Verkehrsthemen dominierten bei Bürgerversammlung

Neunkirchener ohne große Sorgen

Mit dem Fahrrad kommt man am Bahnübergang beim Speikerner Bahnhof nicht weiter, monierte ein Bürger. Zuständig ist die Bahn, entgegnete die Bürgermeisterin. | Foto: Kirchmayer2018/11/Speikern-Bahnubergang-Neunkirchener-Burgerversammlung.jpg

NEUNKIRCHEN — Sollte es für alle Hunde in Neunkirchen eine Leinenpflicht geben? Diese Frage war noch der größte Aufreger in der Neunkirchener Bürgerversammlung in der Schulaula.

Eine besorgte Hundebesitzerin hatte sich an Bürgermeisterin Martina Baumann gewandt. Dass in der Kommune nur Hunde ab einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern angeleint sein müssen, sei „ein Witz“. Schließlich machten „die kleinen Hunde die größeren Probleme“.

Baumann antwortete, es sei nicht sinnvoll, „Regeln aufzustellen, die man nicht einhalten kann“. Worauf die einigermaßen aufgebrachte Hundebesitzerin erwiderte, sie werde schon alle Hunde, die nicht angeleint sind, bei der Gemeinde melden. Schließlich versprach die Bürgermeisterin, sich bei Experten umzuhören, ob eine grundsätzliche Leinenpflicht sinnvoll sei.

Abgesehen davon ging die letzte von vier Bürgerversammlungen, die in den verschiedenen Gemeindeteilen abgehalten wurden, recht flott und reibungslos über die Bühne. Der zweite Teil der Veranstaltung entwickelte sich zeitweise zum Dialog zwischen Baumann und Wolfgang Würker, der zu den Themen Verkehr und Gemeindeentwicklung einige Fragen in petto hatte.

Zu schnell am Ort vorbei?

Einige Male musste Baumann bei Würker und anderen Bürgern darauf verweisen, dass die Kommune nicht zuständig sei. So stören sich Anwohner der sogenannten Landessiedlung daran, dass auf der Staatsstraße 2236 auf Höhe der Zufahrt zu dem Wohngebiet zwar Tempo 50 gelte, viele Autofahrer aber zu schnell unterwegs seien. Baumann entgegnete, eine Messung habe ergeben, dass dort im Schnitt mit unauffälligen 55 Kilometern pro Stunde gefahren werde. Spitzenwert sei zwar Tempo 122 gewesen, aber die Polizei habe dennoch keine Handhabe, dort beispielsweise mit Hindernissen in den Straßenverkehr einzugreifen.

Ein Radfahrer störte sich daran, dass man beim Bahnübergang Speikern entweder die Straße nutzen oder absteigen müsse. Auf beiden Seiten der Bahnlinie nahe des Speikerner Bahnhofs gibt es einen Fußgängerweg mit Geländern. Diese sind so ineinander verschränkt, dass man dort auf dem Rad nicht durch kommt. Bei diesem Thema verwies Baumann auf die Zuständigkeit der Deutschen Bahn.

Die Bürgermeisterin sorgte, auf eine andere Verkehrsfrage angesprochen, für Heiterkeit unter den etwa 60 Neunkirchenern. Die Bahn sei „ein guter Verhandlungspartner, mit dem man schnell zu Ergebnissen kommt“, so die SPD-Politikerin mit deutlich erkennbarer Ironie.

Bericht der Bürgermeisterin

Etwa vierzig Minuten hatte Baumann zuvor über die Situation der Gemeinde gesprochen. Sie hatte erwähnt, dass es aktuell 4736 Einwohner in der Kommune gibt und dass es weit weniger Kinder und Jugendliche und weit mehr Rentner gibt als noch vor 20 Jahren. Erwähnt hatte Baumann die finanzielle Lage der Gemeinde und die größten Ausgaben (die PZ berichtete über die Verabschiedung des Haushalts).

Hundekot nicht liegen lassen

Quasi präventiv war die Bürgermeisterin in ihrem Vortrag auch auf das Thema Hundekot eingegangen, ein absoluter Dauerbrenner bei Bürgerversammlungen. Es gebe zwölf sogenannte Hundekotbeutelspender mitsamt Mülleimern im gesamten Gemeindegebiet. Sie appellierte an die Bürger, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner nicht nur in den Wohngebieten, sondern auch in Wäldern und Feldern einzusammeln und bat sowohl Spaziergänger als auch Hundebesitzer um ein respektvolles Miteinander.

Eine Neuigkeit für viele Bürger war, dass eine Firma mit einem halben Dutzend Lastwagen, die im Bereich der Frachtvermittlung aktiv ist, in dem Gebiet „Im Zwirn“ bauen möchte. Die Haupttätigkeit liege „nicht im Umlagern oder Umschichten von Fracht“, so Baumann, die Verkehrsbelastung sei voraussichtlich überschaubar. Aktuell warte die Gemeinde auf einen Entwurf.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer