Ermittler finden keine nachvollziehbare Ursache

Gasaustritt bleibt ein Rätsel

Die Heuchlinger Hubertusstraße vor genau zwei Wochen: Aus dem Reihenendhaus in der Bildmitte holten Rettungsdienst und Feuerwehr drei Bewohner – buchstäblich in letzter Sekunde.
Die Heuchlinger Hubertusstraße vor genau zwei Wochen: Aus dem Reihenendhaus in der Bildmitte holten Rettungsdienst und Feuerwehr drei Bewohner – buchstäblich in letzter Sekunde. | Foto: PZ-Archiv/Fischer2018/03/co-einsatz-heuchling-rettungswagen9.jpg

HEUCHLING — Den drei Heuchlingern, die eine Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung erlitten haben, geht es zwei Wochen nach ihrer dramatischen Rettung wieder gut. Nach wie vor aber ist es ein Rätsel, wie es zu der lebensgefährlich hohen Konzentration des farb- und geruchlosen Gases in dem Reihenhaus in der Hubertusstraße kommen konnte.

Ermittler der Schwabacher Kriminalpolizei haben das Reihenhaus und vor allem die sieben Jahre alte Ölheizung im Keller zusammen mit einem Gutachter untersucht – ohne Ergebnis. „Wir konnten keinen nachvollziehbaren Grund für den Gasaustritt finden“, sagt Robert Sandmann, Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

Nach Angaben der Feuerwehr stiegen die Kohlenstoffmonoxid-Werte zwar kurz nach dem Vorfall bei Anschalten der Heizung bis auf ein lebensgefährlich hohes Niveau an, aber eine Fehlfunktion der Anlage konnten weder die Ermittler noch ein Team des Herstellers bestätigen. So bleibt es laut Sandmann dabei: „Ursache unbekannt.“

Zur Behandlung in die Druckkammer

Alle drei Hausbewohner sind inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen worden und wohlauf. Das gilt insbesondere für die lebensgefährlich verletzte 76-Jährige. Die pflegebedürftige Frau war von der Feuerwehr aus dem Dachgeschoss gerettet worden. Sie wurde in der Druckkammer im Regensburger Caritas-Krankenhaus St. Josef behandelt.

In dem Heuchling Reihenhaus sollen nun Warnmelder dafür sorgen, dass sich ein ähnliches Geschehen nicht wiederholt. Bei zu hohen Werten soll sich die Heizung automatisch abschalten. Ein mobiles Kohlenstoffmonoxid-Warngerät, mit dem der Rettungsdienst ausgestattet war, hatte entscheidend zur Rettung der drei Vergifteten beigetragen.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel