Verband entzieht Titel „Qualitätswanderweg“

Dünenweg ohne Zertifikat

Der Fränkische Dünenweg darf sich nicht mehr "Qualitätswanderweg" nennen. | Foto: Foto: Märtl2015/12/DSC4817.jpg

NÜRNBERGER LAND – Der Fränkische Dünenweg, der über 80 Kilometer durch Dünenland­schaften im Nürnberger Land führt, die während der letzten Eiszeiten entstanden, wird auch weiterhin nach den Vorgaben des Deutschen Wanderverbandes für Qualitätswanderwege gepflegt. Aber die künftige Zertifizierung durch den Deutschen Wander­verband wird aufgrund der un­verhältnismäßig hohen Auflagen zugunsten des Erhalts der Wege­attraktivität nicht weiter verfolgt. Das beschloss der Kreisausschuss nach ausführlicher Darstellung der Situation durch den Leiter der Kreisentwicklung, Bernd Hölzel.

Erstmals wurde der Dünenweg nach den Kriterien des Deutschen Wanderverbandes 2012 zertifi­ziert. Nach drei Jahren stand nun die Re-Zertifizierung an.

Fazit der Begehung: Die An­forderungen an die Kernkriteri­en sind nicht erfüllt. Einige Kilo­meter Strecke wurden nicht mehr als Pfad oder als naturnahe We­ge eingestuft und zwar deswegen, weil der Deutsche Wanderver­band die Richtwerte zum Kern­kriterium „Intensiv genutztes Umfeld“ erheblich verschärfte.

„Sehr schwierig, dem Weg etwas Schönes abzugewinnen“

 „Da sich der Weg in einigen Ab­schnitten überwiegend an der Au­tobahn entlangschlängelt, ist es bei dem Lärmpegel sehr schwie­rig, dem Weg etwas Schönes ab­zugewinnen. Mit den derzeit 16,1 Prozent liegt der Fränkische Dü­nenweg deutlich über den Vorga­ben für einen Qualitätsweg Wan­derbares Deutschland.

  „Hiermuss dringend am Wege­verlauf gearbeitet werden, um die Attraktivität zu steigern, so dass der Weg den Wünschen (…) der Wandergäste entspricht“, fordert der Wanderverband.

Zudem fällt der Fränkische Dü­nenweg derzeit durch, da er im Erlebnispotenzial nicht auf die erforderliche Punktzahl kommt.

Neue Strecke für Dünenweg?

Alle angezeigten Mängel müss­ten für eine Re-Zertifizierungdes Fränkischen Dünenweges beho­ben werden. Dies wären die teil­weise Wegverlegung von Etappe 3 (19 km) und eine vollständige Ver­legung der Etappe 4 (18 km) mit Röthenbachklamm und Offen­sanden, die als eine der schönsten des gesamten Weges gilt.

Nach Rücksprache mit der Un­teren Naturschutzbehörde gibt es in diesen Bereichen aber keine Wegalternativen, die man befür­worten könne. Auch die Einschätzung des Fränkischen Albvereins zu ei­ner Wegumlegung im Nürnber­ger Reichswald sei ebenfalls nicht vielversprechend, da der derzei­tige Wegverlauf das Ergebnis in­tensiver und langwieriger Ab­sprachen mit den Bayerischen Staatsforsten sowie Wald- und Grundstückseigentümern ist.

Die Wegumlegung, so Hölzel, würde sich auch auf die Gesamt­bewertung auswirken, da sich die Untergründe und Erlebniswer­te etc. in erheblicher Form verän­dern und so in anderen Kernkri­terien die Richtwerte ggf. nicht erreicht werden können.

Marketing fehlt

Dass der Weg extrem erfolg­reich ist und man ihn deswegen auf jeden Fall aufrechterhalten will, stand außer Zweifel.

Bernd Hölzel: „Der Dünenweg bleibt ein Qualitätsweg, weil sich am Weg an sich nichts ändert.“ Was künftig fehlt, ist die Werbe­wirksamkeit mit dem Siegel „Qa­litätswanderweg“ und das fehlen­de Marketing über den deutschen Wanderverband.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl