E-Mobilität für den Landkreis

Mit sauberem Strom durch den Landkreis?

150 Ladestationen hat E-Wald innerhalb eines Jahres errichtet. Foto: Fotolia2015/02/fotolia_ladesaeule_elektroauto_01.jpg

NÜRNBERGER LAND – 30.000 Euro stehen im Kreishaushalt für die Entwicklung der Elektromobilität zur Verfügung, nachdem die Kreisräte einen entsprechenden Antrag von Altdorfs Bürgermeister Erich Odörfer unterstützten – wir berichteten. Er forderte, dass der Landkreis hierfür Mittel locker macht und stützte sich dabei auf eine Idee, die von Mitgliedern der interkommunalen Allianz „Zukunftsregion Schwarzachtal plus“ angeregt wurde.

Auf der jüngsten Bürgermeisterversammlung in Neunkirchen stellte Josef Gotzler von der E-Wald GmbH als möglicher Partner des Landkreises das Projekt vor, in das die fünfstellige Summe fließen könnte. Auch Landrat Armin Kroder zeigte sich dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen. Die Fahrzeuge seien mittlerweile ausgereift, nun fehle noch die Infrastruktur, resümierte er.

E-Wald ist ein Forschungsprojekt des Bayerischen Freistaats, im Bayerischen Wald, für das 30 Millionen Euro zur Verfügung stehen, davon 18 von der Staatsregierung. Den Rest bringen die Gesellschafter auf, zu denen 89 Kommunen, sechs Landkreise, private Investoren und Geldinstitute gehören. Wichtige Komplexe, über die der Fachmann aufklärte, waren die Ladetechnik, die Fahrzeugflotte, die IT sowie der Strom, der ausschließlich aus regenerativen Quellen bezogen wird. Die technische Leitung des Forschungsprojekts liegt bei der Universität Deggendorf.

Ziele übertroffen

Angefangen habe man vor zwei Jahren mit dem Ziel, bis 2016 150 E-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Bereits jetzt ist dieses Vorhaben weit übertroffen worden, denn für E-Wald fahren schon gut 200 E-Mobile. Eine wesentliche Säule des Konzepts ist neben dem Car-Sharing-Modell die Vermietung, so dass auf diesem Weg auch Einnahmen generiert werden.

Zum Thema Leistungsfähigkeit versicherte Gotzler, dass es bereits Autos gebe, die mit einer Ladung Strom bis zu 500 Kilometer fahren können. Als erfolgreich habe sich auch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn erwiesen, mit der man touristische Angebote entwickelt habe, die sich großer Beliebtheit erfreuen.

Innerhalb eines Jahres seien 150 Standorte mit Ladestationen entstanden. Bedauerlich sei allerdings, dass es immer noch verschiedene Technologien bei den Ladesäulen gibt.

Was die Zukunft angeht, zeigte sich Gotzler aufgrund des erfolgreichen Verlaufs des Projekts sehr optimistisch: „Es kommen ständig neue Kommunen dazu“, stellte er fest und versuchte das Nürnberger Land mit einem Schmankerl zu locken: Wenn man ins Geschäft kommt, also wenn der Landkreis der Gesellschafter-Runde beitritt, dann werde man ihm eine kostenfreie Schnellladestation zur Verfügung stellen als Gegenwert für die Investition. Die Ladetechnik und den Standort allerdings müssten der Kreis zur Verfügung stellen.

100 bis 250 Euro pro Fahrzeug

Der Mietpreis – denn die Autos werden angemietet – für einen Mittelklassewagen bewegt sich um die 600 Euro monatlich, was sich nach mehr anhört, als es unter dem Strich ist, versicherte Josef Gotzler: Zum einen entstünden keine zusätzlichen Kosten mehr, es gibt keine Kilometerzuschläge, keine Versicherungen, keine Service-Pauschale und keine Stromkosten, und zum anderen würden die Autos etwa über das Wochenende gewinnbringend weitervermietet werden können, so dass für die meisten Kommunen nur eine monatliche Investition zwischen 100 und 250 Euro pro Fahrzeug übrig bliebe.

Geld geht an Gemeinden

Am Ende erinnerte Landrat Kroder noch an einen positiven Nebeneffekt: Das Geld der Gesellschafter flösse nur in die Kassen der Gemeinde- und Stadtwerke, wenn vorhanden, nicht aber in Form von Brennstoffsteuer an das Finanzministerium.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler