Störche nisten wieder in Lauf — Sie heißt Johanna

Karl hat eine Neue

An ihren Ringen an den Beinen kann man sie identifizieren: Karl und Johanna. | Foto: Berger2017/03/storche-lauf-2017.jpg

LAUF — Die Laufer Störche brüten wieder. Aber Karl, der seit Jahren auf dem Oberen Marktplatz heimisch ist, hat schon wieder eine neue Partnerin. Womöglich hat Anna II. den Winter nicht überlebt, spekuliert Storchenkennerin Tina Klausen, die die Tiere seit Jahren intensiv beobachtet.

Seit etwa zwei Wochen ist Karl zurück in seinem Horst. Aber die Partnerin, die er aus dem Winterquartier mitbrachte, ist nicht Anna II., mit der er im vergangenen Jahr zusammen lebte. Es ist auch nicht deren Vorgängerin Kunigunde. Es handelt sich um eine knapp drei Jahre alte Störchin, die Tina Klausen zuerst auf dem Dach einer alten Synagoge in Uehlfeld im Landkreis Neustadt an der Aisch gesehen hat.

Was war geschehen? Klausen geht davon aus, dass Anna II., wie sie im vergangenen Jahr nach einer PZ-Umfrage getauft wurde, den Winter nicht überlebt hat – wie ihre Vorgängerin zuvor. Es wäre nichts Ungewöhnliches. Während Störche in Gefangenschaft über 35 Jahre alt werden können, werden wenige der wild lebenden Artgenossen älter als zehn Jahre.

Um die Tiere zu schützen, sei es angebracht, Hunde auf Wiesen an die Leine zu nehmen. Denn Störche können nicht senkrecht in die Luft fliegen, sondern steigen eher langsam auf. Wenn sie erschrecken, kann es passieren, dass sie gegen fahrende Autos oder Stromleitungen prallen.

Karls neue Partnerin hat sie auf den Namen Johanna getauft. Doch als die beiden Anfang März nach Lauf kamen, war der Horst über dem Oberen Marktplatz besetzt. Ein fremder Storch aus Wilhelms­hafen hatte sich dort etwa eine Woche zuvor niedergelassen. Das passte Karl und seiner „Neuen“ gar nicht. Sie verscheuchten ihn.

So ganz reibungslos schien die neue Beziehung nicht begonnen zu haben. „Am Anfang war Karl nicht einverstanden mit Johanna“, sagt Klausen. Doch etwa eine Woche später seien die beiden schon sehr vertraut gewesen. Neue Partnerschaften sind unter Störchen nichts Außergewöhnliches. Anders als Schwäne bleiben Störche nicht unbedingt das ganze Leben mit dem gleichen Partner zusammen. „Der Storch liebt seinen Horst mehr als seinen Partner“, stellt Klausen trocken fest.

Wo Karl im Winter war und wo er Johanna kennen gelernt hat, weiß die Kennerin nicht. Sie tippt auf Frankreich, wo er bereits einmal im Winter gesichtet wurde. „Immer mehr Störche schaffen es nur bis Frankreich oder Spanien auf Mülldeponien“, sagt Klausen.

Während das Ottensooser Paar Winfried und Anna wahrscheinlich bereits brütet, dürfte es bei den Laufer Störchen noch etwas dauern, glaubt die Expertin. „Die beiden müssen noch zu Kräften kommen. Im Moment sind sie nur damit beschäftigt, ihr Nest herzurichten und die Brut vorzubereiten.“

Der Laufer Fisch­markt auf dem Oberen Marktplatz stört Karl und Johanna nicht. Störche sind viele Menschen gewohnt, die Auslage interessiere sie nicht, ist Klausen sicher.

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer
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