Ottensoos feiert fünf Tage lang

Musikalische Kirchweih

Volksliedersingen mitten im Ort — in Ottensoos ist das nur eine von vielen lieb gewonnenen Traditionen bei der Kirchweih. | Foto: Jahn2017/06/Kirwa-Ottensoos-2017-Volksliedersingen-Frauensingkreis2.jpg

OTTENSOOS — Fünf Tage lang wird in Ottensoos die Kirchweihe von St. Veit gefeiert. In bester Feierlaune dabei eine große Gästeschar, die beim Festbetrieb am Dorfplatz, am Sportplatz, im Brauereihof und beim 72. Volksliedersingen vergnügliche Stunden verbrachte.

Keine Frage, die Ottensooser verstehen es, Kirchweih zu feiern. Eingeläutet wurden die Festtage mit dem Vogelsupp`n-Essen, wo man am Donnerstag bis tief in Nacht im Brauereihof der ehemaligen Kronenbräu zusammensaß, plauderte und sich von den „Allrounds“ mit zünftiger Volksmusik vortrefflich auf die Kirchweih einstimmen ließ.

Mit flotter Musik ging es auch tags darauf weiter, als die Musiker von „Wissma.net“ im Festzelt aufspielten und Bürgermeister Klaus Falk mit dem Bieranstich die  Kirchweih eröffnete.

In bewährter Weise hatte die Festwirtsfamilie Gschrey die Bewirtung übernommen. Außerdem gab es beim Bummel übers Festgelände vielerlei Gaumenfreuden und an den Fahrgeschäften und Buden jede Menge Kurzweil für die großen wie kleinen Kirchweihgäste. Im Eine-Welt-Laden der Kirchengemeinde konnte man neben Dritte-Welt-Produkten frisch gebackene Waffeln zugunsten der Kinder von El Salvador kaufen. Schräg gegenüber, wo früher der Kleintierverein sein Zelt aufgebaut hatte, hat nun der Skiclub Ottensoos mit Micha am Mischpult eine gemütliche Prosecco-Bar eingerichtet – der Ansturm war enorm. Genauso wie draußen am Sportplatz, wo abends scharenweise die Jugendlichen hinaus pilgerten.

Tradition wird beim Kirwaverein Ottensoos großgeschrieben: Wenn es darum geht, altes Brauchtum zu pflegen und somit auch den Heimatort auf schönste Weise zu repräsentieren, können sich die beiden Vorstände Johannes Wolf und Johannes Pirkel fest auf die Mitglieder verlassen.

Von dem guten Gemeinschaftsgeist durften sich am Samstagnachmittag die Zuschauer in der Oberen Dorfstraße überzeugen: Mit viel Muskelkraft wurde ein wahres Prachtexemplar eines Baum gen Himmel gestemmt. Dank des guten Teamworks blickte zum Schluss auch Einweiser Otto Riedel  stolz auf das 32 Meter hohe Kirchweihsymbol, das am Sonntag von den Kirwapaaren ausgestanzt wurde. Eine Attraktion ist das Volksliedersingen am Dorfplatz, das auch heuer wieder viele Zuhörer anlockte. Wie Bürgermeister Klaus Falk in seinem Grußwort betonte, sind Singen und Musik ein Ausdruck der guten Laune, besonders beim Kirchweihfest, wo man jegliche Alltagssorgen vergessen sollte, samt der weltpolitischen Entwicklung. Da fände sich im später vom MGV gesungenen Lied „Wir sind die Könige der Welt“ eine hilfreiche Bestrebung, denn „Freude heißt das Zauberwort, das Gefühl, das uns nach Vorne bringt“!

32 Meter hoch ist heuer der Baum, den die Mitglieder des Kirwavereins Ottensoos in die Höhe hievten. Er wurde am Sonntag traditionell ausgetanzt. | Foto: Jahn2017/06/Kirwa-Ottensoos-2017-Baumaufstellen.jpg

Unter dem Glockengeläut von St. Veit war dann das Choralblasen zu hören, anschließend bekannte Volkslieder, vorgetragen vom Posaunenchor Ottensoos-Rüblanden, vom Frauensingkreis und vom Männergesangverein. Den Abschluss bildete das gemeinsam von allen Mitwirkenden und Zuschauern gesungene Lied „Guten Abend, gut´ Nacht“.

Wie üblich, begann der Kirchweihsonntag mit dem vom Posaunenchor umrahmten Festgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Albrecht Kessel. Danach traf man sich zum Weißwurst-Frühschoppen im Festzelt mit Stimmungsmusik von „Zwa vuller Zurn“. Gelegenheit die Pfarrkirche St. Veit einmal bis zur Spitze zu erkunden, bestand am Nachmittag bei einer Kirchenführung mit Turmbesteigung.

N-Land G. Jahn
G. Jahn