Kirchweih Rückersdorf

Ministerpräsident ganz volksnah

Ministerpräsident Markus Söder (rechts) schaut ganz genau hin, als Bürgermeister Manfred Hofmann, unterstützt von Brauer Friedrich Vogel und Vereinskartellvorsitzendem Johannes Ballas, das erste Fass anzapft. | Foto: Brinek2018/07/kirchweih-ruckersdorf-bieranstich-soder.jpg

RÜCKERSDORF — Fünf Tage lang feiert Rückersdorf seine Kirchweih, die neben allerhand traditionellem Brauchtum immer auch beste Unterhaltung für Alt und Jung bietet. Und die erstmals in ihrer Geschichte einen amtierenden bayerischen Ministerpräsident zum Bieranstich begrüßen konnte. Markus Söder persönlich, schließlich gehört Rückersdorf zu seinem Nürnberger Wahlkreis, ließ es sich nicht nehmen, dem Bürgermeister bei Bieranstich zuzuschauen. Manfred Hofmann schient die prominente Unterstützung gut zu tun, mit nur zwei Schlägen trieb er den Hahn ins Bierfass.

Der Ministerpräsident erhielt dann auch die erste Maß und betonte gut gelaunt in seinem Grußwort, dass er sich in seiner Heimat Franken besonders wohl fühle. Den Besuchern im übervollen Festzelt rief er zu: „Zur fränkischen Tradition gehört die Kärwa – diese Tradition soll leben und sie macht Franken zu etwas Besonderem in Bayern“. Danach griff der Vereinskartellsvorsitzende Johannes Ballas zum Mikrofon und verglich Rückersdorf mit München, wo ebenfalls der Oberbürgermeister anzapft und der Ministerpräsident die erste Maß erhält. Anschließend stießen alle Ehrengäste und Besucher gemeinsam auf eine friedliche und erfolgreiche Kärwa an.

Bürgermeister Manfred Hofmann bedankte sich ebenso wie Johannes Ballas bei den Kärwakids unter der Leitung von Kareen Seger, den Kärwamadla unter der Leitung von Petra Brandt und den Kärwaboum unter der Leitung von Werner Wenzel für ihre Arbeit und die Aufrechterhaltung der Kirchweihtraditionen, denn ohne deren Engagement hätte die Rückersdorfer Kärwa nicht die richtige Würze.

Musik aus dem Sarntal

Neben dem Bieranstich ist in Rückersdorf natürlich alles geboten, was eine Kirchweih ausmacht. Vom Baumaufstellen bis hin zum Schubkarrenrennen am morgigen Dienstag. Die Musikkapelle Pens aus der Partnergemeinde Sarntal übermittelte Grüße aus Südtirol und sorgte mit flotten Klängen an mehreren Tagen für den nötigen Schwung.

Die Musikkapelle aus Pens im Partnerort Sarntal sorgte für zünftige Musik und begleitete auch den Zug mit dem Baum bis zum Festplatz am Schmidtbauerhof. | Foto: Brinek2018/07/kirchweih-ruckersdorf-sarntaler-musiker.jpg

Die Rückersdorfer Kärwa findet traditionell beim Schmidtbauernhof statt und zieht jedes Jahr auch viele Besucher aus der Umgebung an. Im schmuck gestalteten Innenhof lässt es sich gemütlich feiern und es kommt perfekte Kirchweihstimmung auf. Das Festzelt und die Imbissstände wurden geschickt angeordnet und die Freifläche mit den Biertischgarnituren bietet Plätze an der frischen Luft. In der angrenzenden Schlossgasse stehen Glücks- und Schießbuden sowie Fahrgeschäfte.

29 Meter hoher Baum

Ein Höhepunkt war das Aufstellen des rund 29 Meter hohen Kirchweihbaumes am Samstagnachmittag. Angeführt von der Musikkapelle Pens zogen Rikko und Rokki, zwei mächtige Kaltblüter, den Baum zum Festplatz. Begleitet wurden sie von der Rückersdorfer Ortsprominenz und den Kärwamadla und Kärwaboum. Das führte zwar zu Verkehrsbehinderungen auf der B 14, aber viele Autofahrer nutzten die Gelegenheit, den prächtigen Festzug zu bestaunen.

Auf dem Baumplatz war eine Verankerungsvorrichtung fest installiert worden (ein sogenannter Schuh), die das zügige Aufrichten der Fichte erleichterte. Während die Kärwaboum ihre schweißtreibende Arbeit in der prallen Sonne verrichteten, feuerten die Madla entspannt im Schatten sitzend die Männer zu Höchstleistungen an.

29 Meter lang ist der Rückersdorfer Kirchweihbaum in diesem Jahr, den hier die Kirchweihbuben gerade in den sogenannten Schuh (links) schieben, der vor allem ein relativ sicheres Aufstellen des Baumes ermöglicht. | Foto: Brinek2018/07/kirchweih-ruckersdorf-baumaufstellen.jpg

Zur Unterhaltung heizten die Bands „Sperrstunde“ und „Gin Tonic“ den Gästen richtig ein und sorgten für beste Stimmung. Nach dem ökumenischen Gottesdienst am Sonntagmorgen folgte als weiteres Highlight der Frühschoppen mit den „Südtirolern“, bei dem sich die Besucher von der Herzlichkeit und Lebensfreude der Kameraden aus der Partnergemeinde anstecken ließen.

Am heutigen Montag legt ab 18 Uhr „DJ Oli“ auf und um 19.30 Uhr beginnt das Baumaustanzen. Der Dienstag bringt ab 18.30 Uhr das legendäre Schubkarrenrennen, bei dem die Rückersdorfer eine nur noch selten gepflegte Tradition aufleben lassen. Ab 21.30 Uhr wird der Kirchweihbaum verlost.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek