Premiere für „Hopp Sing“

Lagerfeuerstimmung im PZ-Kulturraum in Lauf

Mitsingen gehörte an diesem Abend im PZ-Kulturraum zum Programm: „Hopp Sing“ lässt Abende mit der Wanderklampfe am Lagerfeuer wieder aufleben. | Foto: Beck2018/10/HoppSing-Rudelsingen-Kulturraum-Beck.jpg

LAUF — Zusammen am Lagerfeuer sitzen, bekannte Lieder von den Beatles, John Denver und Wolfgang Ambros singen, und jemand hat die Akustik-Gitarre zur Begleitung dabei. Diese Stimmung hat wohl jeder schon einmal erlebt und genossen. Sie kam beim ersten „Hopp Sing“ im Laufer PZ-Kulturraum – einem Abend, an dem schlicht gemeinsam gesungen wurde – auch auf.

„Vom ersten Lied an haben alle mitgesungen und es herrschte eine super Stimmung“, erzählt Katrin Seidel aus Röthenbach begeistert. „Als Jugendliche am Lagerfeuer haben wir zusammen gesungen, als Erwachsenen nicht mehr, dabei macht das so viel Spaß“, findet sie. Die 38-jährige Chorsängerin sieht die Veranstaltung im Kulturraum als Gelegenheit, das musikalische Miteinander für einen Abend wieder aufleben zu lassen.

Rund 60 Gäste nutzten die Gelegenheit am Donnerstagabend und kamen zur Premiere von „Teubner, Weller, Turba – Hopp Sing“. Dabei begleiteten Live-Musiker ihr Publikum beim Singen von Liedern, die den meisten Gästen wohl bekannt waren. Zur Unterstützung des auf diese Weise entstandenen Chors wurden die Liedtexte per Beamer auf eine Leinwand projiziert. Ein ähnliches Konzept, das unter dem geschützten Namen „Rudelsingen“ firmiert, gibt es seit Jahren in mehreren deutschen Städten.

Los ging‘s mit „Country Roads“

Die Besucher ließen sich nicht lange bitten und stimmten ab dem ersten Lied, dem berühmten „Country Roads“ von John Denver, aus voller Kehle ein. Die Mehrheit an weiblichen Gästen sorgte für die Dominanz der hohen Tonlagen.

„Ich habe hier heute Abend noch keinen bemerkt, der nicht singen kann“: Mit diesem Satz kommentierte Bandmitglied Alex Teubner den überraschend harmonischen Klang des Besucher-Chors. Das Trio „Hopp Sing“, bestehend aus Rainer Turba, Bernd Weller und Alex Teubner, begleiteten die Gäste mit Akustik-Gitarre, Bass, Keyboard, Akkordeon und Cajon.

„Als ich angefragt wurde, so einen Abend zu organisieren, wusste ich gleich, dass das zusammen mit Alex und Bernd zum Erfolg werden kann“: Turba, der den PZ-Kulturraum leitet und Gesangslehrer an der Uni Nürnberg ist, sieht großes Potenzial. „Wir werden im Februar und Mai noch zwei Pilotveranstaltungen anbieten, und wenn das Haus dann voll mit Gästen ist, eine regelmäßige Veranstaltungsreihe organisieren“, sagt er. Laut Turba hatte die Band zuvor ausgemacht, dass jeder aus dem Trio sechs Titel unter dem Motto „Lagerfeuer“ für die Liederliste des Abends aussuchen darf.

Das Ergebnis war eine Mischung aus Sechziger-Jahre-Hits wie „The Boxer“ von Simon & Garfunkel und Schlager wie „Schifoan“ von Wolfgang Ambros. Auch die Stimmung der Lieder variierte von romantisch über melancholisch bis hin zum Gute-Laune-Party-Hit.

Den Gästen gefiel die Liederwahl ausgezeichnet. So wurden Titel wie „Let It Be“ von den Beatles bereits bei ihrer Ankündigung mit Applaus gewürdigt.

Turba, Teubner und Weller führten nicht mit bloßen Liedansagen, sondern mit Hintergrundinformationen und Anekdoten zu den einzelnen Titeln durch den Abend. So ist nach Turba „Lady In Black“ von Uriah Heep, „das Lied, bei dem man eine Frau am Lagerfeuer mit zwei Akkorden auf der Gitarre beeindrucken konnte“.

Eindrucksvoller Abend

Beeindruckt von dem Abend im Kulturraum, war Klaus Bußler aus Schwaig. Der 54-jährige Vertriebsleiter sieht sich nicht als begnadeter Musiker: „Wenn ich alleine singe, erkennen die Leute das Lied oft nur am Text.“ Doch an diesem Abend singe jeder mit, weil er Spaß daran habe. „Nächstes Mal ist der Laden hier voll“, versprach Bußler, der unter seinen Freunden Werbung für die Veranstaltung machen möchte.

Das meinte auch Tanja Jung aus Altenfurt: „Ich hatte das Gefühl eines großen Miteinanders. Zusammen singen macht wohl gücklich.“ Die 41-Jährige berührte die tolle Stimmung. „Ich hatte Momente, in denen ich aus dem Lachen nicht mehr herauskam und im nächsten Augenblick hatte ich dann Gänsehaut.“

Die Begeisterung des singenden Publikums wurde am Ende durch die lauten Rufe nach einer Zugabe deutlich. „Hopp Sing“ hatte dafür „Hey Jude“ von den Beatles auf Lager. Noch einmal stimmten die Gäste mit ein und viele von ihnen bedankten sich zum Ende der Veranstaltung bei den drei Musikern.

N-Land Andrea Beck
Andrea Beck