Laufer Arzt hilft mit Ausrüstungsgegenständen

Trikots für Tansania

Eine der 25 Mannschaften des FC Arusha spielt jetzt in FCN-Trikots. Klaus Lindner hat sie aus Europa mitgebracht. Foto: Lindner2015/05/dr_lindner_afrika_triktos.jpg

LAUF/ARUSHA — „Um die Kinder von der Straße zu kriegen, gibt es praktisch nur den Sport“, sagt Klaus Lindner. Der frühere Laufer Augenarzt reist inzwischen einmal im Jahr an den Kilimandscharo. Dort, in Tansania, behandelt er zumeist bitterarme Patienten. Diesmal hatte er außerdem Fußballschuhe, Trikots und Stutzen dabei.

Die Freude beim FC Arusha, dem Fußballverein der gleichnamigen Stadt im Nordosten Tansanias ist groß. Rund 100 Paar Fußballschuhe und andere Ausrüstungsgegenstände hat der „daktari wazungu“, der weiße Doktor aus Deutschland, mitgebracht. Klaus Lindner, bis vor zehn Jahren mit eigener Praxis in Lauf, hatte sie zuvor bei den Sportvereinen der Pegnitzstadt eingesammelt. Mit rund 40 Kilo Gepäck flog er dieses Jahr nach Afrika, der Rest wurde per Container angeliefert. Weil ein Laufer, den Lindner angesprochen hatte, bei den Alten Herren in Nürnberg spielt, ist eine der 25 Mannschaften des FC Arusha jetzt sogar mit FCN-Trikots ausgestattet, eine andere Elf läuft in den Farben des TSV Lauf auf.

Der Augenarzt, der für seine Tansania-Hilfe mit dem Lions-Club aus Tecklenburg (Nordrhein-Westfalen) zusammenarbeitet, will vor allem den Jugendlichen das Lesen und Schreiben ermöglichen – dazu gehört gutes Augenlicht, aber auch Schulbildung. Kein einfaches Thema in einem Land, in dem Kinder in erster Linie als Altersvorsorge gelten und daher oft arbeiten müssen statt in den Unterricht gehen zu können. Die Alphabetisierungsrate liegt laut Auswärtigem Amt gegenwärtig bei 69 Prozent.

„Krankheit, Hunger und Armut“, sagt Lindner, sind die größten Probleme in Tansania. Der Sport sei ein gutes Mittel, um angesichts dieses ewigen Kreislaufs für Abwechslung zu sorgen und ein Abdriften in die Kriminalität zu verhindern. Der FC Arusha habe viele Jugendmannschaften und einen engagierten Trainer, der sich um diese kümmere.

Das Krankenhaus, das Lindner gemeinsam mit dem Lions-Club aufgebaut hat, wird inzwischen vom Staat Tansania gefördert, es hat sogar einen eigenen Operationssaal für Augenkranke.

Spendenkonto: Lions-Förderverein, Kreissparkasse Steinfurt, Konto 26393, BLZ 403 510 60, Verwendungszweck: „Arusha – Dr. Lindner“. Der Arzt plant in diesem Jahr einen Vortrag im Laufer „PZ-KulturRaum“, bei dem er von seiner Tätigkeit berichten möchte. Ein genauer Termin steht aber noch nicht fest.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel