Störungen durch Schaden an Leitung

Tagelang offline und ohne Telefon

Seit Wochen werden an der B 14-Baustelle zwischen dem Gewerbegebiet Bräunleinsberg und Ottensoos Leitungen verlegt. Ob die Telefonstörungen damit zusammen hängen, konnte bis gestern nicht geklärt werden. | Foto: Archiv/Fischer2017/04/b14-neubau-ottensoos-leitungen-fi.jpg

OTTENSOOS — Belegt statt Freizeichen. Über eine Woche lang waren  Telefonleitungen in Ottensoos gestört, im Gewerbegebiet am Bräunleinsberg war auch das Internet betroffen. Feuchtigkeit in einer Muffe soll dafür verantwortlich gewesen sein, sagt die Telekom.

Manfred Scharf ist frustriert. „Wir können kein Material ordern, Kunden können uns nicht erreichen, Bestätigungen für Aufträge kommen nicht durch.“ Scharf ist Inhaber von Gruber und Scharf. Die im Gewerbegebiet am Bräunleinsberg ansässige Firma produziert und vertreibt Fenster. „Wir sind auf den Kundenkontakt extrem stark angewiesen“, sagt Scharf. Umso schwerer wiegt es, dass von Donnerstag vergangener Woche bis Mittwoch das Internet streikte. Ebenfalls seit Donnerstag bis Dienstagmittag war die Firma übers Festnetz und Fax nicht zu erreichen.

Das Unternehmen ist nicht allein. Weitere Betriebe am Bräunleinsberg wie Getränke Ziegler waren betroffen, zumindest die Telefonstörung beeinträchtigte in Ottensoos und dem Ortsteil Rüblanden auch viele Privathaushalte, die Gemeindeverwaltung und die Grundschule. Ursächlich für die Störungen ist offenbar ein Schaden an der Leitung, die von Lauf aus an der B 14 entlang zum Gewerbegebiet am Bräunleinsberg und nach Ottensoos geht.

„Das ist eine Katastrophe“, beschreibt Bürgermeister Klaus Falk die Situation. Seit Dienstag vergangener Woche seien die Probleme bekannt, aber behoben wurden sie tagelang nicht. Er sei jemand, der bei Konflikten versuche, ausgleichend auf andere einzuwirken, so Falk. Aber allmählich habe er die Geduld mit der Telekom verloren. „Die Informationspolitik ist unzureichend“. Täglich beschwerten sich etliche Bürger bei ihm. Wobei die Störungen in Ottensoos kurioserweise mal diesen, mal jenen Straßenzug betrafen. Die Gemeindeverwaltung etwa war am vergangenen Freitag nicht zu erreichen. Am Montag ging das Telefon wieder. Umgekehrt lief es bei der örtlichen Schule.

Besonders betroffen, das weiß auch Falk, waren die Betriebe. Dass etwa Gruber und Scharf tagelang nicht online gehen kann, ist mehr als nur ein Ärgernis. Es kostet Geld, weil Aufträge nicht eingehen oder nicht rechtzeitig bearbeitet werden können. Wie hoch der Schaden liegt, kann Inhaber Scharf nicht genau sagen. „Auf jeden Fall im vierstelligen Bereich“, schätzt er. Die Firma ging teilweise dazu über, notwendige Materialbestellungen per Hand auszufüllen, per Handy abzufotografieren und auch übers Mobiltelefon zu verschicken. Auch Überweisungen mussten wieder per Hand ausgefüllt und zur Bank gebracht werden.

Die Störungsstelle der Telekom verwies ihn darauf, dass er Regressansprüche geltend machen könne. „Aber das ist schwierig. Wie kann ich Ausfälle beweisen? Das sind nur Schätzungen“, so der Inhaber.

Auch Klaus Endres, Geschäftsführer von Getränke Ziegler, der unter anderem Großkunden wie Rewe oder Edeka beliefert, klagt über massive Probleme. Seit Dienstag vergangener Woche fiel das Telefon immer wieder aus, mal für acht Stunden, mal für einen ganzen Tag. Die Internetverbindung über DSL fällt komplett aus. Bestellungen wickelte der Betrieb über Mobiltelefone ab, dank einer mobilen Internetleitung lief der Betrieb grundsätzlich weiter. Weil bestimmte Aufträge aber nicht bearbeitet werden konnten, geht auch Endres von Gewinneinbußen im vierstelligen Bereich aus. Auch er will von der Telekom entschädigt werden.

Am Mittwochnachmittag teilte die Telekom auf Anfrage der Pegnitz-Zeitung mit, durch eindringende Feuchtigkeit in eine Muffe sei es bei Umschaltearbeiten zu Verzögerungen gekommen. Die Störung solle seit Mittwochabend, 18 Uhr, behoben sein. Am Donnerstag waren die Probleme nach Informationen der PZ behoben.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer