Auszeichnung vom Bezirk

Würdigung für Denkmalpflege

Kurz vor Ortsende Deckersberg in Richtung Edelweißhütte steht das ehemalige Wohnstallhaus, das Familie Rauh grundsanierte. | Foto: M. Wildner2017/03/7939850.jpeg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Alte Bauernhäuser, antike Kirchen und mittelalterliche Burgen erzählen Geschichten und wecken das Interesse vieler. Um die historischen Bauwerke vor dem Verfall zu bewahren, leisten Privatleute und Vereine häufig großen finanziellen und persönlichen Einsatz. Der Bezirk Mittelfranken würdigt diesen jährlich mit einer offiziellen Denkmalprämierung. Auch Projekte aus der Hersbrucker Schweiz sind wieder mit dabei.

Langes Haus, Burg Hohenstein
1,402 Millionen Euro hat es gekostet, das östliche Lange Haus unter der Burg Hohenstein von Grund auf zu sanieren. Ohne den Verschönerungsverein unter Vorsitz des Ehepaares Gertraud und Georg Maul wäre das nicht möglich gewesen: Der Verein managte das Projekt komplett alleine. Die damalige Architektin sprach zu Beginn der Arbeiten von „Riesenproblemen“, weil wohl der Fels nachgegeben hatte und der darauf liegende „Rittersaal“ und der „grüne Salon“ abgesackt waren. Die erste Reparatur geschah offensichtlich in Eile und mit minderwertigem Material. Das 2005 festgestellte Ergebnis war eine bedenkliche Schräglage des östlichen Langhausendes. Balken waren verzogen, Verzahnungen auseinandergezogen.

Thomaskirche, Altensittenbach
Auch die Altensittenbacher Thomaskirche und das dazugehörige Langhaus waren vor der Renovierung 2011 in einem schlechten Zustand. Der Kirchturm war schwer beschädigt und das Langhaus benötigte dringend einen neuen Dachstuhl: Tragende Teile waren faulig oder ganz kaputt. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ließ deshalb das komplette Gebälk ausbessern und neu decken. Außerdem erhielt der Innenraum eine neue Farbfassung, der Anstrich der Stützen und Sitzbänke wurde entfernt.

Wohnstallhaus, Deckersberg
Neben Vereinsprojekten werden auch solche von Privatleuten prämiert. Wie das Werk von Familie Rauh aus Deckersberg, die ein altes Wohnstallhaus in Eigenregie neu sanierte. „Ich kann mit Stolz sagen, dass ich jedes Brett selbst in der Hand hatte“, erzählt Sabine Rauh. Die gebürtige Nürnbergerin verwirklichte sich mit dem um 1843 erbauten Bauernhaus einen langjährigen Traum. Dafür musste das Haus aber so gut wie entkernt werden. 50 Jahre lang hatte es leer
gestanden und befand sich in einem ruinösen Zustand.

Hopfenlagerhaus, Happurg
Die vierte Prämierung für das Hersbrucker Land geht in die Grabenstraße nach Happurg: Familie Süß baute hier zusammen mit ihren Mietern ein Bauernhaus nach einem Brand im Jahr 2012 wieder auf. Die Brüder Peter und Kurt Süß hatten das Haus von ihren Eltern geerbt. Der Dachstuhl lässt noch die ursprünglichen Hopfengauben erahnen.

N-Land Marina Wildner
Marina Wildner