Kryptowährung nur für Spekulanten

Raiba-Chef warnt vor Bitcoins

Der Bitcoin - nur für Spekulanten geeignet, findet Raiba-Boss Göhring | Foto: fotolia2018/03/Fotolia_193606685_Subscription_Monthly_M.jpg

FEUCHT – Mitte Dezember 2017 lässt die Börse von Chicago den Handel von Bitcoin-Futures zu. Damit ermöglicht sie Wettgeschäfte auf sinkende und steigende Kurse der Kryptowährung Bitcoin. Die Anleger drehen schier durch, der Kurs schießt durch die Decke und Manfred Göhring dreht es beinahe den Magen um. Der Vorsitzende der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht steht Kryptowährungen wie dem Bitcoin äußerst skeptisch gegenüber.

„Die Bevölkerung braucht so eine Kryptowährung nicht, sondern freies Spekulantentum, das unkontrollierte Bereiche sucht“, meint Göhring und vergleicht den Hype mit dem Geschehen am Neuen Markt bis 2003. Damals legten die Aktien zahlreicher Firmen zunächst rasant zu, ehe sie binnen zweieinhalb Jahren über 96 Prozent ihres Wertes verloren und Unternehmen wie private Anleger in die Pleite rissen.

Warten auf den Knall

Auch bei den Kryptowährungen wartet Göhring nun auf den Knall. Denn über den Preis entscheiden allein Angebot und Nachfrage. Hinter Bitcoin stehen weder Regierungen noch Zentralbanken. Damit dürfte sich die Währung schwer tun, die Akzeptanz der Bevölkerung zu gewinnen.

Oder könnten Staaten eines Tages die Währung doch als Zahlungsmittel anerkennen? „Ich glaube nicht“, sagt Göhring. „Aber hätte ich vor ein paar Jahren einen amerikanischen Präsident wie Donald Trump für möglich gehalten?“ Dennoch hofft er, dass sich die Vernunft durchsetzen wird. Solange versuchen seine Mitarbeiter und er, ihre Kunden über die Risiken von Bitcoins aufzuklären.

Nachdem sich der Bitcoin-Kurs im Dezember zunächst fast verdoppelt hatte, sank er bis Monatsende etwa auf Ausgangsniveau zurück. Dieses hat er inzwischen sogar unterschritten und wartet auf den nächsten Hype.

N-Land Christian Geist
Christian Geist