Post sucht nach Lösung für Shop-Filiale

Reichenschwand: Briefmarken bald aus dem Container?

Noch weist ein gelbes Postschild auf die Shop-Filiale an der B 14 hin (ganz oben). Wo es in Reichenschwand ab 2017 leuchtet, ist noch unklar. | Foto: A. Pitsch2016/10/7480899.jpeg

REICHENSCHWAND – Der eine würde gerne, aber darf nicht, und die anderen wollen nicht: Jetzt muss die Deutsche Post ihre Shop-Filiale in Reichenschwand doch selbst weiterbetreiben – zumindest vorerst.

Denn der aktuelle Agentur-Partner der Post stellt seinen Dienst zum Jahresende ein. Es ist damit bereits das vierte Mal, dass das Brief- und Paketunternehmen im Dorf einen neuen Standort sucht – früher noch mit Postbank, seit einigen Jahren nur noch als Shop-Filiale für Briefe und Pakete. Bürgermeister Bruno Schmidt bedauert das sehr: „Wir haben da aber keinen Einfluss drauf und die Gemeinde selbst darf die Post nicht übernehmen.“

Gleiches gilt für die Banken im Ort. Bäcker, Metzger und Gärtnerei haben kein Interesse an zusätzlicher Arbeit. Schmidt kann das nachvollziehen: „Der jetzige Betreiber hört ja nicht damit auf und schließt seinen Laden, weil er zu viel Gewinn gemacht hat.“ Dass dem so ist, wundert den Bürgermeister wenig, schließlich rüste die Post vielerorts auf Paketstationen um, die Bank wurde hier auch aufgegeben, die Öffnungszeiten der Filiale waren laut Schmidt ebenfalls nicht besonders kundenfreundlich. Ob es da wirklich noch eine Post braucht, fragt sich Schmidt da schon.

Laut Erwin Werthmann vom Key Account Management der Post verlief „die intensive Suche der zuständigen Filial-Gebietsleitung Nürnberg nach einem neuen Agentur-Partner bis zum heutigen Tag erfolglos“.

Denn der einzige, der den Job eigentlich gerne übernehmen würde, ist „Limbo’s Lottoladen“-Besitzer Markus Birner. Weil er aber bereits Vertragspartner von Hermes ist und in seinem Geschäft deren Paketshop betreibt, darf er nicht. „Ich würde es wirklich gerne machen, aber Hermes und Post unter einem Dach, das ist vertraglich verboten“, erklärt er.

Also muss die Post selbst ran – und das tut sie. In einem Schreiben an Schmidt bekundet
Werthmann, dass die „postalische Infrastruktur“ weiterhin sichergestellt werden soll. Daher ist er auf der Suche nach einer geeigneten Mietfläche im Dorf und bittet den Bürgermeister gleich um Mithilfe, damit Räumlichkeiten „befristet als Interimslösung“ angemietet werden können, die „dann mit eigenem Personal betrieben werden sollen“.

Mit eigenem Personal

Eröffnen soll die neue Filiale nämlich bereits Mitte Dezember. Findet sich aber auch kein Vermieter, dann hat Werthmann noch eine Idee in petto: ein Container von drei mal sechs Metern. Hier wünscht der Postbeauftragte, dass Schmidt ihm eine geeignete Stellplatzfläche anbietet – am besten auf den Rathausparkplatz. Hier wäre der Mitarbeiter dann rasch zur Toilette gelaufen, die es im Container nicht gibt. „Wir werden das mit einem Standort prüfen“, sagt Schmidt.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch