Sternfahrt in das Stadtzentrum

Der Laufer Marktplatz wurde zum Mekka der Bulldogfreunde

Fast 80 Traktorfahrer mit ihren meist alten Bulldogs waren in einer Sternfahrt nach Lauf auf den Marktplatz gekommen. | Foto: Brinek2016/05/bulldog-sternfahrt-lauf.jpg

LAUF – In den vergangenen Jahren lud der Bulldogverein Dehnberg immer zu seinem einzigartigen Bulldogfest nach Dehnberg ein. In diesem Jahr organisierte der Verein anstelle des Festes eine große Bulldogsternfahrt zum Laufer Marktplatz. Bei freundlichem Wetter holten 78 Bulldogfans aus dem gesamten Landkreis ihre Schmuckstücke aus den Garagen und trafen sich in Lauf, um ihre landwirtschaftlichen „Oldtimer“ vorzuführen.

Thomas Müller-Rühl, 1. Vorstand des Vereins, begründete die Neuerung damit, dass Anfang Mai extrem viele Veranstaltungen seien und somit der Aufwand für ein Dehnberger Bulldogfest sich nicht mehr lohne. In der Vereinschronik kann man nachlesen, dass die Bulldogsammlung des Ehrenvorsitzenden Thomas Rühl Senior die „Wiege des Vereins“ war. In der Glanzzeit Ende der achtziger Jahre umfasste seine Sammlung mehr als 80 funktionstüchtige Ackerschlepper und eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Geräten.

Deshalb fand 1995 das erste Bulldogfest in Dehnberg auf dem Rühl‘schen Hof statt. Nachdem immer weniger Leute bereit waren, für die Vorbereitung des von Jahr zu Jahr größer werdenden Festes ihre Freizeit zu opfern, hat man beschlossen, heuer eine Sternfahrt für Treckerfreunde aus dem ganzen Landkreis durchzuführen.

Besonders freute sich Müller-Rühl über die große Teilnehmerzahl von 78 Treckerfreunden, die mit ihren blitzblank herausgeputzten landwirtschaftlichen Oldtimern so viele Besucher anzogen, dass der Laufer Marktplatz ab 15 Uhr dicht war. Auch MdB Marlene Mortler sowie Laufs 1. Bürgermeister Benedikt Bisping hatten sichtlich Spaß an dem Motorengeknatter und nachdem Bisping erfolgreich ein Fass Bier angestochen hatte, gab es neben einem kühlen Schluck auch etwas Leckeres zur Stärkung.

Die Bulldogfreunde vom Moritzberg kamen mit 30 Fahrzeugen und stellten neben den Reichenschwander Schlepperfreunden sowie den Röthenbachern die größte Gruppe.

Deutz von 1939

Das älteste Fahrzeug, ein Deutz F 1 M 414 aus dem Baujahr 1939 leistete 11 PS aus 1100 Kubikmetern Hubraum. Besitzer Matthias Bartl aus Rüblanden zeigte sein auf Hochglanz poliertes und liebevoll gepflegtes Fahrzeug gerne dem fachkundigen Publikum. Besonders stolz war Bartl auf seine Originalfahrzeugpapiere aus dem Jahre 1939, die mit historischen Stempeln beeindruckten: „Für so ein Fahrzeug muss man heute gut 10.000 Euro hinlegen“ verriet Bartl.Gerhard Hoppe aus Simmelsdorf präsentierte einen Hanomag R 40, Baujahr 1948. Das Fahrzeug wurde neu restauriert und bringt aus 5,6 Liter Hubraum 40 PS an Leistung. Es hat fünf Gänge und wurde früher als Zugmaschine zum Beispiel von Schaustellern oder Kohlenhändlern eingesetzt.

Neben diesen alten Modellen nahmen auch etliche Fahrzeuge mit neuerem Baujahr an der Sternfahrt teil, was einige Teilnehmer bekrittelten und anregten, in Zukunft bei der Teilnehmermeldung Altersbeschränkungen einzuführen, damit künftig nur wirkliche „Oldtimer“ gezeigt werden können.

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek