Behringersdorfer Verein hat neuen Vorsitzenden

Nach Adidas und Puma nun der TSV

Fast eineinhalb Jahre lang hatte der Behringersdorfer TSV keinen Vorsitzenden. Nun ist der Vorstand wieder komplett. Von links nach rechts freuen sich über das Ende der Vakanz: Michael Baier, Bernhard Kemnitzer, Horst Widmann und Christian Süß. | Foto: Brinek2018/03/TSV-Behringersdorf-neuer-Vorstand-Horst-Widmann-3er-vl.jpg

BEHRINGERSDORF ­— Fast eineinhalb Jahre hatte der TSV Behringersdorf keinen 1. Vorsitzenden. Nun fand sich endlich jemand, der den vakanten Posten übernommen hat. Horst Widmann aus Behringersdorf, ehemaliger Topmanager bei Adidas und Puma, sieht nach seiner Pensionierung eine neue Herausforderung.

Es hatte schon mehrerer Anfragen bedurft, ehe sich Horst Widmann für die Berufung entschied. „Ich kannte den Verein eigentlich viel zu wenig, um sofort zusagen zu können“, so Widmann. Aber nach mehreren Gesprächen mit der Vorstandschaft war er überzeugt davon, dass in diesem Verein mehr steckt, als man vermutet. Die Behringersdorfer stehen hinter ihrem TSV und die Vereinsführung mit dem 2. Vorsitzenden Bernhard Kemnitzer, Finanzvorstand Michael Baier und Schriftführer Christian Süß hatte ihn überzeugt. Schließlich meinte Widmann, hier lohne es sich, tätig zu werden. Auch in harten Zeiten habe sich der Verein behauptet und den Bürgern eine Heimat gegeben.

Widmann möchte mit seinem Konzept den Verein voranbringen und hofft darauf, dass insbesondere die Fußballer ein bis zwei Ligen aufsteigen können. Natürlich werden die anderen Abteilungen nach seinen Worten nicht vernachlässigt, vielmehr hat er ein „Kreativ-Team“ gebildet, dem neben ihm auch Kemnitzer, Baier und Hannes Zapf angehören. In dieser Gruppe wird laufend zusammen mit Abteilungsleitern über neue Ideen und Verbesserungsvorschläge diskutiert werden. Das Team soll die Probleme vor Ort aufspüren und schnelle Lösungen anstreben.

Zapf mischt mit

Wichtig ist es den Vorständen auch, dass die Behringersdorfer Zapfwerke mit Hannes Zapf als deren Sprecher aktiv bei der Auffrischung des TSV Behringersdorf mitwirken wollen. Widmann bittet die Mitglieder um Geduld, denn seine Vorgehensweise seien kleine Schritte, die mittelfristig zum Erfolg führen sollen. Er betonte aber, dass die Basis des Vereins weiterhin der Breitensport bleibe. Trotzdem sei er der Meinung, dass der Verein in Zukunft wieder mehr sportliche Erfolge und Vorbilder hervorbringen müsse, um dem Nachwuchs Ansporn zu geben.

Als Widmann kürzlich seinen 77. Geburtstag feierte, gab sich die Sportwelt in Herzogenaurach ein Stelldichein. Neben Sprint-Star Usain Bolt, den Puma auch dank Widmanns Kontakten früh unter Vertrag nehmen konnte, Alberto Juantorena, dem kubanischen Doppelolympiasieger über 400 und 800 Meter, Oliver Mintzlaff, einst Kollege bei Puma, heute Vorstandsvorsitzender von RB Leipzig, oder Mohammed Iya, der frühere Verbandspräsident Kameruns (in Kamerun trägt das Fußballnachwuchszentrum sogar Widmanns Namen) waren auch alte Weggefährten wie Lothar Matthäus und Boris Becker unter den Gratulanten.

Widmann kann auf ein erfülltes Arbeitsleben zurückblicken, obwohl er stets bescheiden im Hintergrund wirkte. „Der zweite Mann hinter Adi Dassler war eigentlich immer meine Lieblingsrolle“, verriet er. Nun ist er also beim TSV Behringersdorf gelandet und will hier seine Erfahrungen einfließen lassen. Laute Rufe nach Sponsoren wehrte er erst einmal mit dem Hinweis ab: „Nur bei Erfolg sehen sich Sponsoren im Allgemeinen in der Lage, Gelder zu geben – und am Erfolg müssen wir arbeiten und den Verein voranbringen“.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek