Nach Meldung über Exhibitionisten: Polizei klärt auf

Nackt auf eigenes Risiko

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RÖTHENBACH — Ist Nacktsein am Birkensee grundsätzlich verboten? Nach einer Meldung über einen Exhibitionisten am Ufer des beliebten Badeortes wurde darüber im sozialen Netzwerk Facebook diskutiert.

Ein Mann hatte sich am Dienstag einer Frau am Birkensee nackt gezeigt, und zwar in belästigender Art und Weise. So stand es in der gestrigen Ausgabe der Pegnitz-Zeitung. Was sich der Mann überhaupt zu schulden hat kommen lassen, darüber war sich die Netzgemeinde gestern uneins. Wenn man keine nackten Menschen sehen möchte, solle man eben am Birkensee nicht spazieren gehen, fanden mehrere Kommentatoren auf Facebook. Dort sei Nacktbaden schließlich normal.

Die PZ hat bei der Laufer Polizei nachgehakt, worum es wirklich ging. Der Mann war nicht einfach nur nackt, erklärt Edwin Düthorn, der stellvertretende Dienststellenleiter der Laufer Polizei. Bereits das Wort Exhibitionist bedeutet, dass jemand „anzügliche Handlungen mit sexuellem Hintergrund“ vorgenommen habe, so Düthorn.

Die Skala lasse Interpretationen vom Zeigen des erigierten Penis bis zum öffentlichen Onanieren zu. Gegen den sogenannten „Gliedvorzeiger“, so Düthorn, werde hingegen meist wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ ermittelt. Wegen Exhibitionismus können laut Gesetz übrigens nur Männer belangt werden.

Der Birkensee ist bei Nudisten seit vielen Jahren beliebt. Dabei gilt für den Bereich um den Badesee keine Ausnahmeregelung, erklärt der Leiter des Röthenbacher Ordnungsamtes, Günter Holzammer. Nacktbaden sei am Birkensee nicht durch eine entsprechende Gemeindeordnung erlaubt.

Die Verordnung zum „Verhalten beim öffentlichen Baden“, die das Nacktbaden an bayerischen Seen grundsätzlich verbietet, ist zwar am 30. September 2013 wirkungslos geworden, so Holzammer, doch prinzipiell habe die Gemeinde Röthenbach in keiner Satzung erklärt, dass das freizügige Baden am Birkensee zulässig ist.

Nacktbaden nicht erlaubt

Das bedeutet, dass theoretisch jeder Nackte am Birkensee – wie überall sonst im öffentlichen Raum – wegen der Ordnungswidrigkeit „Belästigung der Allgemeinheit“ von der Polizei zur Kasse gebeten werden kann.

In der Praxis stört sich kaum jemand an den nackten Schwimmern und Sonnenanbetern. Günter Holzammer erinnert sich an eine einzige Beschwerde in den vergangenen Jahren.

Britta Janßen

N-Land Pegnitz-Zeitung
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