Landtags-SPD scheitert mit Idee eines PFC-Monitorings

Keine Bluttests in Diepersdorf

Im Finstergraben, der durch den Reichswald zum Röthenbach fließt, findet sich Perfluoroctansulfonat (PFOS).
Im Finstergraben, der durch den Reichswald zum Röthenbach fließt, findet sich Perfluoroctansulfonat (PFOS). | Foto: PZ/Sichelstiel2018/04/Unbenannt-1-3.jpg

DIEPERSDORF/MÜNCHEN — Die SPD ist im Umweltausschuss des Landtags gestern mit der Idee gescheitert, in mit perfluorierten Chemikalien (PFC) belasteten Gebieten Blut und Muttermilch untersuchen zu lassen. Die giftigen Stoffe finden sich auch im Nürnberger Land.

Die Sozialdemokraten befürchten einen „riesigen Umweltskandal“. In einer Vielzahl von bayerischen Gebieten seien Boden und Wasser mit PFC belastet. Dazu gehört – auch laut offizieller Auskunft des bayerischen Umweltministeriums – die Gemeinde Leinburg. Dort findet sich das potenziell krebs­erregende Perfluor­octansulfonat (PFOS) im Finstergraben bei Die­persdorf. Der Stoff führte zudem zu einer Badewarnung für den Birkensee.

Weil sich PFC im Organismus anreichern, wollte die Landtags-SPD ein Monitoring für Blut und Muttermilch installieren. Dafür fand sich im Umweltausschuss allerdings keine Mehrheit. Fazit des SPD-Abgeordneten Florian von Brunn: Die CSU blockiere den vorsorglichen Schutz der Bevölkerung vor einer gefährlichen Chemikalie.

Das Umweltministerium hatte sich bereits im Vorfeld der Sitzung kritisch zu möglichen Tests geäußert. Insbesondere Muttermilch sei in der Regel geringer als Blut belastet, besondere Risiken für Säuglinge seien nicht zu befürchten. Allerdings: Aktuelle Daten gebe es nicht, die letzte bayernweite Muttermilch-Untersuchung sei vor zehn Jahren erfolgt.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel