Max Greger junior in Schnaittach

Perfekter Entertainer

Max Greger junior mit seiner Band. Das Trio begeisterte das Publikum im Schnaittacher Badsaal. | Foto: Dorn2018/09/Max-Greger-Schnaittach-Foto-Dorn-1.jpg

SCHNAITTACH — Zum Beginn der Spielsaison 2018/19 im Schnaittacher Badsaal servierte der scr-kultur-pur einen musikalischen Leckerbissen: Max Greger junior am Piano, Markus Schlesag mit Kontrabass und Gerald Braumandl am Schlagzeug – drei Musiker, von denen jeder reichlich Erfahrung in internationalen Formationen gesammelt hat. Das hört man, und das hört man gern.

Der gut besuchte Badsaal summt vor Erwartung. Schließlich ist Max Greger ein Name, der die Musik der jungen Bundesrepublik Deutschland mit geprägt hat. Heute Abend steht aber der Sohn auf der Bühne. Wenngleich er denselben Namen trägt und seinem Vater sehr ähnlich sieht, ist der Unterschied doch augenfällig. Max Greger senior verbindet man mit einem Big-Band-Orchester, der Junior kommt mit zwei weiteren Mitspielern aus. Doch das, was das Trio in die Ohren der Zuhörer zaubert, ist musikalisches Entertainment in Vollendung.

Unprätentiös und in schlichtem Grau kommen die drei auf die Bühne und legen schwungvoll mit dem von George Gershwin komponierten Swing „Lady be good“ los. Es braucht nur das eine Stück, und Publikum und Musiker sind aufeinander eingestimmt; schon beim zweiten wippen die Beine im Takt mit.

Max Gregers Finger gleiten über die Tasten, erzeugen perlende, leichte, eingängige Tonfolgen, die sich in den Gehörgang schmeicheln oder hämmern den Rhythmus mit präzisem, hartem Anschlag gegen das Trommelfell.

Soli auf dem Kontrabass

Zwischendrin glänzt Markus Schlesag, der mit Max Greger jun. vor 18 Jahren in der Schnaittacher Kulturscheune seinen ersten Auftritt hatte, mit kurzen, feinen Soli auf dem Kontrabass, dem er Töne entlockt, die kaum jemand diesem Instrument zuweisen würde.

Perfekt abgestimmt bedient Gerald Braumandl die Schießbude, wechselt im Stück von den Sticks zu den Besen und fasziniert mit rasanten Einlagen voll subtiler Raffinesse (exzellent demonstriert bei Duke Ellingtons „Caravan“). Das aufmerksame Publikum honoriert die Intermezzi mit reichlichem Applaus und beifälligen Pfiffen, ebenso wie jede einzelne Nummer.

Das Programm ist gespickt mit eingängigen Melodien, zu denen auch die „Schwarzwaldfahrt“ von Horst Jankowski (mit dem Max Greger junior auch schon gespielt hat) und „Der Sommerwind“ des Nürnberger Komponisten Heinz Meier, das Frank Sinatra zu einem Welthit machte, gehören. Es sind abwechslungsreiche, eine positive Stimmung erzeugende Stücke, bei denen gehörig improvisiert wird, was leicht und spielerisch daherkommt, aber viel Gespür und Übung voraussetzt. Sehr angenehm ist auch die sauber eingestellte Soundanlage, die jedes Instrument klar zur Geltung kommen lässt, aber weder die Ohren strapaziert noch den Kopf zudröhnt.

Zum Finale singt Max Greger das mitreißende Loblied auf die „Route 66“, und als Zugabe gibt es „Up to date“, das viele als Titelmelodie vom „aktuellen Sportstudio“ kennen, die Thomas Reich komponiert und Max Greger senior 1963 eingespielt hat. Wiederholung gewünscht.

N-Land Reinhard Dorn
Reinhard Dorn