Leinburg will Grundstücke zu „fairem Preis“ erwerben

Wer verkauft sein Bauland?

Solche Schilder würde sich die Gemeindeverwaltung Leinburg wünschen, damit sie die hohe Nachfrage nach Baugrundstücken befriedigen kann. | Foto: Fotolia2018/08/Fotolia-Baugrund.jpg

LEINBURG – Die Gemeinde bekommt fast täglich Anfragen nach Baugrundstücken, kann diese aber nicht befriedigen, weil es zwar viele erschlossene Baulücken gibt, die aber in Privathand sind. Nun will die Verwaltung im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans eine Abfrage durchführen, wer bereit wäre, seinen Grund zu einem fairen Preis an die Gemeinde zu verkaufen, damit die den Bauwilligen Angebote machen kann.

Viele Gemeinden kennen das Problem: Es gibt Baugrundstücke, die aber brach liegen, weil die nachfolgende oder übernächste Generation der Besitzer erst in etlichen Jahren in der Lage ist, darauf zu bauen, wenn überhaupt. Der Eigentümer aber denkt nicht daran, die Grundstücke zu veräußern.

Auf der anderen Seite gibt es junge Familien, die sich gern in der Gemeinde niederlassen würden, aber keinen Baugrund finden. In Leinburg scheint dies extrem der Fall zu sein, wie Guido Bauernschmitt vom Planungsbüro Team 4 in der Sitzung erläuterte: „Jeder fünfte Bauplatz in Leinburg ist unbebaut.“ Deshalb schlägt er vor zu eruieren, wo Baugrund verkauft werden könnte, denn „wir wollen nur noch dort Bauland ausweisen, wo auch gebaut werden kann“.

„Jeder fünfte Bauplatz leer“

Nach der Befragung soll eine Liste erstellt werden von denen, die für einen Verkauf in Frage kämen. Selbstverständlich ist der Verkauf immer noch freiwillig. Wer nicht verkaufen will, kann seinen Grund behalten.

Jutta Helmreich (SPD) befürwortete das Vorgehen und mahnte gleichzeitig an, dass die Gemeinde dann auch darauf schauen sollte, dass sich die Flächenversiegelung in Grenzen hält und dass keine zu hohen Mehrfamilienhäuser entstünden.

Bürgermeister Joachim Lang gab zu bedenken, dass es aber auch einen gewissen Bedarf an kleinen Wohnungen in Mietshäusern gebe, weil die eben günstiger sind. Richard Kohler (FW) wollte nicht so ganz einsehen, dass bei diesem Vorgehen ein „Fremder“ auf dem Grundstück bauen kann und die eigenen Kinder nicht. Man könne ja ein Vorkaufsrecht für Familienangehörige schaffen, so dass die eher zum Zug kommen als andere. Josef Bauernschmitt ergänzte, dass auf diese Weise eben mehr Interessierte die Möglichkeit haben, sich einen Bauplatz zu kaufen.

Der Gemeinderat fasste abschließend den Grundsatzbeschluss, bei größeren Baugebieten einen vollständigen beziehungsweise weitgehenden Flächenerwerb anzustreben. Beschlossen wird jeweils in Einzelfällen durch den Gemeinderat und parallel wird eine Eigentümerabfrage erfolgen, ob eine grundsätzliche Verkaufsbereitschaft überhaupt besteht.

Die Rückmeldungen der Eigentümer fließen dann in das weitere Verfahren zur Aufstellung des Flächennutzungsplans ein. Gegen drei Stimmen beschloss das Gremium, sich dem Vorschlag des Planungsbüros anzuschließen.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler