Bolta nutzt Programm der Arbeitsagentur

Förderung für Geringqualifizierte

Thomas Meier (rechts), Leiter der Unternehmensentwicklung bei den Bolta Werken, zeigt bei einer Führung durch das Modulcenter 1 Joachim Ossmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nürnberg, ein Bauteil. In der Mitte ist Jürgen Harrer, Leiter des Modulcenters. | Foto: Cichon2018/02/Bolta-Diepersdorf-Fuhrung-Ossmann-Agentur-fur-Arbeit-Harrer-Mei.jpg

DIEPERSDORF — Die Bolta Werke in Diepersdorf hat sich die Agentur für Arbeit Nürnberg ausgesucht, um auf ihr Angebot „WeGebAU“ aufmerksam zu machen. Der Automobilzulieferer nutzt dieses Programm seit 2010, um gering qualifizierte Beschäftigte zu Fachkräften auszubilden. Bei dem Betriebsbesuch stellte die Agentur für Arbeit außerdem die Arbeitslosenzahlen für Januar 2017 vor.

„WeGebAU“ steht für Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen. „Dieses Angebot richtet sich an alle Unternehmen, die mit Fachkräftemangel zu tun haben“, erklärt Katharina Stange, „WeGebAU“-Beraterin bei der Agentur für Arbeit Nürnberg, in der Gesprächsrunde bei den Bolta Werken in Diepersdorf. Mit diesem Förderprogramm werden Menschen mit einer geringen Qualifizierung, ohne Berufsausbildung oder Menschen, die nicht mehr in ihrem alten Beruf arbeiten können, unterstützt. Man wolle präventiv eingreifen, weil Geringqualifizierte öfter in Arbeitslosigkeit geraten, so Stange weiter.

Im Jahr 2017 waren es 140 Personen, die sich so weitergebildet haben. Allein bei den Bolta Werken, die unter anderem Kühlerschutzgitter für die Automobilindustrie herstellen, waren es 17 Mitarbeiter. „Das Programm sollte aber noch stärker genutzt werden. Die finanziellen Mittel sind da“, betont Joachim Ossmann, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nürnberg.

Agentur übernimmt Kosten

Bei Betrieben mit 10 bis 249 Beschäftigten übernimmt die Agentur für Arbeit bis zu 75 Prozent der Kosten für berufliche Weiterbildungen, die auf dem Arbeitsmarkt anerkannt sind. Den Rest übernimmt das Unternehmen. Bei Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern können sogar bis zu 100 Prozent übernommen werden, fügt Katharina Stange hinzu. Eine Voraussetzung ist etwa, dass die Bildungsmaßnahme außerhalb des Unternehmens stattfindet.

Arbeitnehmer, die einen allgemein anerkannten Berufsabschluss oder eine berufliche Teilqualifizierung erreichen wollen, unterstützt die Agentur für Arbeit hingegen unabhängig von der Betriebsgröße. Hier werden unter anderem Weiterbildungskosten bezuschusst oder Lehrgangskosten erstattet. Eine Voraussetzung dafür ist, dass das Unternehmen den Mitarbeiter für die Qualifizierung freistellt und dessen Gehalt weiter bezahlt.

Dieses Angebot nehmen die Bolta Werke mit ihren rund 1450 Mitarbeitern am Standort Diepersdorf bereits seit 2010 in Anspruch. So wurden insgesamt 42 Mitarbeiter etwa zum Maschinen- und Anlagenführer, Fachkraft für Lagerlogistik oder Fachlagerist ausgebildet. „Mit diesem Angebot ist es uns möglich, Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden“, sagt Thomas Meier, Leiter der Unternehmensentwicklung bei Bolta. Nur drei der 42 Absolventen hätten das Unternehmen wieder verlassen, freut sich Meier.

Vom Helfer zum Teamleiter

Einer der erfolgreichen Mitarbeiter ist Sefket Osman. Er begann vor vier Jahren ungelernt als Lagerhelfer für Bolta zu arbeiten. Nach seiner Weiterbildung ist der 28-Jährige inzwischen bis zum Schichtführer aufgestiegen und leitet ein Team von 14 Personen. Dem Unternehmen ist er für diese Chance sehr dankbar. Für die Ausbildung sei er immer freigestellt worden, etwa von Nachtschichten. 

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon