Maria Himmelfahrt

Fest zu Ehren der Muttergottes

Maria als Himmelskönigin im Strahlenkranz ziert den Hauptaltar der Bühler Marien-Kirche. | Foto: Spieß2018/08/simmelsdorf-buhl-altar-kirche-maria-heimsuchung-foto-spiess.jpg

NÜRNBERGER LAND — Heute ist Maria Himmelfahrt. In drei Gemeinden im PZ-Gebiet, in Schnaittach, Simmelsdorf und Neunkirchen, ist das ein Feiertag. In allen anderen Gemeinden wird jedoch gearbeitet und die Geschäfte sind geöffnet.

Mariä Himmelfahrt ist in der katholischen und in den orthodoxen Kirchen das höchste Fest zu Ehren der Muttergottes. Offiziell heißt der Tag „Mariä Aufnahme in den Himmel“ und wird hierzulande mit Gottesdiensten, Kräutersegnungen und auch mit Prozessionen gefeiert. Die Kräutersegnungen gehen auf die Legende zurück, dass Marias Grabtücher nach Salbei und Lilien geduftet haben sollen. Aus diesem Grund werden an diesem Tag zu Sträußen gebundene Kräuter gesegnet.

Zu wenig Kräuter

Die anhaltende Dürre macht dieses Jahr nun auch vor kirchlichen Feiertagen nicht Halt: In Neunkirchen und Bühl müssen die traditionellen Kräutersegnungen deshalb ausfallen. Seit Jahrzehnten waren sie stets fester Bestandteil der Festlichkeiten in beiden Ortschaften. Wegen der anhaltenden Dürre gab es nun nicht nur herbe Einbußen in der Landwirtschaft, sondern eben auch zu wenige Kräuter in der freien Natur. Einzig in St. Kunigund in Schnaittach kann dieser alte Brauch auch 2018 fortgesetzt werden.

Die Festgottesdienste beginnen in Bühl in der Kirche Mariä Heimsuchung um 9 Uhr, in Neunkirchen in der Kirche Maria Himmelfahrt um 10 Uhr und in Schnaittach in St. Kunigund um 10.30 Uhr.

Das Weihen der Kräutersträuße in Neunkirchen muss dieses Mal ausfallen. Das Bild aus früheren Jahren zeigt die Vorbereitungen dazu. | Foto: Archiv/Semlinger2018/08/Maria-Himmelfahrt-Krauterweihe-Neunk-sem.jpg

Die „Kehrseite“ des Feiertages in einzelnen Gemeinden zeigt sich in den evangelisch geprägten Städten. Der Einzelhandel dort profitiert von Einkäufern aus der Nachbarschaft, die den zusätzlichen freien Tag nicht nur für den Gottesdienst nutzen. Die zusätzliche Freizeit wird nämlich gerne für Erledigungen und Einkäufe hergenommen und bringt den Geschäften, laut Einzelhandelsverband Mittelfranken, einen zusätzlichen Umsatz in Höhe eines überdurchschnittlichen Werktages.

Jürgen Oriold, Vorsitzender der Laufer Werbegemeinschaft und Bezirksvorsitzender des Handelsverbandes Bayern, meint dazu: „Bekleidungs-Artikel stehen dabei im Fokus, Nürnberg profitiert da aber deutlich mehr als Lauf.“

Nur in Bayern und im Saarland

Übrigens: In Deutschland ist Maria Himmelfahrt nur im Saarland und in Gemeinden Bayerns, wo mehr katholische als evangelische Einwohner ihren Hauptwohnsitz haben, ein gesetzlicher Feiertag. Das betrifft, wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, 1704 von insgesamt 2056 Gemeinden, wie die letzte Volkszählung ergeben hatte.

Diese Zweiteilung verursacht aber auch Irritationen in der Bevölkerung. Für die gläubigen Katholiken steht außer Frage, dass der Feiertag zu Ehren Marias, als Mutter Jesu und Himmelskönigin, als solcher auch besondere Rechte genießt.
Für Andersgläubige ist der 15. August aber ein Tag wie jeder andere, dessen Ablauf eben nicht an religiöse Vorgaben und Formen gebunden ist.

Kein Feiertagsfahrverbot

Deutlich wird dies in Simmelsdorf, wo es regelmäßig, zugegeben einzelne, Beschwerden aus der Bevölkerung gibt, die den Lkw-Verkehr durch den Ort an Maria Himmelfahrt verbieten möchten. „Doch woher sollen auswärtige Fahrer wissen, dass bei uns Feiertag ist?“, fragt Bürgermeister Perry Gumann zu Recht. Vor allem, weil das bereits im nächsten Ort wieder anders sein kann.

Die Rechtslage dafür ist offenbar zu wenig bekannt aber eindeutig: Maria Himmelfahrt ist in Bayern in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung zwar ein Feiertag, er ist aber nicht in die Liste der Feiertage aufgenommen, für die ein generelles Fahrverbot gilt.

Das Bundesamt für Güterverkehr gibt dazu auch eine klare Antwort: An den dort nicht aufgeführten Feiertagen Heilige Drei Könige, Mariä Himmelfahrt und Buß- und Bettag gilt deshalb kein Feiertagsfahrverbot in Deutschland.

N-Land Erich W. Spieß
Erich W. Spieß