Große Investitionen bleiben 2017 aus

Ottensoos füllt das Gemeinde-Sparschwein

Das Ottensooser Feuerwehrhaus am Dorfweiher hat bald ausgedient. In den kommenden Jahren soll an anderer Stelle ein größeres Gebäude gebaut werden, das auch den Bauhof der Gemeinde beinhalten soll. | Foto: Kirchmayer2017/04/Feuerwehrhaus-Ottensoos-fur-Haushalt.jpg

OTTENSOOS — Sparen statt investieren lautet 2017 das Credo in Ottensoos. Der Haushalt der Gemeinde sieht heuer keine großen Ausgaben vor. Alle Fraktionen freuen sich über sprudelnde Einkommens- und Gewerbesteuereinnahmen.

Große Einigkeit herrschte am Mittwochabend bei der Verabschiedung des Ottensooser Haushalts im Gemeinderat. Einstimmig und ohne Diskussionen wurde das Ende März vorberatene Papier durchgewunken, die Fraktionssprecher äußerten sich fast unisono. „Die positive wirtschaftliche Stimmung in Deutschland ist auch prägend für Ottensoos und Rüblanden“, so Birgit Heinsohn von der SPD, die sich genau wie die anderen Räte über hohe Steuereinnahmen freute. „Die gesamte Finanzsituation sehen wir sehr positiv“, so Heinsohn.

Ein Satz, der auch von Tanja Riedel (CSU) hätte stammen können. Auch sie betonte die „sehr gute Wirtschaftslage“. Der Haushalt sei „zielbewusst geplant“ und bereite „wichtige Zukunftsprojekte vor“, vor allem das Kronenbräu-Areal im Ortskern. „Es ist auch mal gut, durchzuatmen und das Sparschwein zu füllen“, ergänzte Hans-Helmut Schmidt (Freie Wähler). Ein Umstand, den auch der Bürgermeister betonte. „Wir nehmen keinen Euro an neuen Schulden auf“, freute sich Klaus Falk (CSU). Es handele sich um einen „Haushalt zum Durchschnaufen“, bilanzierte er. 2017 würden die Weichen für die folgenden Jahre gestellt, so Falk.

Mit nennenswerten Ausgaben hält sich Ottensoos 2017 deutlich zurück. „Es gibt keine größere Maßnahme, die den Haushalt belastet“, so Kämmerer Jochen Häberlein bei der Vorstellung des Zahlenwerks.

Im Vergleich zu 2016 nimmt Ottensoos im Vermögenshaushalt über 600 000 Euro weniger in die Hand. Das Volumen des Gesamthaushalts schrumpft entsprechend um über 500 000 Euro auf jetzt 5,24 Millionen Euro. Einer der großen Posten im Vermögenshaushalt ist das laufende Breitbandförderverfahren, das mit 141 000 Euro zu Buche schlägt – gefördert mit 99 000 Euro durch den Freistaat. Bis spätestens März 2018 bekommt beispielsweise der Ortsteil Rüblanden Glasfaser-Kabel durch die Telekom.

Rund 1,47 Millionen Euro nimmt Ottensoos 2017 durch die Einkommenssteuer ein. Das sind 79 000 Euro oder 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Verwaltung erwartet diesmal Gewerbesteuereinnahmen von 750 000 Euro – 2016 plante Kämmerer Jochen Häberlein mit derselben Summe, die dann um 250 000 Euro übertroffen wurde.

Unter den laufenden Kosten ist das Gemeindepersonal mit rund 610 000 Euro einer der größten Posten. Der Unterhalt von Straßen, Grünanlagen, Wasserversorgung und Co. kostet 135 000 Euro. Rund 320000 Euro bezahlt die Gemeinde dem evangelischen Haus für Kinder im Ort und anderen Kindergärten für die Betreuung der jüngsten Ottensooser.Die Kreisumlage, ein Betrag, den jede Kommune an den jeweiligen Landkreis bezahlen muss, ist auf über eine Million Euro gestiegen – ein Rekord. Das liegt an den erhöhten Steuereinnahmen der Gemeinde, nach denen sich die Höhe der Umlage richtet.

Was passiert mit dem Geld, das Ottensoos heuer nicht in große Baumaßnahmen steckt? Rund 116 000 Euro werden zur Schuldentilgung verwendet. Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt dadurch auf 296 Euro zum Jahresende. 523 000 Euro werden der kommunalen Rücklage zugeführt, gehen also sozusagen ins Sparschwein der Gemeinde, das nun mit rund 700 000 Euro gefüllt ist.

Ottensoos holt also richtig Luft für kommende Aufgaben. Und diese sind nicht zu knapp: Ab 2019 soll das Kronenbräu-Areal in der Ortsmitte entwickelt werden (die PZ berichtete), außerdem braucht der Ort ein neues Feuerwehrhaus. Das alte Gebäude am Dorfweiher ist für die immer größer werdenden Löschfahrzeuge zu klein. Einen Umbau hat die Gemeindeverwaltung nach Rücksprache mit Bauexperten verworfen. Weil zum neuen Gebäude auch ein Bauhof dazu kommen soll, reicht der Platz auf dem Grundstück nicht aus. Ottensoos sucht deshalb ein Grundstück, um dort ein neues, größeres Feuerwehrhaus samt Bauhof zu errichten. Was mit dem alten Gebäude am Dorfweiher passiert, ist noch nicht geklärt. Auch die Sanierung der Abwasserkanäle wird in den kommenden Jahren fällig und wird einen sechsstelligen Betrag kosten. Ab 2018 dürfte es dem Sparschwein also wieder an den Kragen gehen. „Gewaltige Investitionen kommen auf uns zu“, fasste Bürgermeister Falk die Stimmung im Gemeinderat zusammen.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer