Gelungenes Open-Air-Konzert

Nürnberger Symphoniker in Kirchensittenbach

Die Nürnberger Symphoniker bei ihrem Auftritt. | Foto: J. Ruppert2017/07/P1230567.jpg

KIRCHENSITTENBACH – Traumwetter, 1-a-Organisation, ein gut gelauntes Filmorchester, ein perfektes Liza Minelli-Double: Bessere Voraussetzungen für das Gelingen des sinfonischen Open Air-Konzertes in Kirchensittenbach konnte es nicht geben. Und so wurde das Projekt zum echten Ereignis, formal wie inhaltlich.

„Die Symphoniker kommen!“ Wer das Nürnberger Orchester kennt, weiß, dass es nicht nur für klassisches Repertoire steht, sondern auch Qualitäten bei Film und Musical zu bieten hat (1993 gab es einen Grammy für „The Beauty and the Beast“). Für das Gastspiel im romantischen Sittenbachtal durfte Bürgermeister Klaus Albrecht also – neben Gästen und Ehrengästen – ein richtiges Filmorchester begrüßen, mit erweitertem Schlagzeug und E-Piano und einem besonderen Programm: „Willkommen, Bienvenue, Welcome – A tribute to Liza Minnelli“.

Liza – alias Asita Djavadi – erschien dann auch gleich persönlich, gab ein paar Autogramme, ehe sie die Bühne erklomm und mit dem titelgebenden Song das Publikum begrüßte. Es folgte ein Feuerwerk aus Singen, Tanzen und Schauspiel, das es in sich hatte. „O wie wunderbar“, „Money makes the world go round“, „New York, New York“, „Cabaret“, „Over the Rainbow“ und viele andere Ohrwürmer erklangen. „Liza“ dabei stets in Aktion, steppend, moon-walkend, plaudernd, singend, alles perfekt imitiert, mit phänomenaler Stimme – näher am Original geht nicht!

Die Symphoniker unter dezenter Leitung von Thomas Dorsch zauberten den passenden Background und gaben die nötigen Impulse, glänzten auch mit einer reinen Instrumentalnummer mit wunderschönem Sax-Solo. (An die Adresse Licht und Ton: Ab und an hätte man sich einen Spot gewünscht, der Lizas Bühnenakrobatik und ihre Ausflüge ins Publikum ins richtige Licht gesetzt hätte. Der Klangmix war von höchster Güte – und laut genug war’s auch!)

Das Leben des Stars Liza, auch außerhalb von Bühne und Studio, kam nicht zu kurz. Liebe und Glück, Einsamkeit, Verlustängste, Alkoholprobleme gehören dazu. Die Stichworte gab der Pianist in der Rolle des Journalisten oder des Managers. Liza wehrt sich gegen den Druck („Mein lieber Herr“), flieht in die Phantasie („Over the rainbow“), setzt die sprichwörtlich rosarote Brille auf, um im Publikum ihren Märchenprinzen zu finden. Sie sucht und findet sich selbst („I am what I am“). Konsequenterweise folgt dann auch die Demaskierung: Die Perücke fällt, aus Liza wird Asita, einer von mehreren ergreifenden Momenten. Großer Beifall des hin und wieder auch mitsingenden und -winkenden Publikums.

Und sonst? Ein glücklicher Bürgermeister, der weiß, was er an der Sparkasse als Sponsor einerseits, an seinen örtlichen Vereinen andererseits hat (zum Beispiel die bestens organisierte Verkehrsregelung der Feuerwehr). Und der nahezu volle Mond, der sich freundlich über den Horizont schob, um den Konzertbesuchern den Heimweg zu beleuchten. Bürgermeister Albrecht wäre mit einem fränkischen „Basst scho“ zufrieden gewesen. Wer nicht da war, hat allerdings was „verbasst“.

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N-Land Susanne Pflaumer
Susanne Pflaumer