Kreiskonzert in Röthenbach

Mit Pauken und Trompeten

Zum Schlussmarsch fanden sich alle Kapellen gemeinsam auf der Bühne der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle ein. | Foto: Brinek2018/03/musikbund-nbg-land-kreiskonzert-alle-kapellen-schlussmarsch.jpg

RÖTHENBACH — Zum ersten Mal hatte der Kreisverband Nürnberger Land des Nordbayerischen Musikbunds zu einem Kreiskonzert in die Röthenbacher Karl-Diehl-Halle eingeladen. Unter dem Motto: „Begegnungen – Musik verbindet“ präsentierten die gastgebende Stadtkapelle Röthenbach, der Musikverein Lauf, Die Haberloher und die Stadtkapelle Velden ein abwechslungsreiches Programm und die große Bandbreite der Blasmusik im Landkreis.

Es war die erste derartige Veranstaltung des Nordbayerischen Musikbunds und dessen Kreisvorsitzende Cornelia Trinkl freute sich darüber, dass es ihr gelungen war, eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen. In ihrer Begrüßung, die zur Erheiterung des Publikums öfter von Trinkls Töchterchen Laura unterbrochen wurde, bedankte sich die Vorsitzende für die eingegangenen Spenden und für den zahlreichen Besuch. Auch etliche Ehrengäste waren gekommen und erlebten in der gut gefüllten Halle einen schwungvollen und unterhaltsamen Konzertabend.

Prokofiew und Elton John

Der Musikverein Lauf unter der Leitung von Andrea Kürten eröffnete den Abend mit einem Marsch von Sergeji Prokofjew. Es folgten Werke von Rossano Galante, Elton John und Martin Scharnagl, dem Schlagzeuger der Tiroler Blasmusikformation „Viera Blech“. Silvia Heid sprach die verbindenden Worte und stellte Titel und Komponisten kurz vor.

Besonders beeindruckte nach dem beschaulichen Beginn die Präsentation der schönsten Melodien aus dem weltbekannten Musical „The Lion King“ („Der König der Löwen“). Die großartige Musik von Pop-Legende Elton John trug dazu bei, dass dieses Musical seit nunmehr über 20 Jahren Erfolgsgeschichte schreibt. Dem Musikverein Lauf gelang es ausgezeichnet, mit einer aufregenden Mischung aus Pop-Musik und traditionellen afrikanischen Rhythmen die mitreißende Geschichte des kleinen Löwenkönigs Simba auf die Bühne zu bringen.

Der Gastgeber: die Stadtkapelle Röthenbach um Dirigent Richard Theiss. | Foto: Brinek2018/03/musikbund-nbg-land-kreiskonzert-stadtkapelle-roth.jpg

 

Im Anschluss betrat die Stadtkapelle Röthenbach mit ihrem Leiter Richard Theiss und fast 40 Musikern die Bühne. Durch das Programm der Röthenbacher führte Ingrid Scholl, die zu Beginn Musik von Ennio Morricone ankündigte. Der heute 89-jährige Morricone hat über 500 Filme vertont, darunter viele Klassiker. Ein Medley der Stadtkapelle mit Melodien aus den Filmen „Zwei glorreiche Halunken“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ ging unter die Haut.
Das Potpourri „Rumänische Tänze“ hatte Kapellmeister Theiss für den Auftritt so arrangiert, dass es für die Besetzung der Stadtkapelle überhaupt spielbar wurde. Mit der Dudelsackpolka, in der Hannelore Klenk auf der B-Klarinette und Hatto Müller auf der S-Klarinette mit flinken Fingern ihre Soli spielten, rundete die Stadtkapelle ihre Vorstellung brillant ab.

Musikalische Weltreise

Nach der Pause begeisterte die Stadtkapelle Velden mit einem Auftritt, bei dem die Handschrift von Leiterin Corinna Nollenberger, die auch Kreisdirigentin ist, unschwer erkennbar war. Die Moderatorin Petra Meyer kündigte zunächst den Slawischen Tanz Nr. 8 von Antonin Dvorak an. Von der professionellen Klasse der Kapelle zeugte die Interpretation des Stücks von Otto M. Schwarz „In 80 Tagen um die Welt“. Das Publikum fühlte sich mitgenommen auf diese Weltreise, die durch musikalische Gags wie Knaller, Glockengeläut oder Zuggeräusche noch lebendiger wurde.

Abschließend wagte sich die Band an den Sound von „Toto“ in einer Orchesterversion. Da die Musik der amerikanischen Rock-Band ohnehin schwer in eine Musik­richtung einzuordnen ist, war es für das Orchester erst recht nicht einfach, die Musik umzusetzen. Aber auch das gelang der Stadtkapelle Velden vortrefflich und sie setzte damit ein weiteres Highlight.

„Die Haberloher“ aus Lauf mit lediglich 14 Akteuren waren zwar zahlenmäßig die kleinste Gruppe. Gleichwohl gelang es Bandleader und Drummer Matthias Juraschek mit dem Glenn-Miller-Stück „In the mood“ die Zuschauer zu begeistern. Der Amy-Winehouse-Song „Valerie“, den Bandsängerin Sandra gefühlvoll vortrug, und Melodien im typischen Sound von James Last sowie der ebenfalls von Sandra gesungene Jennifer-Rush-Hit „Power of Love“ folgten. Mit feurigen brasilianischen Rhythmen zum Abschluss zeigte die Kapelle ihre Vielseitigkeit und heizte dem Publikum richtig ein.

Vor dem Schlussakkord des Konzerts bedankte sich Trinkl bei den Dirigenten und Bandleadern sowie allen Förderern der Veranstaltung für ihr vorbildliches Engagement.

Vier Kapellen auf der Bühne

Für das furiose Finale kamen alle vier Kapellen auf die Bühne und Kreisdirigentin Corinna Nollenberger schwang den Stab zum Marsch „Mit vollen Segeln“ von Klaus Strobl. Das Publikum machte mit und am Ende standen alle Besucher auf und bedankten sich für den gelungenen Abend mit lange anhaltendem Applaus.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek