Meerschweinchen im Kofferraum

Polizei stoppt illegalen Tiertransport in Schwaig

Das Foto zeigt eines der Meerschweinchen, die überlebt haben. | Foto: Tierheim Hersbruck2018/08/Illegaler-Tierttransport-Meerschweinchen-Foto-Tierheim-Hersbruck.jpg

SCHWAIG/HERSBRUCK — Einen illegalen Tiertransport mit sieben Meerschweinchen hat die Polizei gestern am späten Nachmittag an der Aral-Tankstelle in Schwaig gestoppt. Zwei der Tiere waren bereits an einem Hitzschlag verendet.

An der Tankstelle in Schwaig kontrollierte die Polizei am späten Dienstagnachmittag den Wagen eines 50-Jährigen und entdeckte die Meerschweinchen im Kofferraum. Der Mann wollte die Tiere von Tschechien nach Köln bringen. Dabei waren sie in viel zu kleinen Papierboxen ohne Wasser und entgegen jeglicher Tierschutzbestimmungen eingepfercht, berichtete das Hersbrucker Tierheim, das die Meerschweinchen aufnahm.

Zwei Tiere an Hitzschlag verendet

Die Tiere wurden sofort aus dem heißen Auto befreit und mit Wasser und kühlen Lappen versorgt. Wegen der hohen Temperaturen im Wageninneren waren zwei der Tiere bereits während der Fahrt verendet. Das Veterinäramt und das Hersbrucker Tierheim wurden dazugerufen.

Noch vor Ort wurden die Meerschweinchen mit kühlen Lappen versorgt. | Foto: Tierheim Hersbruck2018/08/Illegaler-Tiertransport-Schwaig-Foto-Tierheim-Hersbruck.jpg

Bei vier der Tiere handelt es sich um Nacktmeerschweinchen. Deren Zucht gilt in Deutschland als Qualzucht, erklärte Dr. Elke Spengler-Wieber vom Veterinäramt in Lauf. Dabei wird bewusst in Kauf genommen, dass bestimmte Merkmale angezüchtet werden, die dem Tier zum Beispiel Schmerzen verursachen oder Verhaltensstörungen hervorrufen. Deshalb ist das Handeln mit Nacktmeerschweinchen strengstens verboten, so Spengler-Wieber weiter.

Die Mitarbeiter des Hersbrucker Tierheims kümmerten sich bis in die Nacht hinein um die Meerschweinchen und versuchten deren Körpertemperatur herunterzukühlen. Erschwerend kam hinzu, dass alle Tiere dehydriert waren, und daher noch nicht außer Lebensgefahr sind, berichtete Martina Höng vom Hersbrucker Tierheim. Die Zukunft der Tiere bleibe zudem ungewiss, denn der Besitzer hat Anspruch auf sie. Die Polizei ermittelt nun nach Abstimmung mit dem Veterinäramt nach tierschutzrechtlichen Bestimmungen gegen den 50-Jährigen.

N-Land Pegnitz-Zeitung
Pegnitz-Zeitung