Sommerkino: Tabea Hanstein in der Hauptrolle

„Lola“ ist Erinnerung

Tabea Hanstein vor dem Laufer Industriemuseum. Vor vier Jahren drehte sie „Lola auf der Erbse“. | Foto: Krieger2017/07/TabeaHanstein.jpg

LAUF — Heute startet das arteschock Sommerkino im Laufer Industriemuseum und im Laufer Spitalhof. Vom 27. Juli bis 5. August sind neun besondere Kinofilme zu sehen. Ein Highlight ist der deutsche Kinderfilm „Lola auf der Erbse“. In der Hauptrolle: Tabea Hanstein, die Tochter des evangelischen Laufer Pfarrers Jan-Peter Hanstein.

Mit 11 ein „Kinostar“, mit 15 ganz normale Schülerin des CJT-Gymnasiums in Lauf – Tabea Hanstein findet das „sehr ok“. 2011 wurde die Neuntklässerin zusammen mit weiteren Mitschülern ihres früheren Gymnasiums in Kitzingen für den Kinderfilm „Lola auf der Erbse“ gecastet. Regisseur Thomas Heinemann, ein gebürtiger Franke, suchte für den Streifen über eine junge Außenseiterin mit großem Herz, die mit ihrer Mutter auf einem Hausboot lebt, eine Hauptdarstellerin und Nebendarsteller.

„Ich bin zu dem Auswahltreffen gegangen, ohne dass ich mir große Gedanken gemacht habe, dass das was werden könnte“, erinnert sich Tabea. Doch ihr Talent überzeugte: Sie bekam die Hauptrolle der Lola. Auch fünf ihrer Mitschüler wurden als Darsteller ausgewählt. Tabeas Eltern unterstützten den Ausflug der Tochter ins Filmbusiness: „Die fanden das voll ok“.

Gedreht wurde in den Ferien und an Sommernachmittagen 2011 im nahegelegenen Marktsteft am Main im Landkreis Kitzingen, wo auch das Hausboot ankerte. Spannende Wochen für die damals Elfjährige, zumal ihr Regisseur Heinemann eine der bekanntesten deutschen Aktricen als Filmmutter zur Seite stellte: Christiane Paul, die zuletzt in dem Streifen „Die Vampirschwestern“ im Kino zu sehen war.

„Wir haben uns gut verstanden“, sagt Tabea. Zwar sei die Schauspielerin nur einige Tage am Set geblieben, aber sie sei sehr freundlich gewesen, habe ihr auch Tipps gegeben. 2014 trafen sich beide zur Premiere des Streifen beim Münchner Filmfest wieder. Mit rotem Teppich und Blitzlichtgewitter. „Das war schon aufregend.“ Auch bei europäischen Festivals lief „Lola auf der Erbse“. Der Film heimste mehrere Preise ein. Tabea saß da schon längst wieder auf der Schulbank. 2015 zog die Familie von Rödelsee nach Lauf, wo ihr Vater die Pfarrstelle in der Gemeinde St. Johannis übernahm.

Die Rolle der Lola zu spielen, sagt Tabea, sei eine schöne Erfahrung gewesen: „Sie ist eine starke Persönlichkeit, sie lässt sich nicht beirren. Ich wünschte, ich wäre ein bisschen wie sie“. Rein äußerlich hat die 15-Jährige ihr Filmalter-Ego schon lange hinter sich gelassen. Aus dem Mädchen ist ein Teenager geworden. Zurückhaltend. Fast ein bisschen schüchtern. Wo ist die wilde Haarpracht? „Das waren Extensions“.

In Lauf ist sie angekommen, hat Freunde gefunden, singt im Chor, spielt Querflöte. Das Filmleben ist mittlerweile ziemlich weit weg. Ob sie am 5. August um 15 Uhr in die Vorstellung ihres Kinofilms in der Riedener Mühle im Industriemuseum geht? „Ich weiß es noch nicht. Mal schauen.“

Bereits ausverkauft sind die Sommerkino-Vorstellungen von „Willkommen bei den Hartmanns“ und „Schweinskopf al dente“ am heutigen 27. Juli beziehungsweise am 4. August. Für alle anderen Filme des arteschock-Sommerkinos im Industriemuseum und im Laufer Spital gibt es noch Karten. Diese kosten regulär 8,80 Euro, ermäßigt 6,60 Euro. Es gibt sie im Service-Center der Pegnitz-Zeitung und an der Abendkasse. Einlass ist um 19.30 Uhr.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger