Dampfmodelltage in Lauf

Museum unter Dampf

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LAUF — Jubiläum im Industriemuseum: Dieses Wochenende und noch einmal am 19. und 20. November finden hier die 20. Laufer Dampfmodelltage statt. Von 10 bis 17 Uhr können an diesen vier Tagen wieder fast 500 voll funktionsfähige Dampfmaschinenmodelle, von der reinen Antriebsmaschine bis zu Dampfloks und Modellschiffen in Betrieb erlebt werden. Auf über 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche geht so eine in ganz Bayern einzigartige Ausstellung in ihre 20. Runde.

Wer hätte 1994 gedacht, dass die Dampfmodelltage 22 Jahre und 19 Ausgaben später immer noch das Veranstaltungshighlight im Industriemuseum Lauf sein würden? Übrigens damals noch unter dem Titel „Voll unter Dampf“ im „Industrie Museum Lauf“.

Vom sogenannten Flammenfresser bis zu dampfbetriebenen Modellschiffen – alle Sparten des professionellen Modellbaus sind mal wieder vertreten. Auf einem dreigleisigen Schienenoval fahren Dampfloks verschiedenster Bauart und in einer Miniatur-Seenlandschaft befördert eine Modellfähre die kleinen Züge von einem Ufer zum anderen.
Brandneu dieses Jahr: Historische Blechbahnen und Blechspielzeug. Ob mit ratterndem Uhrwerk betrieben oder unter Dampf – die kleinen Modelle der Firmen HaBi (Billerbahn), Bing oder Beckh sind auf jeden Fall ein Hingucker und eine Bereicherung der Ausstellung.

Einmal erleben, wie es gegen Anfang des vorherigen Jahrhunderts ausgesehen haben muss, als die Urväter der heutigen Traktoren über die Felder schnauften? Als Highlights des Jubiläums werden eine riesige Lokomobile im Außenbereich zu bewundern sein und ein historischer Lanz-Bulldog seine Fahrtüchtigkeit unter Beweis stellen.

Aber wie entstehen eigentlich die Dampfmodelle und wo kommen die Kleinteile her? Für alle, die schon immer wissen wollten, wie Modellbauer die Einzelteile ihrer Miniaturen herstellen, gibt es Vorführungen an historischen und modernen Drehbänken. Für Kenner besonders von Interesse dürfte außerdem ein restaurierter funktionsfähiger Heinrici-Motor – eine deutsche Bauart des Heißluftmotors aus dem 19. Jahrhundert – nebst angeschlossener Nähmaschine sein.

Für die Dauer der Dampfmodelltage werden in der Maschinenhalle Hochglanz-Fotografien der Arbeiten des 2013 verstorbenen Modellbau-Weltmeisters Reinhardt Tielsch ausgestellt. Tielsch war bei der Stadt Fürth als Architekturmodellbauer angestellt und zählte deutschlandweit zu den begabtesten Künstlern seines Fachs.

Sonntags finden wie gewohnt erklärte Vorführungen der großen, über 100 Jahre alten, Museumsdampfmaschine statt. Hutmacher-Meisterin Elisabeth Mauerer gewährt dem interessierten Besucher einen Einblick in die Kunst des Hütemachens. Auch hier spielt Dampf eine entscheidende Rolle.

Für Kinder und Junggebliebene hat das Industriemuseum wieder eigens zwei Tüftel- und Bastelstationen eingerichtet. Mit dem selbstgebauten Schnalzgummiautos um die Wette fahren oder sich kreativ beim Gestalten eines Dampfbildes austoben – Groß und Klein, oder beide gemeinsam, kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten.Selbst gebackenen Kuchen, Kaffee, andere Getränke und Snacks gibt es im Museumscafé. An den Sonntagen brutzeln Bratwürste auf dem Grill. Es gelten die regulären Eintrittspreise!

N-Land Pegnitz-Zeitung
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