Vorschau Kreisliga2/Kreisklasse 4

TV Leinburg zieht die Reißleine

Julian Heyn – hier beim letzten Sieg bei Eckenhaid 2 (7:2) – soll beim TV Leinburg künftig die Position des bisherigen Trainers Alex Betker als Abwehrchef ausfüllen. | Foto: Keilholz2017/10/DSC04009-1_1.jpg
Raiba Fallback

LEINBURG – Die Stimmungslage beim Fußballtrio aus der Gemeinde Leinburg hat sich innerhalb weniger Wochen völlig gedreht. Während Kreisligist SpVgg Diepersdorf in die Spur zurückgefunden hat und gegen Uttenreuth den vierten Sieg in Folge anstrebt, ist das Kreisklassenduo TV Leinburg und FSV Weißenbrunn auf Talfahrt gegangen.

Der TV Leinburg, der sich seit Wochen außer Rand und Band präsentiert, hat umittelbar nach der 2:7-Schlappe gegen Rückersdorf am vergangenen Dienstag die Konsequenzen gezogen und das Trainerduo Alex Betker und Jörg Helmecke von ihren Aufgaben entbunden. Bis zur Winterpause sollen nun Spielleiter Thomas Höpfel und Alexander Heller versuchen, den taumelnden Kreisklassisten zu stabilisieren. Als Nagelprobe für die beiden wartet am Sonntag das für beide Seiten richtungsweisende Duell beim SK Heuchling. Bereits am heutigen Samstag ist der FSV Weißenbrunn beim Spitzenreiter SG Oberes Pegnitztal gefordert.

Diepersdorf hat die Kurve bekommen

Die SpVgg Diepersdorf scheint die beiden bitteren Heimpleiten gegen Weingarts und Ermreuth weggesteckt zu haben. Mit drei Siegen in Folge, darunter zwei hart erkämpften Auswärtserfolgen beim TSV Brand (1:0) und TSV Neunhof (2:1) hat sich die SpVgg auf Rang drei positioniert. Drei Punkte hinter Spitzenreiter TSV Neunkirchen am Brand, das den 1.FC Schnaittach empfängt, und zwei Punkte hinter dem SV Ermreuth, der durch einen zu erwartenden 5:1-Sieg gegen Kellerkind Sittenbachtal am Mittwochabend die Scherau-Kicker wieder von Platz zwei verdrängte, und jetzt nach Pottenstein muss.

Für SpVgg-Spielertrainer Daniel Wolf war der Sieg in Neunhof ein „Sieg des Willens“. „Daran wollen wir gegen Uttenreuth anknüpfen und auf das Spitzenduo weiter Druck machen“, so Wolf weiter, der vom Kampfspiel in Neunhof (Schienbeinblessur) am meisten gezeichnet ist.

Was die Startelf gegen Uttenreuth betrifft, hält sich der SpVgg-Coach bedeckt. Andreas Reuß ist aus dem Urlaub zurück und könnte eine Option für einen Einsatz von Beginn an sein. Auch für sich selbst lässt der Trainer noch offen, ob er wie bei den letzten drei siegreichen Partien, seine Elf selbst aufs Spielfeld führt oder das Spielgeschehen zunächst von der Bank aus betrachtet.

Turbulente Woche

Der TV Leinburg hat eine turbulente Woche hinter sich. Nach der 2:7-Heimschlappe gegen Rückersdorf am Tag der Deutschen Einheit und der vierten Schlappe in Folge mit der Flut von 20 Gegentoren war jedem klar, dass es so nicht weitergehen konnte.

Noch am Dienstagabend ist unter dem Eindruck der katastrophalen Leistung gegen Rückersdorf die Entscheidung zwischen Vereinsführung und dem Trainerduo Alex Betker und Jörg Helmecke gefallen, die Zusammenarbeit zu beenden und damit zu versuchen, der Mannschaft einen neuen Impuls zu geben. Fußballabteilungsleiter Dominik Raab: „Die Situation ist ernst, wir mussten reagieren“. Helmecke: „Ich habe ja selber gesehen, dass nichts mehr geht, daher ist der Schnitt auch für uns zwei Trainer nachvollziehbar“.

„Vielleicht bekommt die Mannschaft jetzt den Kopf wieder frei und rutscht nicht ganz hinten rein“ wünschen Helmecke und Betker, die sich vor dem Training am Donnerstag persönlich von der Mannschaft verabschiedet haben, den Spielern und dem Verein alles Gute.

Höpfel und Heller übernehmen in Leinburg

Fürs Erste sollen es nun der langjährige Kapitän Thomas Höpfel, der seit dieser Saison die Funktion des Spielleiters innehat, und der verletzte Alexander Heller richten. Auf dem Platz ruhen die Hoffnungen vor allem auf Julian Heyn, dass es diesem gelingt, die Abwehr, die sich zuletzt löchrig wie ein Schweizer Käse präsentiert hat, zu stabilisieren.

„Gegen Heuchling wollen wir ein Zeichen setzen, dass wir noch leben“, hofft Abteilungsleiter Raab, dass der Trainerwechsel bei den Spielern einen Ruck auslöst gelöst hat und die Abwärtsspirale gestoppt werden kann.

Drei Pleiten in Serie für Weißenbrunn

Beim FSV Weißenbrunn ist die Tendenz der letzten Wochen ebenfalls negativ. Von Platz eins am ersten und Rang drei nach dem zweiten und dritten Spieltag ist es aktuell bis auf Rang acht hinunter gegangen.

Zuletzt hat der FSV drei Niederlagen eingefahren. Dabei drückt neben der Pleite beim Schlusslicht Eckenhaid 2 vor allem die 3:5-Niederlage gegen den FSV Schönberg aufs Gemüt, der die schöne Heimbilanz von zuvor 13 Siegen in Serie zerstört hat.

Der Trend der letzten Wochen stempelt den FSV beim Spitzenreiter SG Oberes Pegnitztal zum krassen Außenseiter. Spielertrainer Alexander Pfarherr nimmt die Außenseiterrolle beim Gastspiel – Anpfiff auf dem Wachtberg in Velden ist am Samstag um 16 Uhr – gerne an.

Pfarherr, der in den beiden letzten verlorenen Spielen in Neuhaus und gegen Schönberg gefehlt hat, gibt sich kämpferisch: „Wir haben uns gegen die Spitzenmannschaften meist gut geschlagen und fahren deshalb nicht zum Tabellenführer, um dort brav die Punkte zu lassen“, hofft, dass seine Elf bei den Pegnitztalern ein anderes Gesicht zeigt und positiv überrascht.

Allerdings muss Pfarherr einige personelle Umstellungen vornehmen. Das beginnt bei der Nummer eins. Für den erneut beruflich verhinderten Stammkeeper Özgür Can wird entweder wieder Matthias Hecht oder Christian Zeiß zwischen die Pfosten gehen. Darüber hinaus fehlen verletzungsbedingt Ricardo Scharrer und Dominik Feldlin und mit Außenstürmer Kaan Büyüknisan kann der FSV-Coach in den nächsten Wochen ebenfalls nicht planen. Wieder dabei ist dafür Yannik Martin, der seine Rotsperre abgesessen hat.

N-Land M. Keilholz
M. Keilholz