Geplante Rodungen in der Schwarzachklamm

Freie Sicht auf die Schwarzenbrucker Kläranlage?

Ursula Siebenlist (links) erläuterte in der Schwarzachklamm die Situation: In der Nähe des Kläranlagen-Faulturms sollen Fichten gefällt werden. Derzeit ist offen, wie viele Bäume fallen müssen. Foto: oh2012/11/scharzachklamm_New_1352125802.jpg

SCHWARZENBRUCK – Werden Wanderer in der Schwarzachklamm demnächst freie Sicht auf die Schwarzenbrucker Kläranlage haben? Genau das befürchtet der Bund Naturschutz (BN), der bereits seit Wochen vor einem großflächigen Abholzen eines Fichtenbestands in der Nähe des Schwarzenbrucker Faulturms warnt. Tatsächlich müssen aus Sicherheitsgründen eine Reihe alter Fichten in der Nähe des Bauwerks gefällt werden. Dem stimmt auch der BN zu. Strittig ist, wieviele Bäume fallen müssen.

Man habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass die zu fällenden Bäume vor der Maßnahme nicht gekennzeichnet werden sollen, so die Schwarzenbrucker BN-Ortsvorsitzende Ursula Siebenlist. Ihre Befürchtung: Im Naturschutzgebiet Schwarzachklamm, in dem eigentlich nur eine Einzelstammentnahme erlaubt ist, sollen mehr Bäume abgesägt werden als derzeit in Aussicht gestellt.

Lasertechnik wird eingesetzt

Verantwortlich für die Maßnahme ist der Kanalisationszweckverband (KZV) Schwarzachgruppe. Der hat angekündigt, während der Fällungen mittels Lasertechnik feststellen zu lassen, welche Bäume abgesägt werden müssen. Beobachten lassen will sich der KZV dabei aber nicht. Der technische Leiter des Zweckverbands lehnte eine entsprechende Bitte von Schwarzenbrucker Bürgern ab – für den BN ein weiteres Zeichen dafür, dass nicht nur in unmittelbarer Nähe zum Faulturm abgeholzt werden soll.

Bei der Unteren Naturschutzbehörde am Laufer Landratsamt hatte sich der BN eigentlich Unterstützung erhofft, erhielt jedoch die Auskunft, dass dem Vorhaben zugestimmt werden müsse. Mitarbeiter könnten persönlich haftbar gemacht werden, wenn es zu Sturmschäden mit Bäumen käme, deren Fällung von der Behörde verhindert wurde.

Am vergangenen Samstag haben sich interessierte Bürgerinnen und Bürger auf Einladung des BN vor Ort umgesehen. Als Ursula Siebenlist in der Schwarzachklamm unterhalb der Kläranlage die Situation erläuterte, wurden sofort Forderungen nach engagierterem Einsatz von Bürgermeister Bernd Ernstberger und der Gemeinderäte laut. In der Verbandsversammlung des KZV hatte allein Gemeinderat Christian Matern (Grüne) aus Schwarzenbruck gegen die Fällung der Fichten gestimmt.

Dass es sich die Fachbehörden mit ihrer Entscheidung für das Fällen der Fichten zu einfach gemacht hätten, weist Christine Brahm von der Unteren Naturschutzbehörde zurück. Man habe sich gründlich mit der Angelegenheit befasst. Am 21. September gab es einen Ortstermin, an dem neben Vertretern der Unteren Naturschutzbehörde in Lauf auch Mitarbeiter der übergeordneten Behörde in Ansbach anwesend waren, weil es sich bei dem betroffenen Areal um ein Naturschutzgebiet handelt. Außerdem waren Vertreter des KZV, vom Forst und von der Gemeinde dabei. Der Bund Naturschutz sei zum Ortstermin zwar eingeladen gewesen, so Christine Brahm. „Es ist aber niemand vorbeigekommen.“

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten