Rasant wachsende Population

Borkenkäfer frisst sich durch Fichtenwald

Kaum zu glauben: Diese winzigen Borkenkäfer bringen in kurzer Zeit ganze Fichten um. Das AELF kontrolliert mit Fallen laufend die Entwicklung. Foto: AELF | Foto: AELF2018/05/NL-Borkenkaefer.jpg

NÜRNBERGER LAND – Schon wieder besteht unmittelbare Gefahr für die Fichten vor allem im östlichen Landkreis Nürnberger Land. Dort sind vielerorts die Fichten noch häufig und die Borkenkäfer zahlreich. Mit Fallen kontrolliert die Forstbehörde seit dem Frühjahr laufend die Entwicklung der Käferzahlen. Schon jetzt zeichnet sich anhand der Fallenfänge ab, dass die Borkenkäfer sich prächtig entwickeln.

April und Mai waren überdurchschnittlich warm, das kommt den gefährlichen Käfern sehr entgegen. Wegen der günstigen Lebensbedingungen vermehren sich die Borkenkäfer derzeit rasant. Fichtenbestände, aber auch Einzelbäume aller Altersstufen sind gefährdet.

Deshalb appelliert Forstoberrat Dr. Steffen Taeger vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth, Außenstelle Hersbruck, an die Waldbesitzer, wachsam zu sein. Jeder Waldbesitzer sollte seine Fichten wöchentlich kontrollieren und die Befallsherde so schnell wie möglich beseitigen. Braunes Bohrmehl am Stammfuß der Bäume, auch wenn diese noch grün sind, ist ein untrügliches Zeichen. Dann besteht höchste Gefahr. Färben sich die Nadeln der Fichten rot, ist es oft schon zu spät.

Befall ist ansteckend

Borkenkäferbefall ist extrem ansteckend, die Käfer fliegen in die Nachbarschaft und fressen dort weiter. Saubere Waldwirtschaft ist die einzig wirksame und bewährte Methode, um die Massenvermehrung des Insekts zu bremsen. Vom Käfer befallene Bäume sollten deshalb gründlich und rasch gefällt, entrindet oder mindestens 500 Meter aus dem Wald transportiert werden. Die Ansteckungsgefahr für noch gesunde Fichten sei enorm, so Taeger. „Jeder Waldbesitzer ist gesetzlich dazu verpflichtet, die von seinem befallenen Grundstück ausgehende Gefahr von sich aus zu erkennen und zu beseitigen.“ Schon allein um Nachbarschaftsstreitigkeiten zu vermeiden rät das Amt, befallene Bäume keinesfalls stehen zu lassen.

Amt berät Waldbesitzer

Professionelle Beratung und Hilfe finden betroffene Waldbesitzer bei den Forstrevieren des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth und bei der Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land. Neben der Selbsthilfe spricht in solchen Fällen für die maschinelle Aufarbeitung der befallenen Bäume durch professionelle Forstunternehmer: es geht schnell und ist die sicherste Variante.

Wichtiger Waldumbau

Auf die lange Sicht wird wegen des Klimawandels die Borkenkäfergefahr in den nächsten Jahrzehnten noch zunehmen.
Jedes Grad mehr an globaler und damit auch regionaler Erwärmung spitzt die Situation weiter zu. „So wichtig es ist, die akuten Gefahren durch saubere Wirtschaft abzuwenden, so unumgänglich ist der Umbau der gefährdeten Wälder hin zu Mischbeständen mit anderen Baumarten und höheren Überlebenschancen. Ohne Waldumbau lösen wir das chronische Problem Borkenkäfer nicht wirklich und es geht alle Jahre wieder von Neuem los.“

Detailinformationen zum Borkenkäfer und einen aktuellen Überblick über die regionale Gefährdungslage gibt es laufend unter www.borkenkaefer.org.

N-Land Der Bote
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