Saisonstart bei SpVgg Diepersdorf

Aufbruch ins Abenteuer

Der Trainer mittendrin, statt nur nebendran: Daniel Wolf (Mitte) wird auch heuer wieder zumindest für ein paar Spiele lang im Sturm aushelfen. | Foto: Keilholz2018/07/DSC01380-1.jpg

DIEPERSDORF – „Wir waren nur mal kurz weg!“ Das berühmte Aufstiegsmotto des 1. FC Nürnberg zur direkten Rückkehr in die Bundesliga im Jahr 2009 könnte heuer auch für die SpVgg Diepersdorf gelten. Schließlich haben die Scherau-Kicker ebenfalls nach nur einem Jahr im Kreisoberhaus wieder den Sprung zurück in die Bezirksliga geschafft.

Für viele Diepersdorfer wird die Bezirksliga Nord Neuland, ja regelrecht ein Abenteuer. Denn von der Mannschaft, die vor zwei Jahren am Ende der Spielzeit 2016/2017 nur knapp die Rettung verpasst hat, sind nur noch wenige Spieler übrig geblieben. Der personelle Umbruch war in dieser Sommerpause enorm: Elf Akteure haben den Verein verlassen, zehn Neuzugänge hat Trainer Daniel Wolf dazu bekommen. Nur bei Cagrispor hat sich das Transferkarussell heuer noch heftiger gedreht (insgesamt 23 Wechsel).

Aderlass in der Offensive

Für Wolf und seinen Co-Trainer Andreas Reuß bedeutet diese massive Blutauffrischung eine große Chance – zuerst aber einmal viel Arbeit, gilt es doch, die zahlreichen Neuzugänge zu integrieren und zusammen mit dem verbliebenen Personal eine schlagkräftige Einheit zu formen. Die kurze Vorbereitung dürfte dazu noch nicht ganz ausgereicht haben. Die Testspiele der letzten Wochen taugen jedenfalls nicht dazu, in Diepersdorf voreilige Euphorie auszulösen. „Die Ergebnisse waren ganz gut, aber die Spiele waren meist gegen unterklassige Gegner“, hält Wolf ganz bewusst den Ball flach.

Bauchschmerzen bereitet ihm besonders der Aderlass in der Offensive. Mit dem Quartett Oliver Eichenmüller, Chris Kohlenbach (beide als Spielertrainer zum TSV Rückersdorf), Philipp Knogl (Spielertrainer FC Altdorf) und Martin Wießler (SV Stauf) sind Wolf auf einen Schlag die komplette Abteilung Attacke und zugleich 49 Tore abhanden gekommen. Klar, dass diese Lücke nicht einfach zu schließen ist.

Mit Marco Hahn vom SV Schwaig II und Philipp Lahner aus Röthenbach hat er zwar zwei neue Stürmer dazugeholt, allerdings sind beide Akteure noch relativ jung und haben ihren Torinstinkt bislang nur zwei Etagen tiefer in der Kreisklasse beweisen können. Wolf ist trotzdem optimistisch, dass der Lernprozess schnell abgeschlossen ist: „Das sind beide gute Jungs“, ist er überzeugt.

Trotzdem ist es gut möglich, dass sich der ehemalige Bayernliga-Torjäger zum Saisonstart am kommenden Sonntag daheim gegen den TV Erlangen (17 Uhr) und vor allem dann eine Woche später beim Meisterschaftsfavoriten Türkspor Nürnberg selbst noch einmal in die Startelf beordert – obwohl seine morschen Knie das eigentlich gar nicht mehr zulassen. „Zunächst steh ich schon noch selbst auf dem Platz, aber ich muss auch auf meine Gesundheit achten“, kündigt Wolf das nahe Ende seiner aktiven Laufbahn an.

„Müssen über Kampf kommen“

Abgesehen von der Offensivproblematik fühlen sich die Diepersdorfer grundsätzlich für die Bezirksliga gerüstet. Wolf: „Wir wissen, dass wir spielerisch nicht mithalten können, aber deshalb müssen wir eben über den Kampf kommen.“ Und kämpfen können sie, das haben die Diepersdorfer in der abgelaufenen Kreisliga-Saison, als sie souveräner Meister wurden, nachdrücklich bewiesen.

Mit lediglich 25 Gegentoren hatten sie die mit Abstand beste Defensive der Liga und genau diese Defensive haben Wolf und Co. jetzt sogar noch aufgerüstet. Zu den erfahrenen Abwehrspezialisten wie Reuß und Patrick Schmidt gesellt sich nun mit Tobias Beß ein klassischer Sechser, der in Buch bereits Landesliga gespielt hat. Zusammen mit den erfahrenen Alexander Stengel (Kapitän) und Manfred Krotz soll das Trio eine Achse bilden, um die Wolf dann seine jungen Wilden herumgruppieren kann.

So gesehen sind die Voraussetzungen gar nicht so schlecht für die Diepersdorfer Bezirksliga-Abenteurer. Lautet doch eine alte Fußballweisheit: Der Sturm gewinnt die Spiele, die Abwehr Meisterschaften. Und die Meisterschaft kann für die SpVgg laut Wolf heuer nur sein: „der Klassenerhalt!“

Abgänge: Stanislaus Leontjev (SK Lauf II), Chris Kohlenbach (TSV Rückersdorf), Nicolas Weber (SpVgg Hüttenbach), Oliver Skuza (Ziel unbekannt), Markus Meier (pausiert), Valon Korqaj (TSV Brand 66), Martin Wießler (SV Stauf), Andre Gentes (pausiert), Mario Feulner (Auslandsaufenthalt), Philipp Knogl (FC Altdorf)

Neuzugänge: Tobias Beß (TSV Buch), Daniel Distler (SC Feucht), Philip Lahner (FC Röthenbach), Marcus Reiner (SK Lauf II), Rainer Gabel (SV Schwaig II), Maximilian Danninger (SK Lauf II), Philip Hahn (SV Schwaig II), Julian Hampl (SV Unterferrieden), Alexander Macher (SK Lauf II), Kai Dillinger (SC Feucht).

Trainer: Daniel Wolf (wie bisher)

Saisonziel: Klassenerhalt

Meistertipp: Türkspor Nürnberg, FSV StadelnD

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann