldichein. Rund fünf Stunden Fasching, die Pascal Czerwek, Präsident der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich mit seinen Aktiven meisterlich gestaltete, waren das Eintrittsgeld wert. Der Erlös des Abends kommt der Lebenshilfe im Kreis zugute, die mit dieser Veranstaltung ihr Festjahr zum 50-jährigen Bestehen eröffnete.

Außerordentlich gut besucht war die Benefizprunksitzung in diesem Jahr. Das umfangreiche Programm umfasste rund 20 Punkte. Formationstänze mehrerer Garden und drei Tanzmariechen wechselten sich ab mit Schautänzen, einem Männerballett und dem Auftritt der Allersberger Flecklashexen. Dazwischen glänzten bekannte fränkische Kabarettisten wie Peter Kuhn, Bernhard Ottinger, Oliver Tissot und Bernd Händel mit spitzer Zunge und begeisterten das Publikum mit hintergründigen Pointen.

Die Liste der Ehrengäste war lang und viel Politprominenz aus dem Landkreis war vertreten. Auch Friseur Marcel Schneider, der für die Lebenshilfe schon etliche Hunderttausend Euro gesammelt hat, war vertreten. Der Vorsitzende der Lebenshilfe im Nürnberger Land, Gerhard John, konnte bei seiner Begrüßung mit Stolz verkünden: „Die Lebenshilfe besteht nun 50 Jahre und das haben wir Menschen wie Ihnen zu verdanken. Nur durch Ihre Spendenbereitschaft lassen sich die vielen Aufgaben stemmen, die der Verein für Behinderte durchführt“. Marlene Mortler MdB, Norbert Dünkel MdL, Landrat und Bezirkstagpräsident Armin Kroder, Hausherr und 1. Bürgermeister Klaus Hacker sowie Marcel Schneider betonten einhellig: „Ohne Engagement der einzelnen Bürger geht es nicht. Wir danken euch allen.“

Die Zeidlergarde bei ihrem Einmarsch. | Foto: Brinek2019/02/faschingsgala-lebenshilfe-zeidlergala.jpg

 

Das kurzweilige Programm kam bestens an. Immer wieder gab es begeisterten Applaus und der dreimalige Schlachtruf „Feucht-fröhlich“ wechselte sich nach jedem Programmpunkt ab mit einer sogenannten „Rakete“ aus Klatschen, Trampeln und Pfeifen. Beeindruckend waren die Tanzmariechen Mara-Fee Schönweiß, Sophie Renner und Vivien Renner mit ihren akrobatischen Darbietungen. Monatelanges Training ist für diese Kunststücke nötig. Auch die Zeidlergarde, die Juniorengarde, das Tanzpaar Max und Loretta und das Männerballett zeigten ein hohes Niveau.

Mit Peter Kuhn hatten die Veranstalter einen Büttenredner engagiert, der mit hintergründigen Texten zum konzentrierten Hinhören zwingt. Diesmal widmete er sich dem Thema „Sicherheit“. Die grünen Pfeile am Boden kennzeichneten normalerweise die Fluchtwege, jetzt führten sie anscheinend zu den „Grünen“ hin und er ergänzte: „Wie muss die Not in Deutschland groß sein!“. Die Verhandlungen zum Brexit kommentierte er mit den Worten: „Rückzieher vom Rückzug“ und zur Sicherheit vor Ort meinte er zweideutig: „Auf der Bühne ist es glatt, wenn man keinen festen Standpunkt hat“.

Bernd Ottinger aus Fürth verriet seinen Heimatort erst nach mehrmaliger Nachfrage und pflegte die uralten Feindseligkeiten zwischen Nürnberg und Fürth. Das Weihnachtslied „Alle Jahre wieder“ ergänzte er mit dem Text: „Alle Jahre wieder kommt der Club in die 2. Liga …..“. Als ihn ein Preuße einmal fragte welche größere Stadt in der Nähe von Fürth liege, antwortete er trocken: „München.“

Wortakrobat Oliver TIssot. | Foto: Brinek2019/02/faschingsgala-lebenshilfe-tissot.jpg

Oliver Tissot glänzte mit seiner Sprach-Akrobatik. Ihm fiel auf, dass in Zeiten der digitalen Netzhacker hier im Saal mit dem Bürgermeister ein solcher „Hacker“ sitze. Bernd Händel imitierte meisterhaft Politiker wie Seehofer, Strauß, Söder oder Wehner. Auch Clubtrainer Köllner oder Bundestrainer Jogi Löw kopierte er sehr real. Seinem ehemaligen Freund Herbert Hisel widmete er eine längere Hommage.

Mit einem grandiosen Finale verabschiedeten sich die Aktiven vom Publikum, das ihre Leistungen mit donnerndem Applaus bedachte.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek