Mehr Einsätze als je zuvor

Rekordjahr für die Laufer Feuerwehr

Stundenlang forderte ein umgekippter Tanklaster bei Tauchersreuth im Juni die Ehrenamtlichen. Rund 10.000 Liter Heizöl mussten in ein anderes Fahrzeug umgepumpt werden. | Foto: PZ-Archiv/Cichon2018/01/Tanklaster-im-Graben-Tauchersreuth-Feuerwehr-Lauf-ci.jpg

LAUF — Ein anstrengendes Jahr liegt hinter der Laufer Feuerwehr. Stolze 326 Mal in den vergangenen zwölf Monaten sind die Ehrenamtlichen ihren Mitbürgern in Notsituationen aller Art zu Hilfe geeilt. Damit wurde die bisherige Höchstmarke von 314 Einsätzen aus dem Jahr 2015 übertroffen.

Zusammen mit den Wehren aus den Laufer Ortsteilen waren es 454 Einsätze im Kalenderjahr (einer weniger als 2015). Den immer weiter ansteigenden Einsatzzahlen entgegenzuwirken, war 2017 ein großes Anliegen der Laufer Feuerwehr. Anlässlich des bereits 200. Einsatzes im August sensibilisierten sie sowohl in der Pegnitz-Zeitung als auch durch einen Beitrag im Franken Fernsehen die Bevölkerung, dass nicht jedes Pannenfahrzeug auf dem Standstreifen einer Autobahn sofort per Handy als brennendes Auto gemeldet werden muss. Besser anhalten und vor Ort nachsehen war die eindringliche Botschaft der Feuerwehraktiven.

Ungeachtet der vielen Einsätze: Die Laufer könnten sich im Notfall rund um die Uhr auf ihre zwölf Freiwilligen Feuerwehren verlassen, betonte der Laufer Kommandant Oliver Heinecke. „Es ist aber auch eine große Aufgabe, diesem Anspruch 365 Tage im Jahr gerecht zu werden“, so Heinecke. „Gerade am Stützpunkt, wo wir fast jeden Tag einmal ausrücken und die Vielzahl der modernen und komplexen Geräte eine sehr intensive Ausbildung erfordert, brauchen unsere Aktiven eine Menge an Organisationstalent, um das alles mit ihrem Berufs- und Privatleben in Einklang zu bringen.“

Doch das Ehrenamt habe auch sehr schöne Seiten. Es sei ein unbeschreibliches Gefühl, einem Menschen erfolgreich aus einer Notsituation zu helfen, so Stellvertreter Daniel Bösch. „Wir können nur jeden ermutigen, sich in seinem Heimatort aktiv im Feuerwehrdienst einzubringen.“

Feuerwehrführung und Stadtverwaltung hätten in den vergangenen zwölf Monaten einiges unternommen, um die Attraktivität des Ehrenamtes weiter zu erhöhen, sagt Bösch. So wurde im März Emuge als erster feuerwehrfreundlicher Betrieb in der Stadt ausgezeichnet, weil er in vorbildlicher Art und Weise über 20 Mitarbeiter für Feuerwehreinsätze freistelle. Die Ehrung langjährig aktiver Kameraden aus allen Ortsfeuerwehren fand im November in einem sehr feierlichen Rahmen erstmals im Wenzelschloss statt.

Welche Einsätze aus 2017 bleiben in Erinnerung? Kurios war etwa die nächtliche Suche nach einem schwelenden Komposthaufen mittels Polizeihubschrauber im Februar in Kotzenhof oder der Regenguss aus einer angefahrenen Sprinklerleitung in einer Laufer Tiefgarage im Oktober. Als besonders anspruchsvoll gestalteten sich unter anderem mehrere außergewöhnliche Rettungsmanöver mit der Drehleiter.

Zum Jahresanfang forderte ein Schwelbrand in der Wand eines historischen Fachwerkhauses in Bullach bei Temperaturen von 18 Grad unter Null die Ehrenamtlichen. Um an Wasser für die Löscharbeiten zu kommen, mussten zugefrorene Hydranten nachts mittels einer Axt vom Eis befreit werden.

In Bullach mussten im Januar bei minus 18 Grad Celsius Hydranten vom Eis befreit werden. | Foto: Feuerwehr2018/01/brand-Bullach-Hydrant-von-Eis-befreien-Foto-Feuerwehr-Lauf.jpg

Im Juni stürzte ein Tanklastzug in ein Getreidefeld bei Tauchersreuth. Stundenlang waren die Feuerwehren Beerbach, Günthersbühl und Lauf gefordert und mussten den Tank behutsam mit Spezialgeräten aufsägen, um den Inhalt – 10. 000 Liter Heiz­öl – in ein Ersatzfahrzeug umzupumpen. Die aufwendige Bergung des Lastwagens war nur einer von sechs Einsätzen in und um Tauchersreuth, die allesamt von den Wehren aus Beerbach und Günthersbühl übernommen wurden. Die Freiwillige Feuerwehr des Ortsteils Tauchersreuth musste mangels aktiver Mitglieder zum Jahresbeginn 2017 aufgelöst werden (die PZ berichtete).

Ein lästiges Thema aus Sicht der Ehrenamtlichen war das Verständnis der Verkehrsteilnehmer bei Absperrmaßnahmen durch die Feuerwehr. „Wir stehen dort nicht zum Spaß“, mahnt Heinecke. Er beobachtete „einen zunehmenden Egoismus, weil augenscheinlich unter Zeitdruck sowohl abgesicherte Unfallstellen durchfahren als auch die Rettungsgasse im Schlepptau unserer Einsatzfahrzeuge durch Privatleute missbraucht wurde.“

N-Land Pegnitz-Zeitung
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