Judith Geissler holt zweiten Platz bei Musikwettbewerb

Siegerparty in der Laufer Kaiserburg

Die Formation d.monic gibt es seit fast zwei Jahren, im Herbst erscheint ihre erste CD. Judith Geissler (rechts) und Lucia Kastlunger touren noch in diesem Jahr eine Woche durch Lucias Heimat Südtirol. | Foto: Spieß2018/03/geissler-d.monic-Konzert-Lauf-2.jpg

LAUF — Die Günthersbühlerin Judith Geissler hat beim Musikwettbewerb „Traditi.ON“ des Radiosenders „Bayern 3“ nur hauchdünn den ersten Platz verpasst. Unter den insgesamt 176 Einreichungen im Rahmen des Wettbewerbes zum Jubiläumsjahr „100 Jahre Freistaat, 200 Jahre Verfassungsstaat Bayern“ wurde sie hervorragende Zweite. Sie darf sich nun Regionalsiegerin nennen und über 1000 Euro Preisgeld freuen. Das Konzert ihrer Formation „d.monic“ in der Herrenstube der Laufer Burg wurde dadurch zur Siegerparty.

Laufs Bürgermeister Benedikt Bis­ping outete sich gleich zu Beginn des Konzerts als großer Geissler-Fan und nannte die geschichtsträchtige Herrenstube einen bestens geeigneten Rahmen für kulturelle Veranstaltungen dieser Art. Und was gebe es dabei Besseres als „Begegnungen der Menschen bei toller Musik“, stellte er fest.

Geisslers Erfolge, etwa ihr beeindruckender Auftritt bei der großen Sternstunden-Gala oder eben der hauchdünn verpasste Sieg beim Musikwettbewerb von „Bayern 3“, bei dem Volkslieder in neue musikalische Formen gebracht werden mussten, wies er auch zu einem Teil der Sing- und Musikschule in Lauf zu. Dieser verdankt die Günthersbühlerin ihre musikalische Grundausbildung. Im Besonderen Schulleiter Christoph Grassl, der gerne erzählte, dass Geissler dort auf die Aufnahme an der Hochschule für Musik in Nürnberg vorbereitet wurde. Er zeigte sich zurecht stolz auf das „Eigengewächs“ und war bei etlichen Songs als Saxofonist mit von der Partie, was dem Konzert einen zusätzlichen instrumentalen Kick gab.

Zusammen mit der Südtirolerin Lucia Kastlunger, mit der Geissler das Duo „d.monic“ bildet, und ihren drei Musikern lieferte sie in der Herrenstube genau das Programm, das sie ihren Fans und Freunden versprochen hatte: „Frauenpower in Harmonie“, und zwar mit viel Herz und tief aus dem Bauch. Die drei jungen Männer an den Instrumenten bereiteten den beiden ausgezeichneten Sängerinnen dabei weit mehr als einen perfekten Soundteppich und zauberten feine Töne in das alte Gewölbe.

Geissler und Kastlunger nutzten den familiären Rahmen und erzählten persönliche Geschichten zu ihren Eigenkompositionen. Sie ließen sich bereitwillig in die Karten schauen, verrieten, was sie bewegt, was sie antreibt und auch was sie berührt. Denn um Gefühle geht es fast in jedem Song. Die musikalische Verpackung ihrer Stücke – sieben stammen aus der Feder von Geissler, fünf hat Kastlunger geschrieben – orientiert sich schwerpunktmäßig an Funk, der aber oft auch jazzbetont oder balladenhaft im Pop-Gewand daher kommt.

Mit Feeling und Groove

Und genau dies zeichnet das Sängerinnen-Duo aus: Sie haben keine stilistischen Berührungsängste, Hauptsache das Feeling stimmt und die Nummern haben den richtigen Groove. Dazu präsentierten sich die drei musikalischen Begleiter auf einem sehr anspruchsvollen instrumentalen Niveau: Tastenmann Florian Donaubauer, erst seit kurzem dabei, ließ bei etlichen Soli seiner sensiblen, aber technisch versierten Präsenz freien Lauf. Die Rhythmusfraktion mit Johannes Göller am Bass und Aron Hantke am Schlagzeug dosierte nicht nur kontrolliert und mit scharfen Akzenten, sie war auch stets Garant für den nötigen Groove.

Damit bildeten sie den perfekten Gegenpart zum oft auch zweistimmigen, melodiösen Gesang der jungen Ladys, deren Stimmen sich seelenverwandt ergänzen. Ob rotzig-druckvoll aus dem Bauch, artifizieller in den oberen Tönen – sie übergeben sich in den Songs die Leadstimmen traumwandlerisch sicher und mit viel Ausdruck.

Als besonderes Stilmittel verwenden sie die englisch und italienisch gesungenen Texte im Wechsel, jede auf ihre eigene Art und dennoch sensibel miteinander verbunden: bezaubernd zärtlich, aber auch mit viel Temperament. „Il volo“ mit viel Rhythmus, das vereinnahmende „The beauty of life“, ein eher nachdenkliches, hitverdächtiges „The way“ mit seinem zauberhaften Duett und „Noi/we“, dem ein phantastisches ­Pianosolo den letzten Kick gab.

Man merkt den Sängerinnen an, dass es einen ganz besonderen Draht gibt, der beide verbindet. Und das, wie Geissler erzählte, schon vom ersten Tag an der Hochschule an, an der beide von 2013 bis 2017 Jazzgesang studiert haben. 

N-Land Erich W. Spieß
Erich W. Spieß