Infoveranstaltung des Straßenbauamts

B14-Knoten bei Ottensoos wird Ende 2018 fertig

Blick auf die künftige Form des B14-Knotens bei Ottensoos. Links geht es nach Lauf, rechts nach Hersbruck, unten nach Ottensoos. In der Mitte ist der ovale Kreisverkehr unter der B14-Brücke zu erkennen.
Blick auf die künftige Form des B14-Knotens bei Ottensoos. Links geht es nach Lauf, rechts nach Hersbruck, unten nach Ottensoos. In der Mitte ist der ovale Kreisverkehr unter der B14-Brücke zu erkennen. | Foto: Staatliches Bauamt Nürnberg2017/05/B-14-Ausbau-Knotenpunkt-e1494861491156.jpg

OTTENSOOS — Mit dem Bau der ersten Brücken über die Schnaittach und den Röttenbach beginnt in den nächsten Wochen der Totalumbau des Ottensooser Knotens an der B14 Lauf/Hersbruck. Bisher wurden nur verschiedene Leitungen verlegt. Der eigentliche Straßenbau startet an der Abzweigung nach Speikern vermutlich erst im Oktober, wenn das 13-Millionen-Projekt von oberster Regierungsstelle abgesegnet ist. Ende nächsten Jahres soll das Projekt abgeschlossen sein.

Diese Informationen präsentierten diese Woche drei Vertreter des Straßenbauamtes Nürnberg in einer großen und gut besuchten Veranstaltung in der Ottensooser Mehrzweckhalle der Öffentlichkeit. Klaus Schwab, Bereichsleiter Straßenbau, Norbert Grüner, zuständig für den Landkreis, und Stefan Grötsch, der Projektleiter in Ottensoos, war es wichtig, wie sie sagten, durch ausführliche Informationen in der Bevölkerung vor allem um Verständnis  für Einschränkungen und Probleme durch die Baumaßnahme zu werben.
Sehr viel sei im Vorfeld zwar schon gelöst und geplant worden, so Grüner, beispielsweise wurden Unternehmen detailliert über Lkw-Zufahrten informiert.

Die Vertreter des Straßenbauamtes, Klaus Schwab, Norbert Grüner und Stefan Grötsch (von links). Am Rednerpult Bürgermeister Klaus Falk. | Foto: Fischer2017/05/b14-ottensoos-neubau-strassenbauamt-schwab-gruner-grotsch.jpg

Weil aber neue Probleme auftauchen können, oder neue Termine gesetzt werden, bieten sich die Mitarbeiter des Straßenbauamtes in den kommenden eineinhalb Jahren als direkte Ansprechpartner für die Bevölkerung an. Außerdem werden unter dem Link www.stbau.bayern.de ständig aktuelle Umleitungen veröffentlicht.

Wichtig für die Autofahrer: Der Verkehr auf der B14 ist mit Einschränkungen durchgehend möglich, Speikern und Gewerbegebiet Bräunleinsberg sind über Umleitungen erreichbar, Ottensoos soll 2018 für ein verlängertes Wochenende komplett abgehängt werden und die Radler werden gebeten, die Baustelle großräumig zu umfahren.

50 Meter lange Brücke

Herzstück des künftigen Knotenpunktes ist eine sechs Meter hohe und 50 Meter lange Brücke, über die künftig die B14 kreuzungsfrei geführt wird. Unter dieser Überführung in Höhe der heutigen Ottensooser Einmündung entsteht ein ovaler Kreisverkehr, in den alle seitlich ankommenden Straßen einmünden und von dem aus man über Rampen und Beschleunigungsspuren wieder zurück auf die Bundesstraße kommt. In diesen Kreisverkehr münden also nicht nur die Kreisstraße aus Ottensoos oder die Zufahrt zum Gewerbegebiet Bräunleinsberg ein, sondern auch die Staatsstraße nach Speikern und über das Gewerbegebiet auch die Einmündung der Straße aus Richtung der Neunkirchener Kläranlage.

Teil des Neubaus ist allerdings auch die sogenannte „freie Strecke“ bis zu Abzweigung Tadano/Obi. Hier werden zwei neue Brücken gebaut. Einmal über die Schnaittach und einmal über den aus Neunkirchen kommenden Röttenbach. Außerdem wird die Bundesstraße in diesem Abschnitt auf drei Fahrspuren verbreitert. Das heißt von Ottensoos bis zur Autobahnanschlussstelle wird die B14 zweispurig, in die Gegenrichtung bleibt es bei einer Spur.

Kreisverkehr keine Lösung

Ziel des ganzen Projekts, mit dessen konkreter Planung 2012 begonnen wurde, sei es, so Klaus Schwab, die Sicherheit in diesem Abschnitt zu erhöhen, also Unfälle zu verhindern, und gleichzeitig den Verkehrsfluss bei immer mehr Fahrzeugen aufrecht zu erhalten. Das sei auch der Grund für das aufwendige Brückenbauwerk, so Schwab auf Nachfrage. Ein großer Kreisverkehr beispielsweise, wie er auch in der Ottensooser Versammlung noch einmal ins Gespräch gebracht wurde, hätte hier nicht funktioniert. Das Problem seien die vielen Einmündungen, vor allem aber der starke Verkehr auf der B14.

Dieser Hauptstrom würde in Stoßzeiten dazu führen, dass die Autos aus den Seitenästen abgeblockt würden. Insbesondere eine Querung der Bundesstraße von Ottensoos ins Gewerbegebiet und nach Speikern oder umgekehrt werde durch die Lösung mit Brücke und Kreisverkehr erleichtert, weil dieser Verkehr mit den Fahrzeugen auf der B14 gar nicht zusammentreffe.

Zahlen zum Großprojekt

Anhand einiger Zahlen machte Norbert Grüner die Dimension des Projekts deutlich. So müssen fast 100 .000 Kubikmeter Boden aufgeschichtet werden. Die Hälfte davon wird gleich nebenan, aus der Sandböschung Richtung Pegnitz, entnommen, der Rest muss von weiter her angefahren werden. Hinzu kommen 20 .000 Kubikmeter Unterbaumaterial und 26 .000 Kubik Asphalt. Und weil das Brückenbauwerk mit Widerlager und Stützen nicht einfach in den weichen Pegnitztal-Boden gesetzt werden kann, ist eine aufwändige Gründung mit Bohrpfählen nötig.

Während der Bauzeit werden drei provisorische und verkehrsflussabhängige Ampelsysteme den Verkehr leiten. Derzeit läuft das Vergabeverfahren. Vier Unternehmen hätten inzwischen Angebote abgegeben, weil aber nach der Vergabe die Regierung alles noch einmal prüfe, könne wohl erst im September mit dem Straßenbau begonnen werden, so die Verantwortlichen.

Blick über die Sandfläche im Süden auf die Abzweigung nach Speikern. Zum Teil wird hier Sand ausgebaggert, der für den Böschungsbau verwendet wird. Die tiefer liegende Fläche soll als Hochwasser-Ausdehnungsraum dienen. | Foto: Fischer2017/05/b14-umbau-ottensoos-totale-sandflache.jpg

Im Vorgriff auf den Straßenbau schon verlegt wurden bisher sieben Kilometer Kupferleitungen, sechs Kilometer Glasfaser, zwei Kilometer Wasserleitung (Rannaleitung) und ein Kilometer Abwasserleitungen.

Projektplaner Stefan Grötsch verglich den Neubau mit einer Operation am offenen Herzen. Damit wollte er sagen, dass fast sämtliche Arbeiten durchgeführt werden, während nebenan der Verkehr weiter rollt. Nur an wenigen Stellen seien Totalsperrungen möglich, die einen schnellen Baufortschritt möglich machten.

Linksabbiegespur ins Gewerbegebiet

Diese Totalsperre betrifft die Straße nach Speikern beziehungsweise die Einfahrt von der B14 in das Gewerbegebiet. Zunächst, im September, werde die Einmündung nach Speikern für den Neubau gesperrt. Die Umleitung führt dann durch das Gewerbegebiet. Danach wird dann die direkte Zufahrt in den Bräunleinsberg gesperrt (März bis Mai 2018), die Umleitung führt dann über die Straße nach Speikern und die Seeäckerstraße. In diesem Zusammenhang konnte das Straßenbauamt auch mitteilen, dass künftig von der Staatsstraße nach Speikern aus eine Linksabbiegespur in das Gewerbegebiet führen wird.

Parallel zu diesen Arbeiten wird auch der Bau der B14-Brücke und des Kreisverkehrs vorangetrieben. Um hier den Verkehrsfluss aufrecht zu erhalten, muss dieser zum Teil auf den provisorisch besser ausgebauten Radweg und einen komplett neuen Wirtschaftsweg ausweichen, der in den Pegnitzwiesen angelegt wird. Hier müssen die Autofahrer schon mal einige Kurven fahren, um durch die Baustelle zu kommen, kündigt Stefan Grötsch an. Dieser Wirtschaftsweg werde nach Ende der Arbeit wie vorgeschrieben wieder auf 3,5 Meter Breite zurückgebaut. Ein Vorhaben, das Landwirtschaftsdirektor Werner Wolf, der sich unter den Zuhörern befand, gar nicht akzeptieren wollte, weil doch der Weg auch in Zukunft gebraucht werde.

Fragerunde

Werner Wolf hatte mit seiner Einwendung auch gleich die Fragerunde eingeläutet, die sich den Vorträgen der Straßenbauer anschloss. Müssen die Ottensooser durch die höher gelegte Bundesstraße mit mehr Lärm rechnen, so eine Frage. Definitiv Nein, so die Antwort. Die größere Höhe werde durch besseren Asphalt und bessere Fahrwege ausgeglichen, hätten Berechnungen ergeben.

Nur indirekt mit dem Neubau hatten dann Fragen bezüglich der geplanten Umgehung von Reichenschwand zu tun. Kritisiert wurde etwa, dass künftig die Autos noch schneller in Reichenschwand ankommen und hier den Flaschenhals noch mehr verstopfen. Ob es denn keine Pläne für eine Umgehung gebe. Doch, so Klaus Schwab, konkret sollen nun Pläne für einen Tunnel erarbeitet werden, nachdem Reichschwand im Bundesverkehrswegeplan in den vordringlichen Bedarf gerückt sei und es objektiv keine andere Lösung gebe. Auch eine nur angenäherte Jahreszahl wollte und konnte Schwab aber nicht nennen, weil dies einfach unseriös wäre.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer