Konzert der Opernakademie

Matthäus-Passion in Henfenfelder Kirche

Solo und als Chor überzeugend bei der zweistündigen Aufführung in der Herz-Jesu-Kirche (v. l.): Vera Friedli, Alessandra Marten, Yeeun Kim, Jeanne Vogt, Maximilian Vogt, Alwin Adelmann, Michael Aschke, Patryk Rybarczyk. | Foto: J. Dechant2018/03/Alle_Akteure_7336.jpg

HENFENFELD  – In der Henfenfelder Herz-Jesu-Kirche sangen Interpreten von der Opernakademie und der Musikhochschule Nürnberg Ausschnitte aus der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach. Am Samstag ist das Konzert noch einmal zu hören.

Der erste Teil der Aufführung ist dem Zeitraum bis zur Gefangennahme im Garten Gethsemane gewidmet, im zweiten Teil stehen das Leiden und der Tod Jesu im Vordergrund. An der Orgel zeigte sich Denette Whitter als dezente Begleiterin, Jeanne Vogt war mit ihrem Violinspiel eine besondere Bereicherung. Als vorzüglicher Erzähler zeigte sich Alwin Adelmann, der aus dem Evangelium vorlas und so Brücken zwischen den Lieder schlug.

Nachdem alle Sänger den Choral „Herzliebster Jesu“ angestimmt hatten, beeindruckte die Südkoreanerin Yeeun Kim mit der Arie „Buß und Reu“ das Publikum. Das Abendmahl besangen ausdrucksvoll Bariton Michael Aschke und Tenor Maximilian Vogt. Bei der Arie „Ich will dir mein Herze schenken“ zeigte die Schweizerin Vera Friedli ihren feinen Sopran.

Das Geschehen im Garten Gethsemane malte Maximilian Vogt in „Ich will bei meinem Jesu wachen“ mit seiner Stimme aus. Dazu kamen Einlagen des Chors. Der polnische Bariton Patryk Rybarczyk brachte sehr emotional die Arie „Der Heiland fällt“. Einen tiefen Eindruck hinterließ Yeeun Kim mit der Arie „Erbarme dich, Gott“, die mit feinem Orgelspiel und Violinklängen begleitet wurde.

Mit kraftvollem Gesang forderte Michael Aschke „Gebt mir meinen Jesum wieder“, dem der bekannte Choral „Befiel du meine Wege“ folgte. Die Arie „Aus Liebe will mein Heiland sterben“ war ein leidenschaftlicher Beitrag der Sopranistin Alessandra Marten. Ein Klangerlebnis war das bekannte „O Haupt voll Blut und Wunden“, virtuos von allen Akteuren vorgetragen – ein fantastischer Chor. Obwohl nicht das gesamte Werk zu hören war, dauerte diese prachtvolle Aufführung schon fast zwei Stunden. Der Schlussapplaus des Publikums mündete schließlich in Standing Ovations.

N-Land Johann Dechant
Johann Dechant