Abbrucharbeiten am Galgenbühl in Lauf

Bagger zerbröseln ehemaliges Altenheim

Die zwei Abbruchbagger bei der Arbeit: Der Altenheim-Beton-Neubau aus den 60er Jahren (links) ist schon fast abgebrochen. In der nächsten Woche ist das mit dem früheren Haupteingang (Mitte) verbundene ehemalige Laufer Krankenhaus (rechts) aus dem Jahr 1994 an der Reihe. | Foto: Fischer2017/02/altenheim-lauf-abbruch-totale-Kopie.jpg

LAUF (fi) — Das ehemalige Glockengießer-Altenheim in Lauf steht nur noch zur Hälfte. Seit Mitte Januar laufen hier an der Galgenbühlstraße die Abbrucharbeiten. Ende April, so sagt der Hersbrucker Abbruch-Unternehmer Andreas Bub, soll die Fläche an der rechten Bahnlinie vollkommen frei von Bauschutt oder alten Baumstümpfen sein. Ein Investor plant auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen Areal den Bau von aktuell rund 35 Reihen- und Doppelhäusern.

Schon jetzt, nach Rodung der Bäume und Sträucher und der Entfernung des Humus, präsentiert sich die bislang komplett eingewachsene Fläche dem Betrachter ganz neu. Erstmals lässt sich die Dimension erahnen und es ist zu sehen, wie nah der Grund an der Bahnstrecke liegt. Umgekehrt sieht man jetzt auch, wie weit der Blick von den Resten des Altenheimbaues über Lauf geht. Vor über 100 Jahren, 1904, war hier am Galgenbühl das Laufer Krankenhaus errichtet worden. Dieses bis zuletzt gelb angestrichene Gebäude mit seinen Ziegeldächern  ging Ende der 60er Jahre im modern gehaltenen Altenheimanbau auf. Alt- und Neubau wurden von der Glockengießer-Spitalstiftung genutzt, rund 100 Pflegeplätze gab es hier. Vor einigen Jahren zog die Stiftung in den Neubau an der Beethovenstraße. Seitdem und bis Mitte letzten Jahres waren am Galgenbühl Asylbewerber untergebracht.

Blick vom früheren „Haus im Park“ über die Bahnstrecke rechts auf die Stadt, links spitzt noch der Laufer Johannisturm hervor, rechts im Hintergrund der Moritzberg. | Foto: Fischer2017/02/altenheim-abbruch-lauf-zug-Kopie-1.jpg

Für das Hersbrucker Abbruchunternehmen Bub ist die frühere Gebäudenutzung eine besondere Herausforderung. Weniger, dass der 60er-Jahre Bau ein massives Betongebäude ist, dem nur mit 100 000 Euro teuren Betonzangen an den Baggern  zu Leibe gerückt werden kann. Sehr sehr aufwendig, so Andreas Bub, ist die totale Entkernung des Baues, die in etwa einer Woche beendet sein soll. „Wir haben den Anspruch, alles, aber auch wirklich alles sortenrein zu trennen und zu entsorgen“. Allein 130 Kubikmeter Rigipsplatten kamen so zusammen, die von Hand von den Betonwänden gerissen werden mussten.

Hinzu kamen sämtliche Bodenbeläge, der Estrich, die Trittschalldämmung darunter, natürlich alle Isoliermaterialien von der Steinwolle bis zum Styropor und schließlich die  bitumenhaltigen Dachpappen von den Flachdächern. Ganz zu schweigen von den über 400 Litern Öl in den Hydraulikzylindern des Bettenaufzuges oder den noch immer vollen Fettabscheidern in der früheren Altenheimküche. Nur in Spezialkleidung und mit Atemschutzmasken konnten die Abluftkanäle und Rohre aus Asbest entfernt werden.

Das Ziel ist, sämtlichen mineralischen Bauschutt wie Ziegel, Kalk­sandsteine, Granit oder Beton, in sauberes, wiederverwertbares Material zu verwandeln. Diese Stoffe werden nach dem Abbruch durch die Bagger erneut sortiert und in einer mobilen Brecheranlage zu schotterähnlichem Baumaterial zerkleinert. In dieser Brecheranlage wird beispielsweise auch sämtlicher Baustahl mit einem Magneten aus den Betonsteinen herausgefischt. Das Material wird dann auf Haufen gelagert, von der Aufsichtbehörde auf Schadstoffe untersucht und kann dann erst für die Wiederverwendung abgefahren werden.
Das Altenheim und der Krankenhausaltbau (nur hier gibt es einen Dachstuhl) machen zusammen rund 28 000 Kubikmeter umbauten Raum aus. Andreas Bub hat ausgerechnet, dass dadurch etwa 4000 Kubikmeter Abbruchmaterial anfallen. Das wären rund 8000 Tonnen, was ungefähr 400 Lkw-Ladungen entspricht.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer