Offizieller Spargelanstich für das Nürnberger Land in Neunkirchen

Noch hat der Spargel im Landkreis kalte Füß‘

„Ich habe einen“. Landrat Armin Kroder gestern beim Spargelanstechen in Neunkirchen. Angefeuert von Bäuerin Ulrike Wolf (vorne), Landwirtschaftsdirektor Werner Wolf (rechts) und im Hintergrund von Kreisbäuerin Marion Fischer, dem Vize-Bauernkreisobmann, Siggi Schmidt, Bauer Hans Wolf und Bürgermeisterin Martina Baumann (v.l.). | Foto: Fischer2017/04/spargelstich-in-neunkirchen.jpg

NEUNKIRCHEN — Nun also endlich auch im Landkreis: Auf dem Speikerner Acker der Familie Wolf-Schuster aus Ottensoos-Neunkirchen wurde offiziell die Spargelsaison im Nürnberger Land eröffnet. Dabei legten der „Neunkirchener Bauernbub“, Landrat Armin Kroder, schon mit ein wenig Übung und erstmals, und deshalb noch etwas vorsichtig, die neue Kreisbäuerin Marion Fischer mit Hand an.

Das kommt davon, wenn man Termine wochenlang vorher festzurren  muss, um auch alle Offiziellen zusammen zu bekommen: Bei Eiseskälte und im leichten Nieselregen musste in diesem Jahr der offizielle Erntebeginn für das „weiße Gold“ über die Bühne gehen. Geplant war der Akt eigentlich zum ersten Mal mit einem kleinen Picknick auf der Wiese neben dem Spargelacker, wie Landwirtschaftsdirektor Werner Wolf verriet. Auf Grund von Personalengpässen musste dieses Jahr nämlich nach dem Anstich das obligatorische Essen im Haus der Landwirtschaft in der Abteilung Hauswirtschaft und Ernährung in Hersbruck entfallen. Weil die Gäste aber auf den kulinarischen Teil des Stechens nicht verzichten sollten, hatten die Mitarbeiterinnen Spargel-Fingerfood in Gläschen vorbereitet und Amtschef Wolf mitgegeben. Nachdem das Wetter aber überhaupt nicht mitspielen wollte, war das Essen mit den offiziellen Spargelreden ins Wohnzimmer der Bauernfamilie Wolf-Schuster nach Neunkirchen verlegt worden.

Der Anstich selbst ging problemlos über die Bühne. Aber wohl auch nur, weil längst auch im Nürnberger Land der Spargelanbau unter Folien stattfindet. Die Abdeckung sorgt unter anderem für etwas mehr Wärme in den Erddämmen, sodass auf dem Acker tatsächlich zwei Dutzend Spargelspitzen aus der Erde schauten. Unter der fachkundigen Anleitung von Bauer Hans Wolf und seiner Frau Ulrike, sowie Landwirtschaftsdirektor Werner Wolf (der auf diesem Betrieb seines Bruders regelmäßig bei der Spargelernte mithilft) wurden die weißen Stangen geborgen.

Zuvor hatte Werner Wolf darauf hingewiesen, dass Kälte das Hauptproblem für den Spargel sei – „der Spargel hat kalte Füß“ sagt man da. Und so kommt es, dass nach einem durch den warmen März bedingten frühen Beginn der Ernte (in Neunkirchen erstmals am Gründonnerstag) das Edelgemüse derzeit im Landkreis gar nicht recht vorankommen will. Insgesamt produzieren im Nürnberger Land nur noch acht Bauern auf einer Fläche von vier Hektar Spargel. Und weil davon drei Landwirte in Neunkirchen zu Hause sind, könne die Gemeinde tatsächlich als Spargelhochburg bezeichnet werden, so Bürgermeisterin Martina Baumann. Das war auch der Grund, dass die Saisoneröffnung im zweiten Jahr hintereinander im Gemeindegebiet stattfinden konnte. Darüber freute sich auch der Landrat als gebürtiger und künftiger Neunkirchener. Schließlich baut er derzeit sein Elternhaus um und will demnächst dort wieder einziehen. Höchsten Respekt habe er vor den Spargelbauern, weil er wisse, wie viel Arbeit dahinter stecke. Auch deshalb hoffe er bei der Direktvermarktung wie am Neunkirchener Hof auf faire Preise.

Sieben Euro kostet das Kilo bei Wolf-Schusters ab Hof, der Spargel  wird direkt und meist an Stammkunden verkauft, erzählt Ulrike Wolf. Dabei gebe es zwei Krisen, sagt ihr Mann Hans augenzwinkernd: Einmal, wenn es keinen Spargel gibt und Kunden warten, und einmal, wenn Spargelstangen zu Hauf in Kistchen liegen und kein Kunde kommt.

Spargel ist auf dem Hof mit seinen vielen Milchkühen eine Sonderkultur. Nur zu stemmen, weil die ganze Familie mithilft. Altbauer Konrad Schuster mit seinen 87 Jahren ebenso wie seine Frau Anni, die Tochter Evi Schuster oder Bruder Werner Wolf aus Ottensoos und auch die beiden Söhne der Bauernfamilie.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer