Laufer Feuerwehr ist an Belastungsgrenze

Nicht jeder Alarm braucht einen Löschzug

Die Brandmeldeanlage in der Sparkasse in Lauf rief die Frauen und Männer der Laufer Feuerwehr in der vergangenen Woche zu ihrem bereits 200. Einsatz in diesem Jahr. | Foto: Feuerwehr2017/08/feuerwehr-falscher-alarm.jpg

LAUF — Schon 200 Mal musste die Laufer Feuerwehr in diesem Jahr ausrücken. Öfter als jemals zuvor bis August und so oft, dass die Leistungsgrenze der Freiwilligen Feuerwehrleute irgendwann überschritten wird, warnt der Laufer Kommandant Oliver Heinecke, wenn nicht Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Wie sie zum Beispiel bei Ölspuren schon greifen, wo der städtische Bauhof jetzt mithilft. Aber auch die Bevölkerung könne ihren Teil zur Entlastung der Wehr beitragen, so der Kommandant, wenn etwa Fehlalarme durch eine bessere Überprüfung der Situation vermieden werden.

Für diesen kürzeren 200. Einsatz der Feuerwehr sorgte erst am vergangenen Donnerstagabend die Brandmeldeanlage des Sparkassengebäudes in der Saarstraße. Im dritten Stock hatte im großen Sitzungssaal ein Rauchmelder angeschlagen. Binnen fünf Minuten war die Laufer Feuerwehr mit einem Löschzug vor Ort und konnte rasch Entwarnung geben.

So weit nichts Ungewöhnliches – ein Ereignis, wie es gut 40 Mal im Jahr im Stadtgebiet vorkommt – doch es war bereits der 200. Einsatz, den die Ehrenamtlichen der Laufer Feuerwehr in diesem Jahr zu fahren hatten – ein Wert, wie er noch niemals zuvor so früh im Jahresverlauf erreicht wurde.

Laufs federführender Kommandant Oliver Heinecke sieht die Entwicklung mit Skepsis. „Sollte die aktuelle Häufigkeit anhalten, stehen wir Ende Dezember bei 340 Alarmen.“ Dabei haben Feuerwehrführung und Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren nach Lösungen gesucht, das Ehrenamt zu entlasten. Ein Großteil der Ölspuren im Stadtgebiet beispielsweise wird mittlerweile vom Bauhof beseitigt, um nicht permanent während der Arbeitszeit das Personal aus den Laufer Betrieben alarmieren zu müssen und „damit bei brisanten Meldungen auch noch genügend Aktive von ihren Chefs für diese wichtigen Einsätze freigestellt werden“.

Doch der Trend zeigt weiter steil nach oben. „Über Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich würde man sich in der freien Wirtschaft sicher freuen – wir als Feuerwehr sehen diese Entwicklung etwas anders“, gibt der Kommandant zu bedenken. Anders als in ländlichen Gegenden fallen rund 70 Prozent der Alarmierungen in der Pegnitzstadt in das Zeitfenster zwischen sechs und 18 Uhr und damit in die Arbeitszeit der meisten Feuerwehrangehörigen.

Nicht vorschnell anrufen

Noch ein wichtiges Anliegen liegt dem Kommandanten am Herzen: „Wir sind unseren Mitbürgern sehr dankbar, wenn diese nicht vorschnell aus dem Auto heraus mit dem Handy einen Notruf absetzen, wenn diese meinen, im Vorbeifahren etwas Bedrohliches festgestellt zu haben. Besser ist es manchmal, anzuhalten und vor Ort nachzusehen, ob denn wirklich die Hilfe der Rettungskräfte erforderlich ist.“

Erst dieser Tage wurde die Feuerwehr mit der Meldung eines brennenden Gebüschs gerufen, am Ende handelte es sich aber nur um eine Täuschung durch den Lichtkegel einer Straßenlaterne. Und vor einigen Wochen mussten sie wegen Brandgeruchs in Kuhnhof ausrücken. Dabei hatten Anwohner nur eine Feuerschale im Garten entzündet. „Diese unnötigen Fehlalarme zu reduzieren, wäre auch eine wichtige Entlastung für unser Ehrenamt“, sagt der Laufer Kommandant Oliver Heinecke.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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