ATP-Turnier Eckental

Lokalmatador Maximilian Marterer weiter im Turnier

Von den beiden Publikumslieblingen hat sich Dustin Brown (links) schon ganz verabschiedet, verlor das Doppel mit Max Marterer (rechts) und dann auch das Einzel gegen Bachinger. Marterer „überlebte“ das Achtelfinale. | Foto: Wagner2017/11/Tennis-ATP-Eckental-Brown-Marterer.jpg

ECKENTAL – Es war heute Nachmittag exakt Viertel nach Eins, als beim Bauer Watertechnology Cup der an Nr. 1 gesetzte Ruben Bemelmans im Einzel seinen Meister fand. Jerzy Janowicz, exakt 50 ATP-Ränge hinter dem belgischen Turnier-Favoriten, servierte zwar ebenso wie sein Gegner acht Asse, hatte aber bei den Breakchancen das bessere Händchen. Der Pole aus Lodz nutzte zwei seiner drei Möglichkeiten (Bemelmans 0/2) zum überraschenden Erfolg des an Nr. 7 gesetzten Osteuropäers, der in der Runde zuvor den 2010-Sieger Igor Sijsling aus dem Rennen warf. Und nun den 2014-Gewinner! Auf Janowicz wartet beim ATP-Turnier in Eckental nun der Sieger der Partie Matthias Bachinger gegen Alex de Minaur.

Mit dabei im Kampf um das Preisgeld ist sehr zur Freude der Fans Lokalmatador Maximilian Marterer, der sich im Achtelfinale in einem 150- Minuten-Schlagabtausch gegen den Italiener Simone Bolelli durchsetzte (6:7, 7:6, 6:3). Eine einzige genutzte Breakchance im dritten Durchgang (6:3) für den Franken entschied diesen Tennis-Krimi mit zwei Tiebreaks auf hohem spielerischem Niveau.

Der zehn Jahre ältere Italiener aus Bologna verlange Marterer alles ab, obwohl dieser in der Asse-Bilanz (17:4) klar vorne lag. „Das Publikum war Wahnsinn, es hat so unglaublich viel Spaß gemacht. Ich dachte schon vor zwei Tagen bei meinem Match wäre die Atmosphäre unglaublich gewesen, aber diesmal war es noch einmal eine Stufe besser! Ich bin gespannt wie es hier weiter abgeht. Wir haben ein richtig gutes Match gespielt, das jeden Satz besser wurde“, so die treffende Marterer-Analyse nach seinem Einzug ins Viertelfinale. Marterer und Fans wohlauf, dies trifft sicher auch für den Turnierdirektor Marcus Slany zu: Das „Zug­pferd“ ist weiter im Rennen.

Aus vorbei heißt es dagegen für Dustin Brown. Die Fans staunten nicht schlecht, als Matthias Bachinger im ersten Durchgang den Deutsch-Jamaikaner vom Platz, sprich: Teppichboden, schoss: 6:0 in nicht einmal einer halben Stunde. 5:0, Einstand, dann das erste Bachinger-Ass und ein Brown-Vorhand-Fehler.

Brown mit Frust

Dass der Deutsch-Jamaikaner des öfteren seinen Schläger in die Luft wirbelte hatte diesmal nicht nur Show-Charakter, sondern war auch Ausdruck von viel Frust. Kein Wunder, wenn ein Topspieler wie er nur eine 36-prozentige Punktausbeute nach dem ersten Service erzielt (Bachinger: 83 Prozent). Keinen einzigen Punkt erzielte Brown nach dem zweiten Aufschlag.

Es konnte nur noch besser werden: Das erlösende erste Spiel folgte dann prompt. Niveau und Stimmung stiegen im House of Sports, Brown hatte Mitte des zweiten Satzes sogar Breakchancen, konnte diese aber nicht nutzen – ganz anders Bachinger, der cool blieb und nach 53 Minuten ans Netz zur Gratulationscour eilen durfte.

Zwei Brown-Asse waren einfach zu wenig für den Publikumsliebling. Damit ist die diesjährige Uhr für ihn abgelaufen, denn auch im Doppel – zusammen mit Maximilian Marterer – musste er die Segel streichen.

Am morgigen Samstag stehen ab 12 Uhr die beiden Halbfinals auf dem Programm; gegen 15 Uhr ist eine Demonstration im Rollstuhltennis geplant. Am Sonntag beginnt um „High Noon“ das Doppelfinale und nach dessen Siegerehrung um 14 Uhr der Turnier-Höhepunkt, das Einzel-Endspiel. Mit Maximilian Marterer?

Weitere Infos unter: www.challenger-eckental.de

Ergebnisse: Einzel: 2. Runde: Moutet (FRAU) – Marti (SUI) 6:3, 3:0 Aufgabe; Bachinger – Brown 6:0, 6:4, Marterer – Bolelli (ITA) 6:7(3), 7:6(3), 6.3.
Viertelfinale: Janowicz (POL) – Bemelmans 6:4, 6:4; Ofner – Basic 6:4, 6:3.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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