Kleinere Schäden in Hersbrucker Schweiz

Egon bläst scharf

Im Steinbergweg in Hersbruck fiel dieser Baum auf ein Auto. | Foto: Feuerwehr2017/01/egon.jpeg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Der Sturm Egon pfiff Freitagfrüh auch heftig durch die Hersbrucker Schweiz, Bäume fielen, aber zu schweren Unglücken kam es nicht. Den größten Schaden richteten die Orkanböen um 6 Uhr früh im Steinbergweg an: Dort rauschte ein Baum auf ein Auto. In Kainsbach und Hartmannshof kam es zu kleinen Verkehrsunfällen.

Etwa zwölf Meter lang war der Laubbaum, der zu Beginn des Sturms entwurzelt wurde und im Steinbergweg auf einen geparkten Dienstwagen rauschte. Die Polizei geht von 15 000 Euro Schaden aus. Ein zweiter Pkw wurde leicht beschädigt. Verletzt hat sich dabei niemand. Der dort wohnende Besitzer des Dienstautos fuhr den Wagen selbst unter dem Stamm hervor.

Als die Feuerwehr eintraf, musste sie lediglich noch die Kettensäge anwerfen und die Durchfahrt freimachen. Nach einer halben Stunde war diese Arbeit erledigt, ebenso wie bei der zweiten größeren Blockade direkt neben der Wache: Kurz nach 8 Uhr fielen jeweils ein kleinerer Baum auf die B 14-Auf- und ein anderer auf die
 Abfahrt.
Diese Einsätze sind nur Beispiele einer ganzen Reihe. Zehn Mal rückten Feuerwehren wegen des Sturms aus: Zwischen 6.54 und 15.02 Uhr außer in Hersbruck noch in Artelshofen, Hartmannshof, Neuhaus, Grünreuth, Ellenbach, Enzendorf, Eschenbach und Pommelsbrunn. Am häufigsten freilich bis 9 Uhr, bis sich das Wetter allmählich beruhigte.

Container auf der Straße
In Kainsbach blies Egon um 7 Uhr einen Altkleidercontainer vom Hang an der Schlossleite auf die Schupfer Straße. Ein 24-jähriger Kombifahrer sah ihn zu spät und stieß mit der rechten Front dagegen. Schaden insgesamt: 4500 Euro. In Hartmannshof stürzte um 7.40 Uhr auf der Straße Richtung Waizenfeld unmittelbar vor einem 33-jährigen Autofahrer eine Fichte auf den Asphalt. Der Mann aus der Gemeinde Pommelsbrunn konnte nicht mehr bremsen und holperte darüber. Der Totalschaden am Pkw beträgt 6000 Euro. Etliche Hindernisse, wie Mülltonnen oder Planen, verwehte es. Die Hersbrucker Polizei berichtete von einem Trampolin, das sich in einem Garten in der Sandgasse verselbstständigt hatte und auf der Straße landete. In der Nürnberger Straße flatterte die Fahne eines Einkaufsmarktes davon, die der Marktleiter aber wieder einfing.

Stromausfälle gab es in der Hersbrucker Schweiz keine, zumindest keine größeren, wie etwa im Landkreis Fürth. Dort funktionierte in Puschendorf, Tuchenbach sowie Teilen von Obermichelbach und Veitsbronn von 5.37 bis kurz vor 8 Uhr kein verkabeltes Elektrogerät. Die N-ergie hatte alle Hände voll zu tun: im Nürnberger Land zwischen 6.13 und 9.19 Uhr in Schönberg, wo ein Freileitungsmast beschädigt war.

Kein Stromausfall
Im Gegensatz dazu konnte Hersbrucks Stadtwerke-Chef, Harald Kiesl, sagen: „Es ist ruhig.“ Das kommt daher, weil die Hewa außer zwischen Ellenbach und Leutenbach keine Freileitungen mehr hat. So bekam der Versorger zwar die Netzschwankungen der vorgelagerten N-ergie mit, aber zu größeren Ausfällen sei es nicht gekommen. Lediglich sehr sensible Geräte streiken dann, dies sei aber nur bei zwei Firmen in Hersbruck der Fall gewesen. Otto Normalverbraucher bekomme dagegen nicht mit, so Kiesl, wenn die Leitung, wie gestern früh durch Egon, eine Millisekunde unterbrochen ist.

In Lauf gab es einen spektakulär klingenden Vorfall. Im Krankenhaus blieb eine Frau wegen eines Stromausfalls im Aufzug stecken. Sie konnte aber bald wohlauf befreit werden. Im Laufer Stadtgebiet fielen ebenfalls Bäume: in der Christian-Schwab-Straße auf ein Auto, in der Wiesenstraße und Am Bitterbach sogar auf Häuser. An der Urlasstraße riss der Sturm sogar das Blechdach eines Wohnhauses los.
In Röthenbach deckte Egon in der Friedrich-Wittmann-Straße das Dach eines kleineren Aufzuggebäudes auf einem zwölfstöckigen Hochhaus ab. 50 Quadratmeter Bitumen, Dämmplatten und Metalleinfassung hoben ab, ein Teil blieb oben liegen, ein anderer hing an der Hauswand, wovon Stücke hinunterfielen. Die Wehr löste einen kontrollierten Absturz aus.

Insgesamt war die Feuerwehr im Nürnberger Land 33 Mal wegen Egon unterwegs. Verletzt hat sich niemand. Kreisbrandinspektor Peter Schlerf, der gestern den Überblick über das Geschehen im ganzen Landkreis hatte, wusste von keinem besonders schwierigen Fall: „Das Übliche bei Sturm“, sagte er, „kleinere Bäume und herabgefallene Äste“.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz
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