Zum 22. Mal öffnete in Neunkirchen der Rundgang

Magischer Krippenweg

Franz Semlinger vor einer der 50 Krippen des Krippenweges. Er organisierte diesen viele Jahre lang. | Foto: Märtl2018/12/Krippenweg-Neunkirchen-Semlinger-Foto-Martl.jpg

NEUNKIRCHEN – Der 22. Neunkirchner Krippenweg ist eröffnet. An 20 Plätzen entlang des von Christbäumen und Lichterketten illuminierten Weges gibt es in diesem Advent ganz neue Krippen zu bestaunen.

In die Freude über die gelungene Eröffnung des 22. Neunkirchener Krippenweges mischte sich bei allen Beteiligten ein bisschen Wehmut: Organisator Franz Semlinger, der Vorsitzende des veranstaltenden Heimat- und Geschichtsvereins, hat angekündigt, dass er heuer letztmals verantwortlich zeichnete. „Wenn sich kein neuer Verantwortlicher findet, dann war dies der letzte große Krippenrundweg“, sagt Semlinger. Traditionell fand zur Eröffnung in der evangelischen Kirche von Neunkirchen eine Andacht statt. Bei dieser betonte Pfarrer Hans Weghorn, dass an den insgesamt 50 Stationen des Weges „die zentrale christliche Botschaft von der Menschwerdung Gottes immer wieder neu vor Augen geführt wird.“

Für Landrat Armin Kroder war die Eröffnung in seinem Heimatort auch heuer ein „besonderen Ereignis“. „Berührt und etwas irritiert“ kommentierte er Semlingers Rücktrittsankündigung. Für die lange Zeit der Verantwortung dankte er ihm herzlich. Diese Leistung verdiene höchsten Respekt. Der Krippenweg müsse aber fortgesetzt werden, erklärte Kroder, „denn er hat Tradition, auf die wir stolz sein können. Das ist maßgeblich dein Werk“, sagte er an Semlinger gewandt und schloss in den Dank auch alle anderen Mitstreiter mit ein.

Dementsprechend äußerte sich auch Neunkirchens Bürgermeisterin Martina Baumann. „Der Krippenweg ist wirklich etwas Besonderes und es ist das Verdienst von Franz Semlinger, dass es den Weg in dieser Größe gibt.“ Sie hoffe und wünsche, dass sich wieder ein Team findet, das den Weg fortführt.

Über 50 Stationen

Franz Semlinger erinnerte an 1996, als im „Munkerkeller“ erstmals eine Krippe mit lebensgroßen Figuren aufgestellt wurde. Damals sei die Begeisterung so groß gewesen, dass man sich entschloss, 1997 einen Krippenweg mit zwölf Stationen einzurichten. Von Jahr zu Jahr wurde der Weg länger. Seit 2004 ist er mit 50 Stationen der größte Krippenweg Deutschlands und zieht jährlich rund 5000 Besucher an.

In Zusammenarbeit mit Kirchen, Privatpersonen und Geschäftsleuten sind Krippen aus der ganzen Welt zu sehen, die Verkündigung, Herbergssuche, die Geburt Christi und die Anbetung der Hirten und Weisen entlang des Rundwegs darstellen.

Die Krippen mit bis zu lebensgroßen Figuren kommen aus fünf Erdteilen. Die Krippenbauer überzeugen dabei mit Ideenreichtum und Liebe zum Detail. Besonders augenscheinlich wird dies in der Sonderausstellung, die heuer Max Munker, ein wahrer Meister seines Fachs, zusammen mit seiner Lebensgefährtin Hannelore Langner aus Fürth in der Magdalenenkapelle gestaltet hat.

Sie steht unter dem Motto „Jesus kam vom Orient auch zu uns – Krippen aus dem Orient und Europa“. Faszinierend ist, wie treffend Munker die Szenarien bis in die letzten Einzelheiten gestaltet hat. So erscheint passend zur Kapelle in der Szene Jesus Maria Magdalena im Tempel bei den Schriftgelehrten.

Weitere Krippen zeigen den Hirtenlauf nach Bethlehem, Christi Geburt in Namibia, Weihnachten in der Schweiz, Weihnachten in der Almhütte oder Winterweihnacht im Frankenland. Eine Rarität ist die Simultankrippe mit der Heiligen Familie auf Sizilien bei der Herbergssuche, in der Heiligen Nacht und auf der Flucht nach Ägypten.

Führungen und Rätsel

Semlingers Dank galt neben den Ausstellern den zahlreichen Sponsoren, Christbaumspendern und Helfern, die mehr als 1000 Arbeitsstunden beim Aufbau leisteten sowie den Neunkirchenern, die auf ihren Plätzen die Krippen aufstellen lassen.

Gemeinsam besuchten die Eröffnungsgäste, darunter Altlandrat Helmut Reich und der ehemalige Bürgermeister Kurt Sägmüller, Stationen des Krippenweges wie die Krippe mit Persönlichkeiten Neunkirchens, getöpfert von Erni Popp, sowie die große Dorfkrippe in der Ortsmitte.

Auch heuer gibt es an den Adventssonntagen und am Dreikönigstag jeweils um 17 Uhr eine besinnliche Feier, die von Max Grellner und Lore Winkler, der Bläsergruppe Neunkirchen, dem Posaunenchor Osternohe, Tobias Stammler und dem Jugendchor Klangkraft aus Neunhof gestaltet wird. Bei Führungen, die an jedem Sonn- und Feiertag um 15 Uhr ab Ortsmitte stattfinden, kann man interessante Details zu den einzlenen Stationen erfahren. Bis 23. Dezember ist der Rundgang möglich.

Kinder können sich auf die Suche nach acht versteckten blauen Sternen machen. Wer sie findet, hat die Chance eine von 40 Krippen zu gewinnen.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl