La Brass Banda in Hartmannshof

Im Blech-Rausch

La Brass Banda in Aktion | Foto: A. Pitsch2017/06/IMG_1162.jpg

HARTMANNSHOF – Aus einer Bierlaune heraus hatte sich die Arge Hartmannshof anlässlich 30 Jahre Kirwa bei „La Brass Banda“ für deren Bierzelttour beworben. Rund ein Jahr später herrschte in Hartmannshof wieder Bier- und vor allem allerbeste Feierlaune, denn die sympathisch-lässigen Musiker brachten das Zelt zum Kochen – und gefühlt waren alle da.

Kaum hatte der Einlass begonnen, strömten die Menschen – teils in Tracht – aus allen Richtungen zum Festplatz. Dort gaben die „Dorfheiligen“, eine Blechblasgruppe aus dem Allgäu, open-air einen kleinen Vorgeschmack auf den späteren Abend. Aktuelle Chartsongs, Partyhits und Schlager in feinem Bläsergewand brachten zum Beispiel die Hartmannshofer Kirwa-Buam schon zum Tanzen.

Die meisten anderen genossen den Plausch in der Sonne oder hielten nach Bekannten Ausschau. Denn lustige, freudige und überraschende Begegnungen waren an der Tagesordnung: Lehrer, wie Barbara Raub, trafen auf aktuelle und ehemalige Schüler, eine ältere Dame erkannte eine Kameradin aus Grundschulzeiten wieder. Alt und Jung sowie ganz verschiedene Typen kamen im Zelt zusammen. „Naja, zur Kirwa geht auch fast jeder“, meinte Cornelia Ohr aus Reichenschwand. Sie war mit Mann Hermann Raum gekommen, weil sie die Band aus dem Radio kennt, und freute sich über die „tolle Sache“.

Ein oder zwei Lieder hatten auch Evi Pürner mit ihren Kindern angelockt. Sie hatten sich gleich einen Platz in der ersten Reihe gesichert: „Da ist die Stimmung am besten und man bekommt am meisten mit.“ Und man kann Stefan Dettl & Co. auf die Finger schauen – das wollte vor allem ein Pürner-Sohn, der selbst Musiker ist. Unter die vielen Neugierigen mischten sich auch echte Fans, die an ihren Shirts zu erkennen waren. So unterschiedlich die rund 2000 Menschen auch waren, eines war allen gemein: Sie warteten gespannt auf die Stars des Abends.

Die tollten derweil auf der Wiese hinter dem Zelt herum – barfuß natürlich – und stimmten kurzzeitig mit ihren Instrumenten in ein Lied der Vorband „Caravan Sun“ aus Australien ein – „ganz easy“, wie Dettl zu sagen pflegt. Während die „Aussies“ ihrer Rolle als Anheizer mehr als gerecht wurden, füllte sich das Zelt rasch. „Caravan Sun“ brach mit dem bisher Gehörten, brachte die Menge aber mit einer manchmal abgespaceten Mischung aus Ska, Polka und lässiger Surfer-Mucke zum Wippen und Klatschen. Dennoch war es spürbar, dass alle auf den Auftritt von „La Brass Banda“ hinfieberten.

Also wurde in Windeseile die Bühne umgebaut. Während die Roadies für die Stars Setliste, Wasser und Handtücher akribisch bereitlegten, mussten die Australier ihre Instrumente und Kabel selbst zusammenräumen. „La Brass Banda“ jammten sich derweil warm. Und dann ging die Party mit fettem Bläsersound ab! Von Anfang an sprangen und feierten die Konzertbesucher, dass die Holzplanken bebten.

„Es gibt etz zwei Stunden Umanandaspringa und voll Neiblasen“, versprach Sänger Dettl, der beinahe Skat-Gesang zum besten gab, so schnell haute er die bayerischen Verse raus. Und es folgte Lied auf Lied in bayerischem Techno, mit Ska-, Reggae- und Metal-Einflüssen. Sogar HipHop verpackten die Musiker gekonnt in Blech und gaben dabei Vollgas. Tuba-Spieler Stefan Huber schwitzte mit hochrotem Kopf schon beim dritten Song.

Dettl lenkt Masse
Doch nicht nur als Vollprofis in Sachen Musik erwiesen sich die Jungs, vor allem Dettl präsentierte sich als Entertainer par excellence: Der Band-Pate des Hartmannshofer Konzerts brachte das Publikum dazu, mitzusingen, sich gegenseitig zu umarmen, zu Yoga-Übungen und „uncoolem“ Tanzen. Und nicht nur „La Brass Banda“ hatte dabei jede Menge Spaß, sondern auch die völlig begeisterten und von der Atmosphäre berauschten Menschen.

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N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch