Tierische Untermieter in Leinburger Kirche

Mehr Leben im Kirchturm

In der St. Leonhard-Kirche in Leinburg fühlen sich Mauersegler wie zuhause und haben dort eine ideale Brutmöglichkeit gefunden. | Foto: fotolia2017/08/Mauersegler.jpg

LEINBURG – Ein ausgezeichneter „Lebensraum Kirchturm“ – damit würdigt der Landesbund für Vogelschutz (LBV) das Engagement der evangelisch lutherischen Kirchengemeinde Leinburg zum Erhalt der Brutmöglichkeiten für Mauersegler und eines Rückzugsortes für Fledermäuse in Turm und Dachstuhl der Kirche St. Leonhard in Leinburg.

Seit Jahren brüten Mauersegler unter der Traufe des Kirchturmdaches. In atemberaubendem Tempo fliegen sie mit ihren schmalen Flügeln auf der Suche nach Insekten über dem Dorf und haarscharf am Kirchturm entlang. Ihre lauten „sriih-sriih“- Rufe sind nicht zu überhören. Mauersegler verbringen nur drei Monate des Jahres bei uns: Anfang Mai kommen sie an und verlassen uns schon Anfang August wieder in Richtung Afrika. In dieser Zeit ziehen sie bei uns ihre Jungen auf und haben seit Jahren mit dem Verlust von Brutmöglichkeiten durch Gebäudesanierungen sowie dem Schwund an Insekten zu kämpfen; inzwischen steht der Mauersegler auf der Vorwarnliste der Roten Liste gefährdeter Brutvögel.

LBV-Regionalgruppen-Vorsitzender Bernd Michl überreicht die Auszeichnung an Pfarrerin Christiane Schlenk und Kirchenvorstandsmitglied Harry Thäter (v.l.). | Foto: privat2017/08/Leinburg-Kirchturm-Mauersegler-1.jpg

„Umso wichtiger ist es, dass bestehende Brutmöglichkeiten offen gehalten werden“, sagte Bernd Michl von der LBV-Regionalgruppe Feucht und überreichte Pfarrerin Schlenk die Plakette „Lebensraum Kirchturm“. Mit dieser Artenschutz-Auszeichnung möchte der LBV die Besucher auf den besonderen Lebensraum hinweisen und die Kirchengemeinde für die Öffnung der Kirchtürme für Mauersegler und Co. ehren.

Auch Fledermäuse leben im Kirchturm

Nicht nur Vögel nutzen den Kirchturm von St. Leonhard: Auch Fledermäuse haben hier ihre Nische gefunden, um ungestört den Tag zu verschlafen, nachts auf Beutezug zu gehen und ihre Jungen aufzuziehen. Im Kirchendachstuhl deutet nur noch frischer Fledermauskot von den Tieren: „Hier war bis vor ein paar Tagen eine Wochenstube für Fledermäuse – vermutlich das Große Mausohr“, meinte Fledermausberater Heinz Neudert vom LBV Feucht. Im Mai 2018 wird er wiederkommen und die Tiere genau bestimmen. Geschützt sind in Bayern alle vorkommenden Fledermausarten, zahlreiche Arten sind gefährdet, so dass der „Lebensraum Kirchturm“ von St. Leonhard auch hier einen wichtigen Beitrag zum Erhalt leistet.

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