Gruppenausstellung in Schnaittach

Kunst als Zwischenraum

Gerhard Faul (Mitte) hat das Anwesen in der Mühlgasse 6 gekauft und will es umbauen. Doch ersteinmal zieht Kunst ein: Jutta Schwarz, Cornelia Hammerer, Uschi Heubeck, Werner Baur, Irmingard Beirle und andere stellen aus. | Foto: Krieger2017/06/ZwischenspielSchnaittach2.jpg

SCHNAITTACH — Ein ehemaliger „Pferdehof“ wird zum Kunstraum: „Zwischenspiel“ nennt sich die Ausstellung von neun bekannten Künstlern aus der Region, die am kommenden Wochenende in Schnaittach zu sehen ist.

Die Boxen in der alten Scheune des Anwesens in der Mühlgasse 6, in denen Heu und Stroh noch den Geruch der ehemaligen „Bewohner“ versprühen, hatten es Werner Baur sofort angetan. Der Eckentaler Maler, der mit gleicher Leidenschaft auch augenfällige Skulpturen aus rostigen Nägeln und anderen Fundstücken schafft, hat seine Bilder und Arbeiten mit konsequentem Blick für Ästhetik in den Ecken und Winkeln der verlassenen Scheune verteilt. Fein ausgeleuchtet, bilden sie gewissermaßen das Entrée für die Besucher der Ausstellung „Zwischenspiel“, die am Freitag um 16 Uhr mit einer Vernissage eröffnet wird.  Neben Werner Baur stellen Irmingard Beirle, Lisa Metz, Jutta Schwarz, Uschi Heubeck, Gisela Prummer, Bonny Schuhmann, Cornelia Hammerer und Anneliese Kraft Bilder, Fotografien, Objekte und kunsthandwerkliche Arbeiten aus.

Die Künstler folgen damit der Einladung von Gerhard Faul, dem neuen Besitzer des geschichtsträchtigen Schnaittacher Anwesens in der Mühlgasse 6, das einst den Gasthof „Schwarzer Adler“ beherbergte und in dem der sozialdemokratische Arbeiterverein seine ersten Treffen abhielt. Zuletzt wurde das Anwesen noch als Wohnhaus genutzt, in dem viele Jahre auch Pferde einen Unterstand hatten.

Faul, der in der Region als Filmemacher und Mitbegründer des Medienladens Nürnberg bekannt ist und unter anderem den Dokumentarfilm das „KZ Hersbruck und das Doggerwerk“ gedreht hat, hat das Anwesen im Schnaittacher Ortskern im Frühjahr erworben und will es zu neuem Leben erwecken: Drei Wohnungen und ein Einfamilienhaus sollen auf dem Areal entstehen. „Es ist ein Gebäude mit viel Flair und Historie“, sagt Faul, der ein ähnliches Projekt bereits in Kammerstein verwirklicht hat. Beim Umbau will der Nürnberger „so viel wie möglich“ von den Originalgebäuden erhalten und auch selbst mit Hand anlegen. „Ich bastle gern“. So soll die Fassade des Wohnhauses auf jeden Fall erhalten bleiben, auch die Scheune wird lediglich entkernt und erweitert, „die Bausubstanz ist gut“. Innen hingegen muss das Haus modernisiert werden: Neue Leitungen und Dämmung sind nötig, auch neue Fenster und Sanitärinstalltionen. Seine Ideen hat Faul bereits skizziert und einem Architekten übergeben. Für die Zwischennutzung, bis die Bauanträge durch und die Handwerker gefunden sind, und um das Wohnprojekt ein wenig publik zu machen, hat sich der kunstaffine Medienmacher Freunde und Bekannte aus der Künstlerszene eingeladen, die alle gerne kamen, um ein „Zwischenspiel“ einzulegen.

Das künstlerische Spektrum der Gruppenausstellung ist so breit, wie das Anwesen verwinkelt ist: Im Erdgeschoss des Wohnhauses zeigt Irmingard Beirle eine Weiterentwicklung ihrer Kunstaktion „sunrise“, die sie kürzlich mit Flüchtlingen auf der Feste Rothenberg durchführte. Eine Videoinstallation dokumentiert noch einmal das Geschehen.

Im ersten, zweiten und dritten Stock des Gebäudes erwarten die Besucher unterschiedlichste Fotografien, Aquarelle und Acrylarbeiten. Sie reichen von den knalligen farbenfrohen und kontrastreichen Bildern der Nürnbergerin Cornelia Hammerer bis hin zu den zarten, mit feinem Strich gemalten Aquarellen von Jutta Schwarz, deren Leidenschaft Blumen und Bäume sind. Uschi Heubeck aus Kammerstein wiederum zeigt, wie ein guter Blickwinkel mit dem Fotoapparat kleine Details etwa von Blumen oder anderen Objekten zu echten Hinguckern machen kann. Bilder und Objekte von Bonny Schuhmann, Gisela Prummer, Lisa Metz und Anneliese Kraft sind in weiteren Räumen des Hauses zu sehen.

Die Malerin Jutta Schwarz, die auch Vorsitzende des Laufer Künstlerkreises ist, liebt Bäume und zeigt sie in Schnaittach. | Foto: Krieger2017/06/Jutta-Schwarz-Gemalde-Der-Wald1.jpg

Zu sehen ist die Ausstellung am morgigen Samstag, 17. Juni, und Sonntag, 18. Juni, jeweils von 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Besucher werden gebeten, mangels Platz nicht in der Mühlgasse zu parken.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger