Einweihung des neuen Rathauses

Pommelsbrunner Festtag

Symbolisch erhielt Bürgermeister Jörg Fritsch (4. v. l.) den Schlüssel von den Architekten Jochen Sörgel und Ulrich Wendland (2. u. 3. v. l.). Die Pfarrer Roland Klein (l.) und Johannes Schroll (r.) überreichten ihm ein ökumenisches Holzkreuz fürs Rathaus. Zweiter von rechts: Landrat Armin Kroder. | Foto: Michael Scholz2017/07/rathaus-pomm.jpg

POMMELSBRUNN – Mit Blick auf den Festgottesdienst und die Festreden ging es schon ganz gut los mit dem neuen Pommelsbrunner Rathaus. Das Interesse an der Einweihung und am neuen, modernen Gebäude war groß, wie sich am gestrigen Sonntag zeigte. Und auch die Stimmung war entspannt und gut. Dafür sorgten viel Musik sowie launige und wertschätzende Redner.

Der Hinweis fehlte nicht: Das neue Gebäude an der B14 ist das Rathaus der Großgemeinde, also aller 22 Ortsteile. Entsprechend waren neben den Ehrengästen den aktuellen und früheren Gemeinderäten auch Vertreter von Vereinen aus den zugehörigen Dörfern gekommen. Sinnbildlich kann auch der vielstimmige Bläserklang während des ökumenischen Gottesdienstes interpretiert werden: Die Posaunenchöre aus Pommelsbrunn, Hartmannshof, Hohenstadt und Eschenbach spielten bestens zusammen — unter der Leitung von KMD Karl Schmidt und Katharina Polster.

Die allgemein spürbare Harmonie gefiel auch Landrat Armin Kroder, wie er in seinem Grußwort sagte. Dazu lieferten die Bläser festlichen Schwung und von zeremonieller Steifheit war auch bei der freundlich kollegialen Art der beiden Pfarrer Johannes Schroll und Roland Klein keine Spur. Sie wünschten dem neuen Rathaus den guten „Geist Gottes“. Sie erinnerten auch daran, dass das Zelt, in dem sie Gottesdienst feierten, „auf dem Boden des ehemaligen Rathauses“ stand.

Bürgermeister Jörg Fritsch ging in seiner Festrede darauf ein. Gemeinsam hätten sich alle 2014 für diese „wirtschaftlichste Lösung“ entschieden: Abriss des alten Rathauses und Neubau eines zeitgemäßen, geräumigeren Verwaltungssitzes für insgesamt 2,7 Millionen Euro. Er sei modern und füge sich gut in die Umgebung ein. Dies sei auch als „Symbol und als Schritt in die Zukunft“ zu sehen, meinte Fritsch. Der Kosten und Zeitrahmen sei eingehalten worden und daran hätten viele Anteil.

So lobte Fritsch alle am Bau Beteiligten: den „sachorientiert und zielführend“ arbeitenden Gemeinderat, seinen ihm stets zur Seite stehenden Stellvertreter Reinhard Weih, Bautechniker Erwin Bleisteiner und Kämmerer Markus Gnan. Auch die Kooperation mit Architekt Jochen Sörgel sei sehr konstruktiv gewesen. So sei ein „Zentrum lebendigen Bürgersinns“ entstanden, ein „Symbol für die „kommunale Selbstverwaltung“. Dies sei für Pommelsbrunn ein historischer Tag.

Landrat Armin Kroder bestätigte ihn: „Eine Rathauseinweihung ist ausgesprochen selten“, stellte er fest. Er zeigte sich beeindruckt vom ökumenischen Gottesdienst und — mit einem sympathisierenden Lächeln — von der Fürsorge der beiden Pfarrer für die Gläubigen, die sogar bis hin zum Hinweis reichte, dass beim Gebet die Außensitzenden auf den Bierbänken bitte zuerst aufstehen mögen.

Als ernstes Thema griff Kroder Fritschs Wort vom Rathaus als Symbol auf. Er sei jeden Tag froh, sagte der Landrat, in einem freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat geboren worden zu sein, wie Milliarden andere Menschen auf der Erde nicht. „Auch dafür dient ein Rathaus“, sagte Kroder: als Ort für Demokratie und Bürgerinteressen. Er wünschte, dass hier weiterhin „gemeinsam für das Wohl der Pommelsbrunner“ gearbeitet wird.

Dann wurde der Landrat launig: Pommelsbrunn sei ja eine ganz besondere Gemeinde. Hier sei der Neandertaler-Zahn gefunden worden, was beweise, dass der nachweislich älteste Bayer ein Franke gewesen sei. Dies erzähle er immer wieder gerne bei Auftritten unter stolzen Oberbayern.

Architekt Jochen Sörgel erinnerte daran, dass im alten Rathaus eine harmonische Arbeitsatmosphäre geherrscht habe. Er wünschte, dass dieser „gute Geist“ mit ins neue Gebäude umgezogen ist. Die beengten Verhältnisse seien jetzt Vergangenheit.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz