Neunkirchener Gemeinderat entscheidet sich gegen Neubau

Rollhofener Kindergarten wird generalsaniert

Das ehemalige Rollhofer Schulhaus, in dem die Lebenshilfe einen integrativen Kindergarten betreibt, bleibt bestehen. Der Neunkirchener Gemeinderat hat sich gegen einen Abriss und Neubau entschieden. | Foto: Kirchmayer2017/03/Kindergarten-Rollhofen-Generalsanierung-1.jpg

ROLLHOFEN — Der Roll­hofener integrative Kindergarten, der von der Lebenshilfe betrieben wird, wird generalsaniert. Darauf einigte sich der Neunkirchener Gemeinderat einstimmig. Ein Abriss und Neubau an gleicher Stelle ist damit vom Tisch.

Das ehemalige Schulhaus aus den 1950er Jahren, das bis in die 1970er Jahre, kurz bevor Rollhofen eingemeindet wurde, als Schule genutzt wurde, ist sanierungsbedürftig. Die Gemeinde wünscht sich aber auch mehr Platz für eine bisher nicht vorhandene Krippegruppe.

Architekt Werner Ziselsberger, der mit der Planung beauftragt ist und schon etliche Kindergärten und Schulen gestaltet hat, sprach sich in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch für den Erhalt des „sehr schönen, stimmigen Ensembles“ aus. Mit den großen und hohen Räumen der ehemaligen Schule könne ein förderfähiger Neubau nämlich nicht mithalten. Dieser würde nur über rund 735 Quadratmeter Nutzfläche verfügen, während im bestehenden Gebäude nach der Generalsanierung rund 800 Quadratmeter zur Verfügung stehen sollen.

Auch das aktuell leer stehende Dach des Gebäudes soll genutzt werden. Dort könnte beispielsweise die Krippegruppe untergebracht werden, außerdem wäre Platz für einen weiteren Raum. Die Planung sieht nicht nur einen Aufzug, sondern auch ein zweites Treppenhaus am anderen Ende des länglichen Gebäudes vor – beides ist wegen Barrierefreiheit und Brandschutzgründen notwendig, sonst gäbe es keine finanzielle Förderung seitens des Freistaats. Der Architekt sprach sich auch dafür aus, den Eingang, der aktuell im Innenhof liegt, wieder an den ursprünglichen Ort, an den Kopf des länglichen Baus, zu verschieben.

Eine Nachfrage im Gemeinderat kam von Michaela Neumeier (CSU), die der aktuelle Schimmelbefall im Untergeschoss umtreibt. Die Gemeinderätin erkundigte sich, ob nach der Sanierung dort ein Schlafraum für die Krippe entstehen könne. Ziselsberger versicherte, das Schimmelproblem werde bei der Generalsanierung behoben.

Auch die geringeren Kosten sprechen laut Architekt für eine Generalsanierung. Abriss und Neubau würden insgesamt rund drei Millionen Euro kosten, schätzte der Architekt, eine Sanierung etwa 2,6 Millionen Euro, also rund 400 000 Euro weniger. Welchen Anteil der Kosten Neunkirchen gefördert bekommt, ist noch unklar. Die Gemeinde plant als nächsten Schritt, zusammen mit dem Architekten bei der zuständigen Regierung von Mittelfranken in Ansbach vorstellig zu werden und das Bauvorhaben samt Fördermöglichkeiten abzustimmen.

In der Einrichtung der Lebenshilfe sind auch Kinder mit Behinderung untergebracht. Die Lebenshilfe hat in Aussicht gestellt, dass sie auch weiterhin als Träger der Kita fungieren will. An den Kosten der Sanierung ist sie nicht beteiligt.

Für die Planung hat die Gemeinde bereits 200 000 Euro im bereits verabschiedeten Haushalt des laufenden Jahres vorgesehen. Nach Möglichkeit soll die Generalsanierung in der ersten Jahreshälfte 2018 beginnen. Die Arbeiten selbst dürften nach Einschätzung des Architekten ein gutes Jahr dauern. Bürgermeisterin Martina Baumann wünscht sich, dass die Sanierung abgeschlossen ist, wenn im neuen Baugebiet Dornstauden-West in Rollhofen die ersten Häuser entstehen.

Baumann freut sich, dass der Gemeinderat sich einstimmig für den Erhalt des Gebäudes ausgesprochen hat. „Ich war von vornherein für die Sanierung. Es ist ein schönes Gebäude, das einen gewissen Charme hat“.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer