Heute ist Valentinstag

Tag der Liebe oder nur Kommerz?

Sie brauchen kein festes Datum. „Wir haben uns jeden Tag lieb“, sagen Stefan und Daniela aus Schnaittach. | Foto: Jahn2018/02/Valentinstag-Schnaittach-Stefan-u-Daniela-gja.jpg

NÜRNBERGER LAND — Heute am 14. Februar ist Valentinstag – ein Tag, an dem sich traditionell die Liebenden mit Blumen und kleinen Aufmerksamkeiten beschenken. Doch der Tag spaltet die Gemüter – Geldmacherei oder einfach romantisch? – die PZ hat sich umgehört.

In diesem Jahr fällt der Valentinstag auf Aschermittwoch. Ein kurioses Zusammentreffen, wenn das rote Herz der Liebenden mit dem schwarzen Aschekreuz des Aschermittwochs zusammenkommt. Und auch ein sehr seltenes „Rendezvous“ – zuletzt gab es dies im Jahre 1945.

Dass dieses Ereignis so selten ist, liegt daran, dass wir mit unseren Festen und Feiertagen in zwei verschiedenen Kalendersystemen leben: den unverrückbar festen Daten des Sonnenkalenders und dem sich jährlich wandelnden Mondkalender des Osterfestes.

Ein Tag mit langer Geschichte

Aschermittwoch, der Beginn der Fastenzeit, ist als der 46. Tag vor dem Ostersonntag an das wechselnde Osterdatum gebunden. Dagegen hat der Valentinstag, der im Jahre 469 von Papst Gelasius I. eingeführt wurde, immer das gleiche Datum, den 14. Februar nämlich.

Der schöne Brauch, sich am Valentinstag Blumen zu schenken, geht auf das beginnende vierte Jahrhundert zurück. Im Römischen Reich feierten die Menschen am 14. Februar Lupercalia, das Fest der Göttin Juno, die als Schützerin von Familie und Ehe galt. An diesem Tag bekamen Frauen Blumen geschenkt.

Für Verkäuferin Sandra von Blumen Wendler ist der Valentinstag ein arbeitsreicher, Blumen sind das Geschenk Nummer eins. | Foto: Jahn2018/02/Valentinstag-Lauf-Sandra-bei-Blumen-Wendler-gja.jpg

Auch heute sind und bleiben Blumen die Nummer eins der beliebtesten Geschenke zum Valentinstag. Und das wird wohl auch in diesem Jahr so bleiben. Zumindest setzen die Gärtnereien und Floristik­läden im PZ-Gebiet fest darauf. Sie haben sich jedenfalls extra für diesen Tag gewappnet und bieten, wie beispielsweise das Floristikgeschäft Wendler in der Johannisstraße in Lauf, eine große Auswahl an Blumensträußen und Gestecken an. Rosen und Orchideen sind dabei besonders gefragt, wie Verkäuferin Sandra weiß.

Der Tag der Liebenden hat auch die Schaufenster vieler anderer Geschäfte fest im Griff – überall sind Geschenkideen zum Valentinstag zu sehen. So gibt es beispielsweise bei Wiehgärtners Backeria am Laufer Friedensplatz mit Herzchen verzierte Valentinskrapfen. Und in der Marktapotheke am Nürnberger Tor erhält heute jeder Kunde eine kleine Aufmerksamkeit.

Was für die einen Romantik pur bedeutet, ist für die anderen eine bloße Geschäftemacherei. Deshalb wird der „Tag der Liebe“ von vielen auch konsequent ignoriert.

Was sagen die PZ-Leser?

Auf dem Marktplatz in Lauf trifft die PZ bei einer kurzen Umfrage auf Anja (28 Jahre) aus Lauf. Sie wird am Valentinstag nichts Besonderes machen. Generell sei es für sie „ein Tag wie jeder andere“ – Anja passt auf ihr Baby auf, wartet abends auf ihren Mann und lässt sich überraschen, was er mitbringt.

Paul Höfling (69) aus Lauf hält den Tag nur für Kommerz. Einen Strauß Blumen bringt er seiner Frau Renate (69) lieber nicht mit, „es könnten ja die falschen sein“.

Anna (19), Sarah (19) und Marina (18) aus Lauf wiederum halten sehr viel vom Valentinstag und finden „prima, dass es so was gibt“. Die drei Mädels unternehmen am Abend etwas Schönes mit ihren Freunden, für die sie auch ein kleines Geschenk besorgt haben.

Anna, Sarah und Marina (v.l.) finden den „Tag der Liebe“ toll und wollen ihn mit ihren Liebsten begehen. | Foto: Jahn2018/02/Valentinstag-Lauf-Anna-Sarah-u-Marina-gja.jpg

Daniela (30) und Stefan (29) aus Schnaittach feiern den Valentinstag nicht speziell, denn „wir haben uns jeden Tag lieb“, sagen sie und beweisen es mit einem innigen Kuss. Aber ein gemütlicher Abend, vielleicht mit einem spontanen Überraschungsmenü, wird es auf jeden Fall.

Hans Falkner (62) aus Rabenshof findet, dass der Valentinstag ein „schöner und netter Brauch“ ist. Er sei aber den ganzen Tag mit genug Arbeit auf seinem „Webershof“ beschäftigt. Auch Schwiegertochter Monika (30) feiert den Tag „eigentlich nie“, lässt sich aber gerne von ihrem Mann Dieter überraschen.

Hans Falkner aus Rabenshof und Schwiegertochter Monika halten den Valentinstag für einen schönen Brauch, feiern ihn aber nicht. | Foto: Jahn2018/02/Valentinstag-Rabenshof-Monika-u-Hans-gja.jpg
N-Land G. Jahn
G. Jahn