Erneut geänderter Fahrplan in Lauf

Neuer Takt für Busse

Mit einem gründlich sanierten Fahrplan, der ab kommendem Montag gilt, sollen die Laufer Stadtbusse künftig wieder pünktlicher fahren und die Bedürfnisse der Fahrgäste besser berücksichtigt werden. | Foto: Fischer2018/02/stadtbusse-lauf-marktplatz-353-neu.jpg

LAUF — Mit einem neuen Stadtbusfahrplan sollte ab Mitte Dezember der öffentliche Nahverkehr in Lauf eigentlich wesentlich verbessert werden. Weil das aber aus vielen Gründen ziemlich schief ging und das wiederum für Ärger in der Bevölkerung sorgte, gibt es ab kommendem Montag, 26. Februar, einen neuen Fahrplan mit zahlreichen Änderung auf allen Strecken und einen zusätzlichen sechsten Stadtbus.

Alle Beteiligten, Stadt, das Landratsamt, VGN und nicht zuletzt der Linienbetreiber Schmetterling-Reisen hoffen so, das Chaos der ersten Wochen endgültig zu beseitigen. Ganz unabhängig davon, dass sich vor allem Dauerfahrgäste schon an viele Neuerungen gewöhnen konnten. Weil zu diesen Neuerungen aber definitiv keine ständigen Verspätungen durch unhaltbare Fahrzeiten gehören sollten, gibt es jetzt diese „Fahrplan-Optimierung“, wie der Änderungsfahrplan nicht nur beschönigend überschrieben ist.

Tatsächlich nämlich bleibt das neue Konzept der Laufer Stadtbuslinien im Grundsatz erhalten. Beispielsweise der an der S-Bahn angelehnte 20-Minuten-Takt auf der „Stammstrecke“ (Linie 353) vom Krankenhaus über Heuchling zum Marktplatz und weiter zum S-Bahnhof und zur Bertleinschule in Lauf links, oder auch das Ende des halbstündigen Bus-Rendezvous am Unteren Marktplatz, wo auch künftig nur noch maximal zwei Busse zur gleichen Zeit ankommen sollen.
Bei der Stadt Lauf – hier schlugen die meisten Beschwerden auf – hält man mit dem Ärger über „Mängel bei der Umsetzung der neuen Pläne durch VGN und Busbetreiber“, wie Hauptamtsleiter Benjamin Wallner es noch vorsichtig formuliert, nicht hinter dem Berg. Es sei zwar nicht die Zeit der Schuldzuweisungen, so der zuständige Referent im Rathaus, dennoch hätte er sich von den „Profis in Sachen Planung und Betrieb“ mehr Vorleistungen gewünscht „statt erst böse Erfahrungen im laufenden Betrieb sammeln zu müssen“.

Ambitioniert war das neue Laufer Nahverkehrskonzept zum 10. Dezember letzten Jahres schon. Mit einem neuen Fahrplan, mit neuen Linien, mit einem neuen Umsteigekonzept, mit neuen Bussen und gleichzeitig einem neuen Betreiber sollte der öffentliche Nahverkehr in Lauf in eine neue Ära starten. Dabei kam offensichtlich zu viel zusammen: Umlaufzeiten waren nicht haltbar, weil man sich nicht an der tatsächlich notwendigen Fahrzeit orientiert hatte, auf manchen Strecken kamen Busse fast immer zu spät. Und weil viele neue Busfahrer (nur wenige Fahrer des alten Betreibers blieben Lauf treu) offensichtlich nicht Bescheid wussten, wurde Haltestellen einfach übersehen und konnten Fahrgäste, die sich ja selbst noch nicht auskannten, nicht oder nur schlecht informiert werden. Da half es oft auch nicht mehr, dass Schmetterling-Reisen oder die Stadt zusätzliches Info-Personal am Marktplatz einsetzten. Weil dann die Fahrer durch die vielen Nachfragen an Haltestellen oft nicht rechtzeitig los kamen, gab es weitere Verzögerungen. Ein Teufelskreis.

Diesen wird der neue Fahrplan nun durchbrechen, ist man bei der Stadt Lauf überzeugt: Vor allem auch, weil jetzt die tatsächlich benötigten Fahrzeiten der Planung zugrunde liegen. Fahrzeiten, denen wiederum die sekundengenauen, GPS-dokumentierten, Fahrten der Stadtbusse in den letzten Wochen und (in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt) zusätzliche Testfahrten durch städtische Fahrzeuge zugrunde liegen. Ein Ergebnis dieser Auswertung war beispielsweise, dass nun mit einem zusätzlichen Bus auf der wichtigen Stammstrecke 353, Heuchling-Krankenhaus-Marktplatz-S-Bahnhof- Bertleinschule, der 20-Minuten-Takt gut einhalten werden kann.

Das hat auf der Linie 353 noch weitere Vorteile: Ab Montag werden wieder die früheren Heuchlinger Haltestellen Sonnenstraße, Röthstraße, Eichenlohe sowie die Raiffeisenstraße und der Bahnhof rechts angefahren. Allerdings nicht mehr im Ringsystem, sondern abwechselnd mit und gegen den Uhrzeigersinn, sodass bei jeder zweiten Fahrt etwa das Krankenhaus oder die Haltestelle EWS auf direktem Weg und damit schnell vom Marktplatz aus angefahren werden. Buskunden sollten aber aufpassen, weil der Stadtbus auf verschiedenen Straßenseiten ankommt.

Ein Veränderung der Streckenführung und etwas längere Fahrzeiten sollen die Linie 351 (Marktplatz-Rudolfshof) stabilisieren. Bisher fuhren die Busse hier eine Ringlinie von Rudolfshof-Kotzenhof über den Marktplatz bis zur S-Bahnhof. Diese letzte Haltestelle und damit Lauf links wird jetzt nicht mehr angefahren. Der Bus, der hier im Halbstundentakt unterwegs ist, kehrt schon am Marktplatz wieder um. S-Bahn- Kunden können hier aber einmal pro Stunde leicht und schnell in den wenig Minuten später am Marktplatz abfahrenden Bus der Linie 353 Richtung Bahnhof Lauf links umsteigen und pünktlich die S-Bahn zur Minute 03 erreichen.

Auf dieser Linie 351 bleiben um 7 Uhr und um 13.18 Uhr ab Rudolfshof direkte Fahrten bis zur S-Bahn erhalten. Und ganz wichtig für morgendliche Pendler nach Nürnberg, die zuletzt oft zu spät zum Zug kamen: Die Abfahrt des Busses bisher um 6.12 Uhr in Rudolfshof wird auf 6.08 Uhr vorverlegt, sodass am Bahnhof Lauf rechts sowohl die R-Bahn um 6.27 Uhr als auch die um 6.32 Uhr gut erreicht werden können.

Mit der Linie 352, Kunigundensiedlung-Marktplatz-S-Bahn-Halt Lauf West-Innsbrucker Straße-Wetzendorf, wird dieser westliche Ortsteil künftig im Halbstunden-Takt angebunden. Hier verschieben sich einzelne Fahrten im Minutenbereich. So gibt es nun einen Bus um 7.16 Uhr, der Wetzendorfer Schüler beispielsweise pünktlich bis zur Realschule bringt. Ab der Siedlerstraße gibt es nun um 6.15 Uhr einen Bus, mit dem man gut die Züge nach Nürnberg um 6.27 Uhr oder 6.32 Uhr erreichen kann. Einmal pro Stunde fährt die Linie 352 auch die Stammarbeiter-Siedlung in Lauf links (abseits der Innsbrucker Straße) direkt an.

Verbesserungen auch auf der reinen Schulbuslinie 350: Hier fuhr der Bus bisher schon um 13 Uhr an der Rudolfshofer Schule los, was immer ein Problem für die Schüler der letzten Stunde war. Die Hetze oder ein frühes Verlassen des Unterrichts ist jetzt vorbei, weil der Bus erst um 13.05 Uhr an der Schule abfährt.

Beim System der Sammeltaxis, die jetzt Rufbusse heißen und mit denen man außerhalb der Stadtbuslinien beispielsweise in die Ortsteile kommt, kehrt man zum alten System zurück. Das heißt, die Rufbusse treffen sich alle immer zur halben Stunde am Marktplatz und zur Minute 35 am Bahnhof rechts, sodass ein Umsteigen von einem Ortsteil in eine andere Richtung wieder möglich ist. Zumal alle Rufbusse für die südlichen Ortsteile auch am S-Bahnhof links halten.

Alle Fahrpläne gibt es unter www.nuernberger-land.de in der Rubrik Verwaltung und Bürgerservice, Aktuelles, VGN-Fahrplanauskunft sowie auf der Homepage des VGN (http://www.vgn.de/komfortauskunft/linien/). An den Haltestellen werden die Fahrpläne voraussichtlich am 24. und 25. Februar ausgehängt. Taschenfahrpläne sind ab 26. Februar im Landratsamt, bei der Stadt Lauf (Pforte), in den Bussen und den üblichen Auslageorten ausgelegt.

Ansprechpartner für Kunden sind: Stadt Lauf, Info-Telefon: 09123/184-210/184, Landratsamt, Personennahverkehr, Telefon: 09123/950-6373, Schmetterling Reise- und Verkehrs-Logistik GmbH: Kundenservice und Qualitätsmanagement, Telefon: 09245/983260.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer